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MedTech-News
13. Juli 2026
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Mit heißer Nadel verstrickt
Bundestag und Bundesrat haben vergangenen Freitag (10. Juli 2026) das Gesetz zur GKV-Beitragssatzstabilisierung beschlossen. Es ist ein kurzsichtiges Spargesetz ohne Impulse für Innovationen, das der Patient:innen-Versorgung und dem Medizintechnik-Standort Deutschland schadet.
Dem Gesetzesbeschluss vorangegangen waren hektische Tage und große Ungewissheit. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juli 2026 (Sonntag auf Montag) wurden Parlament und Verbänden insgesamt 278 Seiten Änderungsanträge vorgelegt. Die Belastungen für die MedTech-Branche durch einen pauschalen Preisabschlag für Hilfsmittel in Höhe von drei Prozent für die Jahre 2027 und 2028 sowie ein Preismoratorium für Verbandmittel waren vorher bekannt. Neu hinzugekommen ist ein innovationshemmendes Verfahren für Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) unter Einbeziehung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).
Hier wurde ohne Anhörungsmöglichkeit der Branche in letzten Minute ein NUB-Systemwandel eingeführt, der dem Innovations-Standort Deutschland erheblich schadet. Die Politik hat sich mit heißer Nadel verstrickt.
"Jeder muss seinen Beitrag zur Stabilisierung der GKV-Finanzen leisten", sagte BMG-Staatssekretär Tino Sorge bei einem Empfang am Donnerstagabend. Der Effekt bei der NUB-Regelung könnte aber nach hinten losgehen, ebenso wie beim eingeführten obligatorischen Zweitmeinungsverfahren für elektive Eingriffe. Gut durchdacht sieht anders aus.
Die Hoffnungen des BVMed und der Branche ruhen nun auf dem laufenden Pharma- und MedTech-Dialog und der anstehenden Strategie, die im Bundeskabinett in der zweiten Jahreshälfte beschlossen werden soll. Die Maßnahmen zur Stärkung des Standorts Deutschland müssen dabei gut abgestimmt werden mit den Vorschlägen der GKV-Finanzkommission zu strukturellen Verbesserungen. Es kann nicht so sein wie beim Spargesetz, dass Kommissionsvorschläge 1:1 umgesetzt werden, die bei näherer Analyse keinen Sinn ergeben.
Wir nehmen die Bundesregierung beim Wort, die in einer Protokollnotiz zum GKV-Spargesetz formulierte: "Vor dem Hintergrund des zunehmenden internationalen Wettbewerbs um Forschungskapazitäten, Investitionen und Innovationen kommt attraktiven Rahmenbedingungen für den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland eine besondere Bedeutung zu." Den Wort müssen nun Taten folgen - strategisch vernünftig und ressortübergreifend abgestimmt. Das Kanzleramt steht hier im Wort.
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Gesetzliche Krankenversicherung
Änderungsanträge zum GKV-Spargesetz / BVMed schlägt Alarm: Frontalangriff auf MedTech-Innovationen
 Der BVMed fordert Regierungsfraktionen und Bundesregierung auf, den Änderungsantrag zum GKV-Spargesetz zu Neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) im Krankenhaus mit Medizintechnologien zurückzuziehen. „Im Eilverfahren soll für den MedTech-Innovationszugang ein Systemwandel vorgenommen werden. Das wird – entgegen den Zielen des Koalitionsvertrages – den MedTech-Standort erheblich schwächen, Innovationen verzögern und damit der Patient:innenversorgung schaden“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Der BVMed schlägt stattdessen vor, die nach dem Spargesetz anstehende Strukturreform-Debatte und den laufenden MedTech-Dialog zu nutzen, um die Notwendigkeit einer Reform des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gründlich zu diskutieren.
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Gesetzliche Krankenversicherung
GKV-Finanzen: BVMed mahnt Perspektivwechsel an
 Der BVMed mahnt in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf des GKV-Beitragssatz-Stabilisierungsgesetzes einen Perspektivwechsel an – weg von kurzfristigen Sparmaßnahmen hin zu langfristigen Kosteneinsparungen durch Effizienzgewinne mit Hilfe von modernen Technologien. „Medizintechnologien steigern die Prozesseffizienz, ermöglichen Ambulantisierung und vermeiden stationäre Pflegebedarfe. Die MedTech-Branche muss deshalb gestärkt, nicht geschwächt werden“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.
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Infektionsschutz
Hygiene und Infektionsschutz in der häuslichen Pflege: Unterschätzte Potenziale
 Eine Studie zur Infektionsprävention in der Laienpflege des Zentrums für Präventivmedizin und Digitale Gesundheit (CPD) der Medizinischen Fakultät Mannheim zeigt erhebliches Präventionspotenzial – und damit auch das Potenzial, Kosten erheblich zu senken.
