Herbstumfrage

Ergebnisse der BVMed-Herbstumfrage 2015

Die Medizintechnik-Branche steht in Deutschland verstärkt unter Druck. Nur noch 20 Prozent der Unternehmen erwarten für 2015 ein besseres Gewinnergebnis. 35 Prozent der Unternehmen erwarten in Deutschland sogar zurückgehende Gewinne gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus der BVMed-Herbstumfrage 2015 hervor, an der sich 90 internationale Unternehmen der Medizintechnik-Branche beteiligt haben. " Insgesamt haben wir zwar steigende Fallzahlen durch den demografischen Wandel und den medizintechnischen Fortschritt, aber auch zusätzliche Hürden im System und einen enormen Preisdruck. Wir müssen sehr darauf achten, dass die Unternehmen ihre neuen und weiterentwickelten Technologien in Deutschland noch zeitnah in die Versorgung bringen können. Denn ein starker Heimatmarkt ist Voraussetzung für die Exporterfolge", so der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan bei der Vorstellung der Ergebnisse im Rahmen des BVMed-Medienseminars in Berlin.

Ergebnisse der BVMed-Herbstumfrage 2015

Der BVMed führte bei seinen Mitgliedsunternehmen im Oktober 2015 eine umfassende Online-Befragung mit insgesamt 21 Fragen durch. Von den angeschriebenen rund 230 BVMed-Mitgliedsunternehmen haben sich 90 Unternehmen beteiligt, darunter vor allem die größeren Hersteller von Medizinprodukten aus Deutschland und den USA.

An der BVMed-Umfrage nahmen zu 94 Prozent Hersteller und Vertreiber von Medizinprodukten und zu 6 Prozent Leistungserbringer, beispielsweise aus dem Homecare-Bereich, teil.

Die Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligten, haben ihren Hauptsitz zu 60 Prozent in Deutschland und zu knapp 23 Prozent in den USA. Die restlichen Unternehmen kommen aus dem europäischen Ausland (13 Prozent) und aus Asien (3 Prozent).

Die wichtigsten Ergebnisse:
  1. Der deutsche Markt für Medizinprodukte steht weiter unter starkem Druck. Zwar liegt das durchschnittliche Umsatzwachstum mit 4,3 Prozent durch Mengensteigerungen und neuen Behandlungsmethoden über dem Vorjahreswert. Die Gewinnsituation der Unternehmen ist dagegen weiter rückläufig, die Margen sinken. Dies liegt vor allem am zunehmenden Preisdruck durch Einkaufsbündelungen im Krankenhausbereich und Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich.
  2. Der Innovationsklima-Index des BVMed weist auf einer Zehnerskala mit 4,9 denselben Wert wie im Vorjahr auf, nachdem er im Jahr zuvor signifikant gefallen war. Bemängelt werden vor allem innovationsfeindlich eingestellte Krankenkassen, bürokratische Prozesse, niedrige Erstattungspreise in Deutschland und die Unsicherheiten über die künftige Nutzenbewertung von Medizinprodukten. Als besonders innovative Indikationsbereiche werten die BVMed-Unternehmen die Kardiologie, Onkologie und Neurologie.
  3. Trotz der schwierigeren Inlandssituation sorgt die Medizintechnik in Deutschland nach wie vor für zusätzliche Jobs. 51 Prozent der Unternehmen haben mehr Arbeitsplätze geschaffen, nur 11 Prozent Arbeitsplätze abgebaut. Die Berufsaussichten für den Nachwuchs bewerten 97 Prozent der Unternehmen als sehr gut bzw. gut. Gesucht werden vor allem Ingenieure und Medizintechniker. Offene Stellen gibt es vor allem im Vertrieb und im Marketing.
Die Ergebnisse im Einzelnen:
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