Cookie-Einstellungen

Zur fortlaufenden Verbesserung unserer Angebote nutzen wir den Webanalysedienst matomo.

Dazu werden Cookies auf Ihrem Endgerät gespeichert, was uns eine Analyse der Benutzung unserer Webseite durch Sie ermöglicht. Die so erhobenen Informationen werden pseudonymisiert, ausschließlich auf unserem Server gespeichert und nicht mit anderen von uns erhobenen Daten zusammengeführt - so kann eine direkte Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über einen Klick auf "Cookies" im Seitenfuß widerrufen.

Weitere Informationen dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

 - Branche Geschichte der bildgebenden Verfahren

Das erste Bild ihres Kindes sehen werdende Eltern heute auf dem Ultraschallmonitor. Die Aufnahme schicken sie stolz in den Familienchat, kleben sie ins Fotoalbum und bewahren sie meist ein Leben lang auf. Seit 1980 ist Ultraschall in der Schwangerschaftsvorsorge in Deutschland Routine – und hilft seitdem, Komplikationen oder Gefahren für den Fötus frühzeitig zu erkennen. Die Schwangerenvorsorge ist eines von vielen Beispielen, wie bildgebende Verfahren die medizinische Versorgung revolutioniert haben. Ein Blick zurück in ihre Geschichte.

ArtikelBerlin, 05.11.2026

Anfänge: Zufallsfund mit revolutionärer Wirkung

© AdobeStock @menura Die Entwicklung der medizinischen Bildgebung beginnt mit einem Zufall. Am 8. November 1895 will der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen eigentlich Kathodenstrahlen untersuchen, damals ein noch wenig erforschtes Phänomen der Physik. Er will testen, wie sich die Strahlen in einer abgedunkelten Glasröhre verhalten – und erzeugt dabei unbeabsichtigt Röntgenstrahlung, die er zunächst „X-Strahlen“ nennt. Seine Neugierde ist geweckt, er macht weitere Tests – und wenige Wochen später entsteht eine der berühmtesten Aufnahmen der Medizingeschichte: die durchleuchtete Hand seiner Frau Anna Bertha, die Handknochen zwar unscharf, aber doch gut erkennbar.

Die Nachricht geht um die Welt, schon ein Jahr später nutzen Ärzt:innen die neue Technik. Röntgen verzichtet bewusst auf ein Patent und erhält 1901 den ersten Nobelpreis für Physik. Während er selbst sich bald neuen Themen zuwendet, experimentieren andere Forscher weiter. Ab 1913 entwickelt der US-Amerikaner William David Coolidge die nach ihm benannte Coolidge-Röhre. Erstmals lässt sich mit ihr die Strahlung exakt einstellen, was standardisierte Aufnahmen ermöglicht. Im selben Jahr legt der Berliner Chirurg Albert Salomon zudem mit der Röntgenuntersuchung von operativ entferntem Brustgewebe die Grundlage für die spätere Mammographie. Allerdings: Die Gefahren der Strahlung sind anfangs unbekannt, viele Pionier:innen erleiden schwere Strahlenschäden.

Weiterentwicklung: Kontrastmittel und Schichtbilder

Ein weiteres Defizit der Röntgentechnologie: Weiches Gewebe wie Gefäße oder der Magen-Darm-Trakt ist auf einfachen Röntgenbildern schlecht zu erkennen. Schon kurz nach Röntgens Entdeckung werden daher erste Kontrastmittel erprobt, etwa spezielle Breie oder Jod. In den 1920er Jahren entstehen so die ersten Darstellungen der Hirngefäße sowie des Herzens. Einen Schritt weiter geht in den 1930er Jahren die Tomographie, mit der sich erstmals einzelne Schichten des Körpers abbilden lassen. Seit den 1950er Jahren verbessern Bildverstärker die Durchleuchtung in Echtzeit bei deutlich geringerer Strahlendosis.

Neue Durchbrüche: Ultraschall, Nuklearmedizin, operative Eingriffe

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts entstehen neue Verfahren, die ohne Röntgenstrahlen auskommen. So etwa der Ultraschall, der bei Herzuntersuchungen und in der Geburtshilfe zum Einsatz kommt. Anders als beim Röntgen, wo elektromagnetische Strahlung den Körper durchdringt, arbeitet der Ultraschall mit mechanischen Schallwellen. Parallel entwickelt sich in den 1950er Jahren die Nuklearmedizin. Schwach radioaktive Substanzen lassen sich im Körper verfolgen und machen erstmals Stoffwechselvorgänge sichtbar. Die damals entdeckten Mechanismen bilden bis heute die Grundlage für modernste Diagnostik- und Therapieverfahren, etwa SPECT-Geräte (Single-Photon-Emissions-Computertomographie-Geräte) für Knochen- oder Hirnuntersuchungen oder PET-Tracer (Positronen-Emmissions-Tomographie-Tracer), die vor allem in der Krebsmedizin eingesetzt werden.