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Infektionsschutz
Studie zu "Hygiene in der häuslichen Pflege": ein unterschätztes Handlungsfeld
 Hygiene in der häuslichen Pflege ist ein bislang unterschätztes Handlungsfeld mit erheblichem präventivem Potenzial. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Prof. Dr. Konrad Obermann von der Universität Heidelberg und Prof. Dr. Bernd Glazinski von Thurn und Taxis Consulting im Auftrag der web care LBJ. Wirksame Interventionen erfordern nach der Studie einen multidimensionalen Ansatz: individuelle Schulungsangebote, niedrigschwellige Beratung, Entbürokratisierung des Hilfsmittelzugangs sowie Stärkung der Gesundheitskompetenz. Systematische Datenerhebungen und integrative Pilotprojekte sind für belastbare Evidenz dringend erforderlich, so die Autoren.
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Infektionsschutz
BVMed: „Infektionsschutz in der häuslichen Versorgung bei der Pflegereform sicherstellen“
 Der BVMed warnt bei den anstehenden Regelungen zur Pflegereform vor einer Vernachlässigung des Infektionsschutzes im häuslichen Bereich. Hintergrund der Sorge ist die von der Bund-Länder-Kommission Pflege vorgesehene Einbeziehung der Pflegehilfsmittel, die bislang gesondert und zweckgebunden vergütet wurden, in das geplante Entlastungsbudget. „Infektionsschutz muss in der Pflegereform sichergestellt werden, sonst resultieren daraus hohe Folgekosten durch Infektionserkrankungen und vermeidbare Krankenhausaufenthalte“, so der BVMed.
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Infektionsschutz
Fakten und Strategie zur Sicherung des Infektionsschutzes
 Nosokomiale Infektionen sind eine der größten Herausforderungen der Gesundheitsversorgung – für Patient:innensicherheit und Kosten. Dieser Beitrag beleuchtet zentrale Ursachen, darunter Antibiotikaresistenzen und strukturelle Defizite. Sie machen deutlich: Wir brauchen eine klar definierte Strategie, die sich der Aufgabe der Stärkung des Infektionsschutzes annimmt und in Zeiten von Reformen, Krisen und für den Zivilschutz sämtliche Perspektiven auch dafür heranzieht. Mehr auf dieser Faktenseite.
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Branche
Die Pharma- und Medizintechnik-Strategie der Bundesregierung 2025/26
 Medizintechnik ist im Koalitionsvertrag der Bundesregierung als Leitwirtschaft anerkannt. Die MedTech-Branche ist Teil des ressortübergreifenden Strategieprozess Pharma und Medizintechnik. Die Auftaktveranstaltung fand am 12. November 2025 im Kanzleramt statt. Ziel des umfangreichen Pharma- und Medizintechnikdialogs ist es, im Sommer 2026 eine Strategie mit konkreten, umsetzbare Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die industrielle Gesundheitswirtschaft vorzulegen und im Kabinett zu beschließen. Gesetzliche Maßnahmen sollen bis Ende 2026 umgesetzt werden.
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Branche
Zahlen und Fakten: Die MedTech-Branche
 Sie rettet Leben, sichert Versorgung und stärkt gleichzeitig den Standort: Die deutsche MedTech-Branche ist Innovationstreiberin, Jobmotor und Wirtschaftsstärke zugleich. Der BVMed vertritt die gesamte Wertschöpfungskette – von Herstellern und Zulieferern über den Fach- und Großhandel bis zu Hilfsmittel-Leistungserbringern und Homecare-Versorgern.
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Die MedTech Unternehmen beschäftigen in Deutschland über 210.000 Menschen. Die MedTech-Branche ist stark mittelständisch geprägt. 93 Prozent der MedTech-Unternehmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter. Und die Branche ist ein wichtiger Treiber des medizinischen Fortschritts. Im Durchschnitt investieren die MedTech-Unternehmen rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung.
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Stellenausschreibung
Stellenausschreibung: Referent:in Gesundheitsökonomie und Wirtschaftspolitik (m|w|d)Für unsere Geschäftsstelle suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt und in Vollzeit eine:n Referent:in Gesundheitsökonomie und Wirtschaftspolitik (m|w|d). In dieser Position arbeiten Sie im BVMed-Institut an der Schnittstelle von Gesundheitsökonomie, wirtschaftspolitischer Analyse und politischer Interessenvertretung. Sie analysieren relevante Entwicklungen der Gesundheitswirtschaft und bereiten Daten, Studien und komplexe Fragestellungen fundiert und verständlich für die strategische Arbeit des BVMed auf.
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