- Notfallversorgung Der Tag des Notrufs am 11. Februar rettet Leben bei Herzstillstand, Infarkt und Sepsis Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) und der Sepsis-Stiftung
Der 11. Februar ist der europaweite Tag des Notrufs. Die Botschaft des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) und der Sepsis-Stiftung ist klar: Die 112 rettet Leben – vorausgesetzt, sie wird bei den ersten Anzeichen lebensbedrohlicher Zustände wie Herz-Kreislaufstillstand, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Sepsis sofort gewählt.
ArtikelBerlin/Ulm, 10.02.2026
Plötzlicher Herz-Kreislaufstillstand, Herzinfarkt, Schlaganfall und Sepsis gehören weltweit zu den Haupttodesursachen und sind die häufigsten Auslöser für langfristiges Leiden und bleibende Behinderungen. Wissenschaftlich belegt ist: Eine schnellstmöglich eingeleitete, evidenzbasierte Notfallbehandlung entscheidet über Leben und Tod und kann die Folgen dieser Akuterkrankungen drastisch verringern.
Schnelle Hilfe am Telefon: Lebensrettung beginnt in der Leitstelle
Die Rettungskette beginnt bereits beim Telefonat. Die sofortige Einbindung der Anrufenden durch die Rettungsleitstelle via Telefon-Reanimation erhöht die Überlebenschancen beim plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand auf das Dreifache.
„Die 112 steht seit sieben Jahrzehnten für schnelle Hilfe, professionelle Rettung und verlässliche medizinische Versorgung. Bei einem Herz-Kreislaufstillstand ist die sofortige Herzdruckmassage lebensrettend. Durch die Anleitung am Telefon wird wertvolle Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes – im Mittel neun Minuten – effektiv genutzt, um den Sauerstofffluss zum Gehirn aufrechtzuerhalten und irreversible Schäden zu verhindern“, erklärt Professor Bernd Böttiger, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) und Bundesarzt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).
Zeit ist Muskel, Zeit ist Hirn: Herzinfarkt und Schlaganfall
Bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall werden Teile des Herzmuskels bzw. des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt – meist verursacht durch ein Blutgerinnsel. Typische Warnzeichen sind plötzlich auftretende starke Schmerzen in der Brust, die in den Kiefer oder Arm ausstrahlen können sowie Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen. Werden diese Gerinnsel innerhalb der „Golden Hour“ (60 Minuten) in spezialisierten Kliniken behandelt, können die Erkrankungen oft ohne bleibende Folgen geheilt werden. Der schnelle Notruf 112 ist auch hier die entscheidende Weichenstellung.
Sepsis: Der unterschätzte Notfall
Sepsis, oft als „Blutvergiftung“ bezeichnet, ist die schwerste Komplikation von Infektionen. Sie entsteht, wenn zusätzlich die körpereigene Abwehrreaktion gegen eine Infektion die eigenen Organe schädigt. Ohne sofortige Notfallbehandlung endet sie oft tödlich oder führt zu schweren Langzeitfolgen. Auslöser sind meist bakterielle Infektionen, aber auch Viren wie Influenza und andere. „Mit jeder Verzögerung bei der Bekämpfung der Erreger und der intensivmedizinischen Behandlung der ausfallendenOrgansysteme erhöht sich die Sterblichkeit im Stundentakt“, betont Professor Konrad Reinhart, Vorstandsvorsitzender der Sepsis-Stiftung. „Die gezielte Einbindung der Bevölkerung in die Rettungskette und die Schulung des medizinischen Personals in der Früherkennung hat in anderen Ländern zu einer Halbierung der Sepsissterblichkeit geführt. Sepsis ist ein medizinischer Notfall wie ein Herzinfarkt.“
„Aus der Perspektive der Patientensicherheit ist dieser organisationsübergreifende und interdisziplinäre Weg beispielgebend und ein wesentlicher Garant dafür, dieses Ziel schnellstmöglich zu erreichen“, betont der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit, Dr. med. Christian Deindl.
Gemeinsames Ziel: Aufklärung rettet Leben
Zum Tag des Notrufs rufen der GRC und die Sepsis-Stiftung dazu auf, die Symptome dieser Notfälle ernst zu nehmen. Zögern Sie nicht: Im Zweifelsfall rettet die 112 Leben.