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 - Neurostimulation Tourette und Neurostimulation im Kino

Der britische Kinofilm "I Swear", der Ende Mai 2026 unter dem Titel "Verflucht normalExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab." in den deutschen Kinos anlief, erzählt die wahre Geschichte des schottischen Tourette-Aktivisten John Davidson. MedTech ist in einer wichtigen Nebenrolle dabei: Am Ende des Films wird Davidson von der Universität Nottingham eingeladen, ein Armband zur Stimulation des Median-Nervs auszuprobieren, um die Tics zu mindern. Was bei dem Helden der Geschichte erstaunlich gut funktioniert und ihm ungeahnte Lebensqualität schenkt.

ArtikelBerlin, 02.06.2026

© imago images/ZUMA Press/Sony Pictures Classics John Davidson wurde in den 1980er Jahren als Jugendlicher diagnostiziert und wuchs in einer Zeit auf, in der Tourette kaum bekannt und stark missverstanden war. Im Mittelpunkt des Films stehen seine schwierige Jugend, Stigmatisierung und der Weg zu mehr Selbstbestimmung.

TouretteExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab. ist eine neuropsychiatrische Erkrankung mit motorischen und vokalen Tics, die meist schon im Kindesalter beginnen und oft von Komorbiditäten begleitet werden. Betroffene erleben die Tics als unwillkürlich und nicht einfach kontrollierbar. Häufig sind nicht die Symptome selbst, sondern Unverständnis, Spott und soziale Ausgrenzung die größte Belastung.

© University of Nottingham An der Universität NottinghamExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab. wird Tourette unter anderem mit Neurostimulation erforscht: Dabei stimuliert ein am Handgelenk getragenes Gerät den Medianusnerv und kann die Tic-Häufigkeit und -Intensität deutlich senken. Die Forschung zeigte, dass diese nicht-invasive Behandlung bei vielen Betroffenen eine spürbare Reduktion der Symptome bewirken kann und als alltagstaugliche, medikamentenfreie Option gilt.

Mehr Information zur Technologie von Neupulse gibt es auf der deutschsprachigen IVTS-SeiteExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab..

Ansätze der Neurostimulation

Auch in Deutschland gibt es Zentren, die sich mit Neurostimulationsverfahren bei Tourette beschäftigen: beispielsweise an der Uniklinik KölnExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab. oder der MHH HannoverExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab..

Die Neurostimulation bietet zwei Hauptansätze zur Behandlung des Tourette-Syndroms: die invasive Tiefe Hirnstimulation (THS) für schwere, therapieresistente Fälle und die noch in der klinischen Entwicklung befindliche transkutane Nervenstimulation (z. B. am Handgelenk) zur akuten Unterdrückung von Tics.

1. Tiefe Hirnstimulation (THS)

Die THS ist ein etabliertes, neurochirurgisches Verfahren für Erwachsene mit schwerem Tourette, wenn Verhaltenstherapien und Medikamente nicht anschlagen.

Wie es funktioniert: Elektroden werden minimal-invasiv in bestimmte tiefe Gehirnregionen (meist den Thalamus oder den Globus pallidus) implantiert. Diese sind mit einem "Hirnschrittmacher" unter dem Schlüsselbein verbunden, der schwache Stromimpulse abgibt, um die fehlerhaften Signalwege zu beruhigen.

Ergebnisse: Studien zeigen nach einem Jahr eine durchschnittliche Reduktion der Tic-Schwere von bis zu 40 Prozent.

2. Nicht-invasive Nervenstimulation (Tragbar)

Ein neuerer, nicht-invasiver Ansatz konzentriert sich auf die Stimulation peripherer Nerven, wie dem Nervus medianus am Handgelenk.

Wie es funktioniert: Kleine, tragbare Geräte geben leichte elektrische Impulse an das Handgelenk ab. Dies unterbricht das Drangempfinden (die Vorgefühle oder "premonitory urges") unmittelbar vor einem Tic.

Status: Der Forschungsansatz (unter anderem von der University of Nottingham vorangetrieben) zeigt in klinischen Tests vielversprechende Ergebnisse, da Patienten damit ihre Tics gezielt in bestimmten Situationen (z. B. bei Prüfungen) unterdrücken können.

Für weitere Informationen und zur Prüfung individueller Behandlungsoptionen können sich Betroffene an die Tourette-Gesellschaft DeutschlandExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab. wenden.

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