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 - GGR 2022 Jeder achte Euro Bruttowertschöpfung in Deutschland entsteht in der Gesundheitswirtschaft

ArtikelBerlin, 04.04.2023

© Adobe Stock @sudok1 Die Gesundheitswirtschaft ist in den letzten zehn Jahren beständig gewachsen. 2022 erbrachte sie 439,6 Milliarden Euro an Wertschöpfung. Das entspricht 12,7 Prozent der Bruttowertschöpfung in Deutschland. Gerechnet auf einen Tag sind das mehr als 1,2 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung. Die Zahlen zeigen, dass die Gesundheitswirtschaft im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre stetig gewachsen ist, mit durchschnittlich 4,6 Prozent pro Jahr deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft mit jährlich 3,5 Prozent.

Im Vergleich zu anderen Bereichen der deutschen Volkswirtschaft, die in den Corona-Jahren 2020 und 2021 teilweise einen Rückgang ihrer absoluten Bruttowertschöpfung zu verzeichnen hatten, war die Gesundheitswirtschaft insgesamt weniger stark betroffen. Im Jahr 2020 war ein negatives Wachstum i.H.v. 0,8 Prozent zu verzeichnen, in den beiden Folgejahren hat das Wachstum mit 5,2 Prozent bzw. 7,9 Prozent wieder deutlich angezogen. Vor allem im Jahr 2020 hatten unterbrochene Lieferketten Einfluss auf die Produktion, der Exportstopp führte zu Umsatzeinbrüchen bei deutschen Unternehmen. Rückläufige Patientenzahlen hatten Folgen für die regulären Behandlungsfälle in der ambulanten und stationären Versorgung.

Im Jahr 2022 ist die Bruttowertschöpfung um 32,1 Milliarden Euro im Vergleich zu 2021 gewachsen. Verglichen mit den Zahlen in den Corona-Jahren - Anstieg um 10,9 Milliarden Euro von 2019 zu 2020 und um 20,8 Milliarden Euro von 2020 zu 2021 – hat sich die Gesundheitswirtschaft deutlich erholt. Die industrielle Gesundheitswirtschaft ist dabei um fast 14,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen.

Mehr als jeder sechste Erwerbstätige in Deutschland ist in der Gesundheitswirtschaft tätig

In der Gesundheitswirtschaft waren im Jahr 2022 fast 8,1 Millionen Erwerbstätige beschäftigt (insgesamt gab es fast 45,58 Millionen Erwerbstätige in Deutschland).

Vergleichbar positiv wie die Bruttowertschöpfung hat sich die Erwerbstätigenzahl in der Gesundheitswirtschaft entwickelt. Im Vergleich zu 2013 konnte im Jahr 2022 ein Erwerbstätigenzuwachs in Höhe von fast 1,4 Millionen Menschen verzeichnet werden.

© BMWi/GGR/WifOR Bild herunterladen

Rund zwei Drittel der Erwerbstätigen der Gesundheitswirtschaft sind in der medizinischen Versorgung tätig. Seit 2013 wurden dort mehr als 1,1 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen, ein Plus von 27,3 Prozent. Auch in der industriellen Gesundheitswirtschaft waren im Jahr 2022 mehr als 1,1 Millionen Menschen beschäftigt, das sind 19,2 Prozent mehr Erwerbstätige im Vergleich zu 2013. Wenn auch das relative Wachstum seit 2013 bei den sog. weiteren Teilbereichen der Gesundheitswirtschaft mit 5,7 Prozent etwas geringer ausfiel, waren hier 2022 mehr als 1,7 Millionen Menschen beschäftigt.

Exporte in Höhe von fast 175 Milliarden Euro

Der Außenhandel der gesamten Gesundheitswirtschaft stieg im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent bei den Exporten (iGW: +7 Prozent) und um 7,4 Prozent bei den Importen (iGW: +5,1 Prozent). Im Jahr 2022 betrugen die Exporte der Gesundheitswirtschaft 174,6 Milliarden Euro und damit 9,9 Prozent aller deutschen Exporte. Den Hauptteil daran hatte die industrielle Gesundheitswirtschaft mit 171,6 Milliarden Euro, das sind mehr als 92 Prozent der Exporte der gesamten Gesundheitswirtschaft. Die exportstarken Bereiche sind dabei insbesondere die medizintechnische und pharmazeutische Industrie.

In den letzten zehn Jahren wuchsen die Exporte der Gesundheitswirtschaft um durchschnittlich 6,4 Prozent pro Jahr.

Nach Abzug der Importe weist die Gesundheitswirtschaft 2022 einen positiven Außenhandelsüberschuss von 20,7 Milliarden Euro auf.

