Cookie-Einstellungen

Zur fortlaufenden Verbesserung unserer Angebote nutzen wir den Webanalysedienst matomo.

Dazu werden Cookies auf Ihrem Endgerät gespeichert, was uns eine Analyse der Benutzung unserer Webseite durch Sie ermöglicht. Die so erhobenen Informationen werden pseudonymisiert, ausschließlich auf unserem Server gespeichert und nicht mit anderen von uns erhobenen Daten zusammengeführt - so kann eine direkte Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über einen Klick auf "Cookies" im Seitenfuß widerrufen.

Weitere Informationen dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

 - Infektionsschutz Studie zu "Hygiene in der häuslichen Pflege": ein unterschätztes Handlungsfeld

Hygiene in der häuslichen Pflege ist ein bislang unterschätztes Handlungsfeld mit erheblichem präventivem Potenzial. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie (Download Studie / Fact-Sheet) von Prof. Dr. Konrad Obermann von der Universität Heidelberg und Prof. Dr. Bernd Glazinski von Thurn und Taxis Consulting im Auftrag der web care LBJ.

ArtikelHamburg, 30.04.2026

Wirksame Interventionen erfordern nach der Studie einen multidimensionalen Ansatz: individuelle Schulungsangebote, niedrigschwellige Beratung, Entbürokratisierung des Hilfsmittelzugangs sowie Stärkung der Gesundheitskompetenz. Systematische Datenerhebungen und integrative Pilotprojekte sind für belastbare Evidenz dringend erforderlich, so die Autoren.

Hintergrund

In Deutschland werden aktuell rund 4,9 Millionen pflegebedürftige Menschen zu Hause versorgt, davon 3,1 Millionen ausschließlich durch Angehörige. Trotz dieser enormen Versorgungsleistung ist die Forschungslage zur Hygiene in der häuslichen Pflege lückenhaft. Insbesondere quantifizierbare Effekte hygienischer Maßnahmen auf klinische Outcomes sowie deren ökonomische Implikationen sind kaum untersucht.

Ziel der Studie "Hygiene in der häuslichen Pflege: Mehr als nur Infektionsschutz" ist es, den Zusammenhang von Hygiene und Gesundheit im häuslichen Pflegesetting sowie daraus resultierende medizinische, psychosoziale und ökonomische Konsequenzen explorativ zu erfassen.

Methoden

Es wurde ein Mixed-Methods-Ansatz gewählt, bestehend aus einer Online-Befragung von 931 pflegenden Angehörigen (pflege.de, Februar 2026), qualitativen Interviews mit Pflegebedürftigen, Angehörigen und Fachpersonal, ersten Feldbeobachtungen in vier Pflegehaushalten sowie einem selektiven Literaturreview. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse und indikativer ökonomischer Modellierung.

Ergebnisse

Hygiene erweist sich als multidimensionales Phänomen mit medizinischen, psychologischen und sozialen Wirkebenen. Fünf zentrale Einflussfelder wurden identifiziert:

  • Datenmangel,
  • Heterogenität der Pflegesituationen,
  • Versorgungsdefizite und Fehlallokationen,
  • direkte medizinische Komplikationen sowie
  • psychologische Auswirkungen.

Die indikativen direkten Kosten hygieneassoziierter Komplikationen (Pneumonie, Harnwegsinfekt, Sepsis, infektiöse Diarrhö, Dekubitus) werden (sehr konservativ) auf rund 6,1 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Hinzu kommen indirekte Produktivitätsverluste erwerbstätiger Pflegender von geschätzt 2,7 Milliarden Euro.

Schlussfolgerungen

Hygiene in der häuslichen Pflege ist ein bislang unterschätztes Handlungsfeld mit erheblichem präventivem Potenzial. Wirksame Interventionen erfordern einen multidimensionalen Ansatz: individuelle Schulungsangebote, niedrigschwellige Beratung, Entbürokratisierung des Hilfsmittelzugangs sowie Stärkung der Gesundheitskompetenz. Systematische Datenerhebungen und integrative Pilotprojekte sind für belastbare Evidenz dringend erforderlich.

Ihr Kontakt zu uns

Service

News abonnieren

Sie möchten auf dem Laufenden bleiben?
Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter, E-Mail-Alerts zu unseren Themen oder Pressemeldungen.

