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 - Notfallversorgung Reform der Notfallversorgung: „Bevölkerung durch AEDs und Verbandkästen aktiv einbinden“

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) fordert in seiner Stellungnahme zur Reform der Notfallversorgung, die Bevölkerung bei den Themen Laien-Defibrillatoren (AED) und Verbandkästen aktiver einzubinden. So sei beispielsweise bei Fällen von Herz-Kreislaufstillstand außerhalb der Kliniken das schnelle Handeln von Laien entscheidend. „Deshalb müssen die großen Potenziale der AED und Verbandkästen stärker in Notfallsituationen eingebunden werden“, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll.

PressemeldungBerlin, 04.12.2025, 105/25

© AdobeStock @benjaminnolte Jährlich erleiden rund 120.000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislaufstillstand außerhalb eines Krankenhauses, doch nur etwa elf Prozent der Reanimierten überleben. Das Zeitfenster bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes reicht oft nicht aus, um irreversible Hirnschäden zu verhindern. Deshalb ist das schnelle Handeln von Laien entscheidend. „Mit einer Laien-Reanimationsquote von 51 Prozent liegt Deutschland im europäischen Vergleich zurück, obwohl erhebliche Potenziale durch Automatisierte externe Defibrillatoren (AED) und Verbandkästen realisiert werden können“, heißt es in der BVMed-Stellungnahme.

Der Einsatz von AED erhöht die Überlebenschancen entscheidend, die Geräte sind jedoch häufig nicht vorhanden, werden nicht rechtzeitig gefunden oder genutzt. Der BVMed fordert daher ein verpflichtendes bundesweites AED-Register: „Standorte und Betriebsstatus aller öffentlich zugänglichen Geräte müssen mit dem Register erfasst und mithilfe von Leitstellen sowie Ersthelfer:innen-Apps in Echtzeit versorgt werden.“ Kommunen sollten Mindeststandards sicherstellen, die eine fußläufige Erreichbarkeit von AED innerhalb von drei Minuten an hochfrequentierten Orten gewährleisten. Ergänzend würden breite Unterweisungen – beispielsweise in Schulen ab der Jahrgangsstufe 7 sowie mit betrieblichen Schulungen – die Hemmschwelle senken.

Großes Potenzial sieht der BVMed auch beim Thema Verbandskästen. Sie sind zwar nahezu überall vorhanden, werden jedoch kaum als aktive Ressource in Notfallsituationen genutzt. Verbandkästen sollten strukturell in die Laien-Notfallversorgung einbezogen und in Präventionskampagnen berücksichtigt werden, fordert der BVMed.

„Eine moderne Notfallversorgung braucht eine starke Laienrettung. Verbandskästen und AED sind dafür unverzichtbare Bausteine“, so BVMed-Geschäftsführer Möll.

Die BVMed-Stellungnahme kann unter www.bvmed.de/positionen abgerufen werden.

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