Zudem entwickelt sich die Bildgebung nun vom reinen Diagnosewerkzeug zu einem Instrument, das die Behandlung von Krankheiten konkret unterstützt. So kann in den 1960er Jahren erstmals ein verengtes Blutgefäß mit einem Katheter geweitet werden, da Ärzt:innen den Einsatz am Monitor verfolgen können. Ende der 1970er Jahre gelingt die erste Ballondehnung eines Herzkranzgefäßes. Die interventionelle Radiologie erspart Patient:innen seitdem zunehmend offene Operationen.

Digitale Revolution: CT und MRT

Ein Quantensprung für die medizinische Bildgebung ist die Erfindung des Computers. So wird Anfang der 1970er Jahre erstmals ein Mensch mithilfe der Computertomographie untersucht, die aus vielen Röntgenaufnahmen ein Querschnittsbild zusammensetzt – in bis dato unbekannter Detailtreue. Gleichzeitig wird das Prinzip der Magnetresonanztomographie (MRT) sukzessive entwickelt. Anstelle der Röntgenstrahlen nutzt die MRT starke Magnetfelder und Radiowellen. So lassen sich Weichteile wie Gehirn, Gelenke oder Organe besonders kontrastreich darstellen. Seit den 1980er Jahren sind MRT-Geräte in immer mehr Kliniken im Einsatz. 1989 wird die Spiral-CT vorgestellt, die auf Entwicklungen in Deutschland zurückgeht und mit der sich ganze Körperregionen erfassen lassen.

Bildgebung heute: Präziser, schonender, vernetzter

Seit der Jahrtausendwende verschmelzen die Technologien zunehmend und liefern immer bessere Ergebnisse. Hybridgeräte kombinieren etwa PET- mit CT- oder MRT-Technologien und erweitern damit das Anwendungsspektrum. Zudem ermöglichen technologische Fortschritte eine geringere Strahlendosis und machen die Untersuchungen verträglicher für Patient:innen – bei noch schärferen Bildern. Ein Beispiel ist die 2021 eingeführte Photonenzähl-CT. Neuen Schub liefert derzeit zudem Künstliche Intelligenz. Sie verbessert die bildgebende Diagnostik weiter, macht riesige Datenmengen auswert- und damit nutzbar und ermöglicht noch individuellere Therapien, etwa in der Krebsmedizin.

Bildgebende Verfahren: Erfolgsgeschichte seit 130 Jahren

Am 8. November 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannte Röntgenstrahlung. Das Datum wird jährlich als Welttag der Radiologie gefeiert. Diese Entdeckung und die weiteren bildgebenden Verfahren, die in den folgenden Jahrzehnten entstanden, sind heute Grundlage für eine Vielzahl an lebensrettenden Therapien. Neuen Schub erhält das Thema durch Künstliche Intelligenz. Damit diese Fortschritte auch künftig bei Patient:innen ankommen, braucht die MedTech-Branche innovationsfreundliche Rahmenbedingungen.

Mehr lesen

Ihr Kontakt zu uns

Service

News abonnieren

Sie möchten auf dem Laufenden bleiben?
Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter, E-Mail-Alerts zu unseren Themen oder Pressemeldungen.

Jetzt abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Porträtbild Johanna Hasting von GE

    Innovationen
    „Die moderne Bildgebung geht neue Wege“

    Wie haben bildgebende Verfahren die Medizin verändert? Welchen Beitrag leisten MedTech-Unternehmen? Welche Potenziale bietet KI? Drei Fragen an die Expertin Johanna Hasting von GE HealthCare, stellvertretende Sprecherin des Arbeitskreises Politik und Öffentlichkeitsarbeit sowie Sprecherin der AG Investitionsfinanzierung beim BVMed.

