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 - Neurostimulation Vagnusnerv-Stimulation befreit Epilepsiepatienten vom „Gewitter im Kopf“

Als ob Blitze im Kopf zucken – so beschreiben viele Betroffene ihre Erkrankung. In Deutschland leiden etwa 800.000 Menschen an regelmäßig auftretenden epileptischen Anfällen. Die Ursachen für Epilepsien sind vielfältig. Auslöser sind beispielsweise Hirnblutungen, Sauerstoffmangel während der Geburt, Stoffwechselstörungen des Gehirns und Tumore. Die neurologische Behandlung mit Antiepileptika gehört zur Standardtherapie. Bei 60 Prozent der Betroffenen führt sie zur Anfallsfreiheit. Jedoch schlägt eine Arzneimitteltherapie bei mehr als 30 Prozent der Epileptiker nicht an.

ArtikelBerlin, 30.04.2018

Neben der Epilepsiechirurgie und der Tiefenhirnstimulation hat sich das invasive Verfahren der Vagnusnervstimulation (VNS) als Therapieoption von Krampfanfällen bei pharmakoresistenten Epilepsien etabliert. Die VNS funktioniert über ein implantierbares Stimulationsgerät von der Größe eines Herzschrittmachers, das über eine Reizelektrode mit dem linken Nervus vagus im Halsbereich verknüpft ist. Dieser stimuliert im Regelfall alle fünf Minuten für eine Dauer von dreißig Sekunden. Studien haben gezeigt, dass die Wirksamkeit vergleichbar mit der Wirksamkeit eines neuen Antiepileptikums ist, ohne dessen Nebenwirkungen zu besitzen.

Der Vagnusnervstimulator hat über die antiepileptische Wirkung hinaus weitere positive Effekte für die Betroffenen:

  • Die Wachheit wird günstig beeinflusst.
  • Die Stimmungslage wird verbessert.
  • Die Lebensqualität wird deutlich verbessert.

Europäische Kosten/Nutzen-Studien belegen, dass gegenüber der Arzneimitteltherapie ein eindeutiger „Kostenbenefit“ besteht. Hier sinken die Kosten für Hospitalisierung und Arzneimittel deutlich.

In Zukunft könnte die Weiterentwicklung der Vagnusverstimulation, die transkutane Vagnusnervstimulation (tVNS), eine aussichtsreiche und noch patientenfreundlichere Behandlungsmethode bieten. Bei diesem nicht-invasiven Verfahren erhält der Patient eine spezielle Ohrelektrode und ein Stimulationsgerät, welches er ähnlich einem Hörgerät für vier bis fünf Stunden über den Tag verteilt trägt. Die routinemäßige Therapiekontrolle erfolgt ambulant, dennoch ist der Patient durch die selbständige tägliche Anwendung weitgehend unabhängig.

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