Gelenkersatz

Endoprothetik – eine Erfolgsgeschichte auch in Deutschland

Die Gelenkersatzoperation gilt als eine der erfolgreichsten chirurgischen Eingriffe.

Im Jahr 2013 wurden in Deutschland rund 360.000 Menschen mit einem künstlichen Gelenk versorgt, 211.000 mit einem künstlichen Hüft- und 147.000 mit einem künstlichen Kniegelenk. Im Jahr 2009 waren es rund 400.000 Patienten.

Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane sind eine häufige Ursache für chronische Schmerzen und körperliche Einschränkungen. Die steigende Lebenserwartung in den Industrienationen und die damit einhergehende zunehmende Häufigkeit des Gelenkverschleißes sorgen für einen wachsenden Bedarf an Hüft- und Kniegelenkersatz. Gleichzeitig hat sich die Verweildauer der Patienten in der Klinik nach einer Implantation deutlich verringert.

Der deutsche Endoprothetikmarkt – Zahlen, Daten, Fakten

Die Marktstatistik, die durch die im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) organisierten Unternehmen erhoben wird, bestätigt für das Jahr 2013 folgende deutschlandweite Trends in der Hüftendoprothetik:
  • Der Trend zu zementfreien Schäften, insbesondere zu Kurzschäften, hält weiter an (Verhältnis Standardversorgung zu Kurzschaft 10:1).
  • Bei den Hüftpfannen ist die Relevanz der Schraubpfannen (-14% in 2013 zu 2012) signifikant gesunken. Der Trend geht in Richtung Pressfit-Pfannen. War das Verhältnis von Pressfit- zu Schraubpfannen im Jahr 2000 noch ca. 1:1, hat sich dies auf ca. 7:1 im Jahr 2013 verändert.
  • Hinsichtlich der Gleitpaarungen geht die Entwicklung zu hochwertigen, abriebarmen Paarungen, was vor allem in dem steilen, überproportionalen Anstieg an Versorgungen mit hochvernetztem Polyethylen (PE) in Verbindung mit Keramikköpfen zum Ausdruck kommt. In 2009 war das Verhältnis Standard-PE zu hochvernetztem PE erstmalig 1:1, in 2013 liegt dieses bereits bei 1:3.
  • Metall-Metall-Gleitpaarungen (ohne Kappen) kommen so gut wie nicht mehr zum Einsatz; der Anteil von Keramik-Keramik-Gleitpaarungen liegt bei ca. 15 %.
  • Der Kopfdurchmesser 32 mm war in 2013 mit ca. 110.000 Einheiten die meistverwendete Größe, gefolgt von den Durchmessern 28 mm und 36 mm mit annähernd gleicher Verteilung.


Für den Bereich der Knieendoprothetik kann auf Basis der BVMed-Statistik 2013 für den deutschen Markt folgendes zusammenfassend festgestellt werden:
  • Die Versorgungszahlen in der Knieendoprothetik sind rückläufig.
  • Der Anteil der Patellae (Knorpelkrankheit der Kniescheibe) an der knieendoprothetischen Versorgung beträgt 21,3 % und ist damit seit Jahren auf einem konstanten Niveau.
  • Leicht steigend ist der Anteil der sogenannten kreuzbandersetzenden Knieprothesen (PS) mit insgesamt 15,5%, die Knieprothesen mit mobilen Meniskuskomponenten (Mobile Bearing) sind mit einem Anteil von 24,1 % rückläufig.


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Patientenfilm zum Gelenkersatz:
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