Entwicklung in den Teilbereichen der Gesundheitswirtschaft

Die GGR gliedert die Gesundheitswirtschaft in drei große Bereiche:

Die medizinische Versorgung umfasst als größter Bereich die stationären Einrichtungen (unter anderem Krankenhäuser, stationäre Pflege, Rehakliniken) und die nicht-stationären Einrichtungen (unter anderem Arztpraxen, ambulante Kliniken, ambulante Pflege). In der medizinischen Versorgung werden zusammen 52,7 Prozent der Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft erbracht. Weiterhin zeichnet sich dieser Bereich durch eine hohe Beschäftigungsintensität aus. In der medizinischen Versorgung sind 64,4 Prozent der Erwerbstätigen der Gesundheitswirtschaft beschäftigt.

Die industrielle Gesundheitswirtschaft umfasst die Produktion von Arzneimitteln, Medizintechnik und Medizinprodukten, sowie den Handel und Vertrieb mit diesen Gütern. Die industrielle Gesundheitswirtschaft zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche Arbeitsproduktivität und Exporttätigkeit (siehe oben) aus. Im Jahr 2022 wurden 23,4 Prozent der Wertschöpfung der deutschen Gesundheitswirtschaft erbracht.

Dritter Bereich der GGR sind die sog. „weiteren Teilbereiche“ der Gesundheitswirtschaft. Dazu gehören unter anderem Krankenversicherungen und öffentliche Verwaltung, die eigenständige Gesundheitsversorgung, Sport-, Wellness- und Tourismus-Dienstleistungen sowie Investitionen. Dieser Bereich hatte 2022 einen Anteil von 23,9 Prozent an der Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft.

Über 50 Prozent der Bruttowertschöpfung werden in stationären und nicht-stationären Einrichtungen erbracht

Stationäre und nicht-stationäre Einrichtungen sind zusammen für fast 53 Prozent der Wertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft verantwortlich. Weiterhin sind 64,4 Prozent der Erwerbstätigen der Gesundheitswirtschaft in diesen Bereichen beschäftigt. Die nicht-stationären Einrichtungen wuchsen in den vergangenen zehn Jahren mit durchschnittlich 5,4 Prozent deutlich schneller als die stationären Einrichtungen (+ 4 Prozent) und als die Gesundheitswirtschaft (+ 4,6 Prozent) insgesamt.

Über 23% der Bruttowertschöpfung werden in der industriellen Gesundheitswirtschaft erzeugt

Die industrielle Gesundheitswirtschaft (iGW) hat langfristig ein kontinuierliches Wachstum verzeichnet, und mit einem durchschnittlichen Wachstum von 5,1 Prozent pro Jahr seit 2013 ist dieses sogar höher ausgefallen als das durchschnittliche Wachstum der Gesundheitswirtschaft im selben Zeitraum (4,6 Prozent pro Jahr). Mit 103 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung hat die iGW 2022 ein neues Allzeithoch erreicht. Der Anteil der iGW an der Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft lag 2022 bei 23,4 Prozent.

Ergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung (GGR) für die Bundesländer

Für die Bundesländer liegen die GGR-Daten bis einschließlich 2021 vor. Die Gesundheitswirtschaft trug 2021 in Deutschland in der Fläche in unterschiedlichem Maße zur Wertschöpfung bei. Der Anteil der Gesundheitswirtschaft ist am bedeutendsten in Schleswig-Holstein, wo sie 15,7 Prozent der Wertschöpfung erwirtschaftet.

Gemessen am Beschäftigungsanteil ist die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern am wichtigsten, wo sie für 21,3 Prozent der Gesamtbeschäftigung verantwortlich ist.

Auch die Struktur der Gesundheitswirtschaft ist regional sehr unterschiedlich. So trägt der Bereich der medizinischen Versorgung (ambulante und stationäre Versorgung) in unterschiedlichem Maß zur Bruttowertschöpfung der regionalen Gesundheitswirtschaft bei. Tendenziell liegt der Anteil in den östlichen Bundesländern höher, am niedrigsten ist der Anteil in Hessen. Die absoluten Bruttowertschöpfungsbeiträge sind allerdings in den alten Bundesländern höher als in den neuen Bundesländern.

Die industrielle Gesundheitswirtschaft ist stärker in Clustern organisiert. Sie konzentriert sich vor allem in Baden-Württemberg (32,6 Prozent), Hessen (27,8 Prozent) und Rheinland-Pfalz (26,5 Prozent), wo sie überproportional zur Gesundheitswirtschaft beiträgt. In Mecklenburg-Vorpommern hat sie hingegen nur einen Anteil von 9,7 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 22,1 Prozent.

Quelle: BMWK-Pressemeldung vom 30. März 2023Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.

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