Nicht bei null anfangen
Seit dem 29. Juli hat das Bundesgesundheitsministerium eine neue Spitze: Carsten Linnemann übernimmt von Nina Warken, die nun das Bundeskanzleramt leitet. Er fängt dabei nicht bei null an. Vieles ist angestoßen, darunter der Pharma- und Medizintechnik-Dialog, den Warken bei der Amtsübergabe ausdrücklich als laufendes Vorhaben genannt hat. Gemeinsam müssen wir weiterhin daran arbeiten, die Rahmenbedingungen der industriellen Gesundheitswirtschaft zu verbessern, damit Deutschland wieder Innovationsmotor wird – und unsere Gesundheit und Wirtschaft stärken kann.
Apropos Rahmenbedingungen: Gestern war der allgemeine Geltungsbeginn der KI-Verordnung (AI Act). Für Hersteller von Medizinprodukten greift zunächst nur ein begrenzter Teil, denn der KI-Omnibus hat die umfangreichen Hochrisiko-Pflichten kurz zuvor verschoben. Die gewonnene Zeit muss genutzt werden: Medizinprodukte unterliegen mit MDR und IVDR bereits einem umfassenden Rahmen. Auch hier müssen wir nicht bei null anfangen. Unser Appell: Anerkennen, was funktioniert, und daran anschließen.
Wie viel bereits funktioniert, zeigt der neue Mehrkostenbericht des GKV-Spitzenverbands: Eine verlässliche Hilfsmittelversorgung, die wirtschaftlich und patient:innenorientiert arbeitet. Dass sie so stabil bleibt, ist vor allem dem Einsatz der Hilfsmittel-Leistungserbringer zu verdanken. Sie fangen den wachsenden Kostendruck bislang ab. Statt den Druck weiter zu erhöhen, müssen wohnortnahe Versorgungsstrukturen gestärkt und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Denn Demografie, Fachkräftemangel und die Verlagerung von stationär zu ambulant werden künftig mehr von diesen Strukturen verlangen.
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Hilfsmittel
BVMed zum GKV-Mehrkostenbericht: „Verlässliche Hilfsmittelversorgung trotz wachsenden Kostendrucks“
 Die Hilfsmittelversorgung in Deutschland ist wirtschaftlich, patient:innenorientiert und kein Kostentreiber im Gesundheitswesen, so das Fazit des BVMed zum Mehrkostenbericht des GKV-Spitzenverbandes. „Hilfsmittel ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe und mehr Lebensqualität. Gleichzeitig leisten sie einen zentralen Beitrag zur Ambulantisierung der Gesundheitsversorgung“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Der BVMed warnt davor, die Hilfsmittelversorgung erneut zum Gegenstand kurzfristiger Sparmaßnahmen zu machen.
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Faktor Lebensqualität
Hochwertige Hilfsmittelversorgung: Eine Investition in Lebensqualität und Teilhabe
 In Deutschland sind hunderttausende Menschen auf medizinische Hilfsmittel wie Einmalkatheter für den intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK) oder Produkte zur Stomaversorgung angewiesen. Für sie ist eine individuell angepasste, bedarfsgerechte Versorgung keine Komfortfrage – sondern eine elementare Voraussetzung für Selbstbestimmung, Gesundheit und soziale Teilhabe. Ein Hintergrundartikel der Initiative „Faktor Lebensqualität“ .
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Künstliche Intelligenz
KI-Verordnung: Was jetzt gilt und was der KI-Omnibus verschoben hat
 Am 2. August 2026 ist der allgemeine Geltungsbeginn des AI Acts. Von den Anforderungen greift für Hersteller von Medizinprodukten zunächst nur ein begrenzter Teil – der KI-Omnibus, der fünf Tage zuvor in Kraft getreten ist, hat die zentralen Hochrisiko-Pflichten auf 2028 verschoben. Was jetzt Pflicht ist, was später kommt und warum der entscheidende Schritt weiterhin bei der MDR-Revision liegt.
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Branche
Die Pharma- und Medizintechnik-Strategie der Bundesregierung 2025/26
 Medizintechnik ist im Koalitionsvertrag der Bundesregierung als Leitwirtschaft anerkannt. Die MedTech-Branche ist Teil des ressortübergreifenden Strategieprozess Pharma und Medizintechnik. Die Auftaktveranstaltung fand am 12. November 2025 im Kanzleramt statt. Ziel des umfangreichen Pharma- und Medizintechnikdialogs ist es, im Sommer 2026 eine Strategie mit konkreten, umsetzbare Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die industrielle Gesundheitswirtschaft vorzulegen und im Kabinett zu beschließen. Gesetzliche Maßnahmen sollen bis Ende 2026 umgesetzt werden.
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Branche
Zahlen und Fakten: Die MedTech-Branche
 Sie rettet Leben, sichert Versorgung und stärkt gleichzeitig den Standort: Die deutsche MedTech-Branche ist Innovationstreiberin, Jobmotor und Wirtschaftsstärke zugleich. Der BVMed vertritt die gesamte Wertschöpfungskette – von Herstellern und Zulieferern über den Fach- und Großhandel bis zu Hilfsmittel-Leistungserbringern und Homecare-Versorgern.
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