Jetzt abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Hilfsmittel
    BVMed zum GKV-Mehrkostenbericht: „Verlässliche Hilfsmittelversorgung trotz wachsenden Kostendrucks“

    Die Hilfsmittelversorgung in Deutschland ist wirtschaftlich, patient:innenorientiert und kein Kostentreiber im Gesundheitswesen, so das Fazit des BVMed zum Mehrkostenbericht des GKV-Spitzenverbandes. „Hilfsmittel ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe und mehr Lebensqualität. Gleichzeitig leisten sie einen zentralen Beitrag zur Ambulantisierung der Gesundheitsversorgung“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Der BVMed warnt davor, die Hilfsmittelversorgung erneut zum Gegenstand kurzfristiger Sparmaßnahmen zu machen.

    Pressemeldung30.07.2026

    Mehr lesen
  • Gesetzliche Krankenversicherung
    BVMed unterstützt Präventionsoffensive des BMG: „Technologielösungen stärker einbeziehen“

    Der BVMed unterstützt das Ziel der vom Bundesgesundheitsministerium gestarteten Präventionsoffensive, Prävention zu einer tragenden Säule der Gesundheitsversorgung zu entwickeln. „Wir müssen Krankheiten möglichst verhindern, Risiken frühzeitig erkennen und rechtzeitig gegensteuern. Dabei sind Medizintechnologien ein zentraler Schlüssel“, betont BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

    Pressemeldung20.07.2026

    Mehr lesen
  • Infektionsschutz
    Hygiene und Infektionsschutz in der häuslichen Pflege: Unterschätzte Potenziale

    Eine Studie zur Infektionsprävention in der Laienpflege des Zentrums für Präventivmedizin und Digitale Gesundheit (CPD) der Medizinischen Fakultät Mannheim zeigt erhebliches Präventionspotenzial – und damit auch das Potenzial, Kosten erheblich zu senken.

    Artikel10.07.2026

    Mehr lesen

Kommende Veranstaltungen

  • Praxisseminar
    Hilfsmittelverträge schließen und umsetzen

    die Vertragslandschaft im Hilfsmittelbereich hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Seit dem Wegfall der Ausschreibungsoption stehen Leistungserbringern vor allem Verhandlungs- und Beitrittsverträge als Instrumente für den Vertragsabschluss mit den Kostenträgern zur Verfügung. Doch welches Modell ist wann sinnvoll? Welche Vertragsklauseln sind zulässig – und...

    SeminarVor Ort
    Berlin, 09.09.2026 09:30 - 16:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed-Akademie
    Schwerpunkt: Hilfsmittel

    Zur Veranstaltung: Hilfsmittelverträge schließen und richtig umsetzen
  • Praxisseminar
    Erfolgreich verhandeln mit Krankenkassen

    Verhandlungen zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen sind geprägt von unterschiedlichen Interessen, hohem Kostendruck und komplexen Rahmenbedingungen. Um in diesem Umfeld stabile Vereinbarungen zu erzielen, braucht es eine klare Strategie, souveräne Kommunikation und ein sicheres Verständnis der Verhandlungslogik der Kostenträger. Doch was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren?

    SeminarVor Ort
    Berlin, 15.09.2026 09:30 Uhr - 16.09.2026 17:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed-Akademie
    Schwerpunkt: Marktzugang und Erstattung

    Zur Veranstaltung: Erfolgreich verhandeln mit Krankenkassen
  • Hilfsmittel
    Hilfsmittel-Seminar | Diabetes | Tag 1 | Grundlagen & Krankheitsbild

    SeminarDigital
    16.09.2026 10:00 - 13:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Homecare

    Zur Veranstaltung: Hilfsmittel-Seminar | Diabetes | Tag 1 | Grundlagen & Krankheitsbild

Ihre Vorteile als BVMed-Mitglied

  • Organisation

    In über 80 Gremien mit anderen BVMed-Mitgliedern und Expert:innen in Dialog treten und die Rahmenbedingungen für die Branche mitgestalten.

  • Information

    Vom breiten Serviceangebot unter anderem bestehend aus Veranstaltungen, Mustervorlagen, Newslettern und persönlichen Gesprächen profitieren.

  • Vertretung

    Eine stärkere Stimme für die Interessen der Branche gegenüber politischen Repräsentant:innen und weiteren gesundheitspolitischen Akteur:innen erhalten.

  • Netzwerk

    An Austauschformaten mit anderen an der Versorgung beteiligten Akteur:innen, darunter Krankenkassen, Ärzteschaft oder Pflege teilnehmen.

Die Akademie

Von Compliance über Nachhaltigkeit bis hin zu Kommunikation. Unsere Akademie bietet der MedTech-Community eine Vielfalt an Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung an. Entdecken Sie unsere Seminare, Workshops und Kongresse.

Zu den Veranstaltungen