    Artikel05.11.2026

    Mehr lesen
  • Katheterlabor mit modernster Medizintechnik

    Branche
    Bildgebende Verfahren: Erfolgsgeschichte seit mehr als 130 Jahren

    Am 8. November 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannte Röntgenstrahlung. Diese Entdeckung und die weiteren bildgebenden Verfahren, die in den folgenden Jahrzehnten entstanden, sind heute Grundlage für eine Vielzahl an lebensrettenden Therapien. Neuen Schub erhält das Thema durch Künstliche Intelligenz.

    Artikel05.11.2026

    Mehr lesen
  • Raumplan des Ausstellungsbereichs „MedTech Walk“ beim Deutschen MedTech-Tag am 18. Februar 2027 in Berlin: Ein Rundgang mit 20 nummerierten Stationen führt durch den Saal „Der Alte Fritz“ und die Räume Charlotte von Lengefeld, Friedrich Schiller, Johann W. von Goethe und Alexander von Humboldt.

    Branche
    „MedTech Walk“: Faszination Medizintechnologien erLeben

    In der Begleitausstellung „MedTech Walk“ zum Deutschen MedTech Tag am 18. Februar 2027 in Berlin werden 20 verschiedene Medizintechnologien und Versorgungslösungen vorgestellt. Die Bandbreite reicht von Produkten zur Vorsorge über Diagnostik und Therapie bis hin zur Nachsorge.

    Artikel04.11.2026

    Mehr lesen

Kommende Veranstaltungen

  • Praxisseminar
    Unternehmensstrafrecht in der Medizintechnik

    Die Zusammenarbeit mit Ärzt:innen, Kliniken und Leistungserbringern, die Einhaltung regulatorischer Anforderungen sowie steigende Erwartungen an Compliance und Unternehmensorganisation führen dazu, dass strafrechtliche Fragestellungen zunehmend in den Fokus von Ermittlungsbehörden rücken.

    SeminarVor Ort
    Berlin, 25.11.2026 09:00 - 17:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed-Akademie
    Schwerpunkt: Recht

    Zur Veranstaltung: Unternehmensstrafrecht für MedTech-Unternehmen
  • Branche
    Deutscher MedTech-Tag

    Auf dem Deutschen MedTech-Tag des BVMed #DMTT treffen sich über 250 Entscheider:innen aus Politik, Gesundheit, Wirtschaft und Wissenschaft, um über die Zukunft des Gesundheitssystems und Standorts Deutschland sowie die Rolle von MedTech als Schlüsselindustrie zu diskutieren.

    KonferenzVor Ort
    Berlin, 18.02.2027 10:00 - 22:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Sonstiges

    Zur Veranstaltung: Deutscher MedTech Tag
  • Praxisseminar
    Entlassmanagement | Sektorenübergreifende Kooperationsmodelle

    Die Anforderungen an Kooperationen zwischen Krankenhäusern, Leistungserbringenden und Medizinprodukteherstellern steigen – rechtlich wie organisatorisch. Gleichzeitig sind Ressourcen knapp – und der Druck zur sektorenübergreifenden Zusammenarbeit wächst. Nur wer Kooperationen strategisch und compliant gestaltet, bleibt zukunftsfähig. Welche Kooperationsmöglichkeiten es mit Blick auf ein...

    SeminarVor Ort
    Berlin, 30.09.2027 09:30 - 15:30 Uhr
    Veranstalter: BVMed-Akademie
    Schwerpunkt: Krankenhaus

    Zur Veranstaltung: Entlassmanagement | Sektorenübergreifende Kooperationsmodelle

Ihre Vorteile als BVMed-Mitglied

  • Organisation

    In über 80 Gremien mit anderen BVMed-Mitgliedern und Expert:innen in Dialog treten und die Rahmenbedingungen für die Branche mitgestalten.

  • Information

    Vom breiten Serviceangebot unter anderem bestehend aus Veranstaltungen, Mustervorlagen, Newslettern und persönlichen Gesprächen profitieren.

  • Vertretung

    Eine stärkere Stimme für die Interessen der Branche gegenüber politischen Repräsentant:innen und weiteren gesundheitspolitischen Akteur:innen erhalten.

  • Netzwerk

    An Austauschformaten mit anderen an der Versorgung beteiligten Akteur:innen, darunter Krankenkassen, Ärzteschaft oder Pflege teilnehmen.

Die Akademie

Von Compliance über Nachhaltigkeit bis hin zu Kommunikation. Unsere Akademie bietet der MedTech-Community eine Vielfalt an Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung an. Entdecken Sie unsere Seminare, Workshops und Kongresse.

Zu den Veranstaltungen