- Branche Kurzinterview: 2025 hat Weichen gestellt, 2026 muss liefern
In diesem Kurzinterview im Rahmen des BVMed-Jahresberichts 2025/26
ziehen BVMed-Vorstandsvorsitzender Mark Jalaß und BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll eine positive Bilanz der politischen Weichenstellungen in 2025 für die deutsche Medizintechnik-Branche – und fordert deren konsequente Umsetzung in konkrete Maßnahmen für 2026.
Artikel22.04.2026
2025 war für die MedTech-Branche ein besonderes Jahr. Was nehmen Sie rückblickend aus 2025 mit?
© BVMed / Tina Eichler
BVMed-Vorstandsvorsitz Mark Jalaß (rechts) und BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll (links)
Mark Jalaß: 2025 war tatsächlich ein Meilenstein. Zum ersten Mal wurde die Medizintechnik im Koalitionsvertrag ausdrücklich als Leitwirtschaft anerkannt. Das ist mehr als ein politisches Signal – es ist die Grundlage dafür, die MedTech-Branche endlich mitzudenken und strategisch zu unterstützen: als Innovationstreiberin, als Versorgungsfaktor und als wirtschaftliche Stärke für den Standort Deutschland. Wir diskutieren nun intensiv darüber, wie wir den MedTech-Standort Deutschland und Europa stärken können.
Dr. Marc-Pierre Möll: Gleichzeitig war 2025 ein Jahr der Klarheit. Die Herausforderungen sind ja nicht neu: die überbordende Bürokratie, die praxisuntaugliche Medizinprodukte-Verordnung (MDR) und die Wettbewerbsfähigkeit sowie Resilienz Deutschlands und Europas. Neu ist aber, dass Politik und Industrie sowie weitere Stakeholder der Gesundheitswirtschaft jetzt gemeinsam an Lösungen arbeiten – insbesondere im Rahmen der MedTech-Strategie der Bundesregierung. Diese Kombination aus Anerkennung, Dialog und Strategie macht 2025 so wichtig für die MedTech-Branche.
Was muss 2026 passieren, um die MedTech-Branche zu stärken und ihr Potenzial zu nutzen?
Dr. Marc-Pierre Möll: Entscheidend ist, dass aus dem Strategieprozess der Bundesregierung konkrete, umsetzbare Schritte werden. Strategiepapiere allein verbessern weder die Gesundheitsversorgung noch stärken sie den Wirtschaftsstandort Deutschland. Wir brauchen planbare Rahmenbedingungen, schnellere Prozesse und eine konsequente Umsetzung in der Praxis. Und wir brauchen eine Verstetigung des Dialog- und Strategie-Prozesses. Das darf keine Eintagsfliege sein.
Mark Jalaß: Und es geht um die richtige Einbindung: Ob Krankenhausreform, Ambulantisierung, Digitalisierung oder Krisenvorsorge – all das funktioniert nur, wenn die MedTech-Branche als Teil der Lösung verstanden und frühzeitig eingebunden wird. Nicht als nachgelagerter „Ausstatter", sondern als Partner und Lösungsanbieter. Wir tragen mit unseren Technologien, Produkten und Verfahren unter anderem zu einer besseren Patient:innenversorgung, zu effizienteren Prozessen und zur Entlastung des medizinischen Personals bei. Es geht #NurMitMedTech.
Wie wird sich der BVMed einbringen?
Mark Jalaß: Unser Anspruch ist klar: Wir wollen unsere Gesundheit und Zukunft gestalten. Dafür bringen wir als Stimme der deutschen MedTech-Branche die Perspektive von Herstellern, Zulieferern und Händlern der Medizintechnik sowie Hilfsmittel-Leistungserbringern und Homecare-Versorgern ein. Wir bündeln Expertise und übersetzen Praxis in politische Lösungsansätze. Der BVMed steht bereit, Verantwortung zu übernehmen – im Dialog mit Politik, Selbstverwaltung und Versorgung.
Dr. Marc-Pierre Möll: Und wir blicken mit Zuversicht in die Zukunft: Deutschland hat noch eine starke KMU-geprägte Medizintechnik, innovative Unternehmen, engagierte Fachkräfte und enorme Potenziale für Versorgung und Wirtschaft. Wenn wir jetzt mutig handeln und MedTech konsequent stärken, können wir unser Gesundheitssystem und den MedTech-Standort Deutschland zukunftsfest machen. Dafür stehen wir als Partner jederzeit bereit.
Was die deutsche MedTech-Branche 2025 konkret bewegt hat und was 2026 notwendig ist, um Branche, Gesundheitsversorgung und Wirtschaftsstandort zu stärken, lesen Sie in den Schwerpunktthemen unseres Jahresberichts.