- Hilfsmittel 20 Verbände fordern: Keine Rückkehr zu Ausschreibungen in der Hilfsmittelversorgung
Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) fordert in einem gemeinsamen Positionspapier mit 19 weiteren Verbänden der medizinischen Hilfsmittelbranche die Bundesregierung auf, die Pläne zu einer Wiedereinführung von Ausschreibungen in der Hilfsmittelversorgung zu stoppen. „Qualität, Wahlfreiheit und eine verlässliche wohnortnahe Versorgung der Menschen mit notwendigen Hilfsmitteln müssen Vorrang vor kurzsichtigen Sparplänen haben“, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll.
PressemeldungBerlin, 29.09.2026, 68/26
© BVMed / Tina Eichner
Hilfsmittelversorgung ist weit mehr als die Beschaffung eines Produkts. „Beratung, individuelle Anpassung, Einweisung und kontinuierliche Betreuung durch qualifiziertes Fachpersonal sind für viele Patient:innen unverzichtbarer Teil der Versorgung. Genau diese Leistungen geraten durch Ausschreibungen unter zusätzlichen Preisdruck“, betont der BVMed.
Dabei steht die Hilfsmittelversorgung bereits heute unter erheblichem Druck: Festbeträge begrenzen die Vergütung in wichtigen Versorgungsbereichen, ab 2027 kommt der gesetzliche 3-Prozent-Abschlag hinzu. Werden zusätzlich durch Ausschreibungen regionale und spezialisierte Versorgungsstrukturen geschwächt, droht dies zugleich das politische Ziel einer stärkeren Ambulantisierung zu konterkarieren.
Besonders kritisch sieht der BVMed, dass eine derart grundlegende Änderung der Gesundheitsversorgung kurzfristig über einen fachfremden Änderungsantrag im Rahmen eines laufenden Gesetzgebungsverfahrens erfolgen könnte. „Patient:innen, ihre Interessenvertretungen und die betroffenen Leistungserbringer müssen die Möglichkeit erhalten, die Auswirkungen auf die Versorgung angemessen in das Gesetzgebungsverfahren einzubringen“, fordert Möll.
Das gemeinsame Positionspapier der Hilfsmittelverbände „Keine Rückkehr zu Ausschreibungen in der Hilfsmittelversorgung“ kann im BVMed-Themenportal unter www.bvmed.de/hilfsmittel heruntergeladen werden.

