- Erste Hilfe BVMed veröffentlicht Medienservice zur Fußball-WM: „MedTech spielt mit“
Wenn am 11. Juni 2026 die Fußball-WM der Männer in Kanada, Mexiko und den USA beginnt, spielen auch Medizinprodukte eine wichtige Rolle: bei der Erstversorgung, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von verletzten Spielern. Das zeigt der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) in einem ausführlichen Hintergrundartikel unter www.bvmed.de/wm2026. Neben den häufigsten Sportverletzungen und ihrer Behandlung beantwortet der BVMed-Medienservice auch die Frage, welche Medizinprodukte in einen medizinischen Versorgungskoffer gehören und wie sie eingesetzt werden.
PressemeldungBerlin, 13.05.2026, 38/26
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Die Vorbereitungen auf die Fußball-WM 2026 laufen auf Hochtouren. Damit das medizinische Personal Verletzungen bestmöglich vorbeugen und im Ernstfall optimal behandeln kann, spielen Medizinprodukte eine zentrale Rolle. Die MedTech-Helfer unterstützen sowohl in der Vorbereitung als auch bei Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation.
Rund ein Drittel der Sportverletzungen passieren in Deutschland auf dem grünen Fußballrasen. „In den allermeisten Fällen geht es um Tritte oder Schläge vor allem im Bereich der unteren Extremitäten, etwa dem Schienbein oder Knöchel. Dort findet im Spiel die meiste Aktion statt“, erläutert Marc WeissExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab., Physiotherapeut beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Heidenheim, aus seiner Erfahrung. Auch Kopfverletzungen wie Platzwunden gibt es regelmäßig.
Dass der Einsatz moderner MedTech-Lösungen im Extremfall auch Leben retten kann, zeigte der Fall des dänischen Nationalspielers Christian Eriksen bei einem Europameisterschaftsspiel (EM) 2021. Damals erkannte ein aufmerksamer Arzt vor Ort die Anzeichen für einen Herzstillstand, noch auf dem Spielfeld wurde Eriksen per Herzdruckmassage und mithilfe eines Defibrillators reanimiert. Das Gerät führte das Herz durch gezielte Stromstöße in seinen normalen Rhythmus zurück. Mittlerweile trägt Christian Eriksen einen implantierten Defibrillator und spielt aktuell beim deutschen Bundesligisten VfL Wolfsburg.
„Bei der Diagnostik schwerer Verletzungen hat sich in den letzten 15 Jahren viel getan“, erläutert der Heidenheimer Mannschaftsarzt Dr. Udo TiefenbacherExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab. im Interview mit dem BVMed. „Die Verfahren werden immer schonender und sind heute größtenteils minimalinvasiv möglich. Und sie geben eine immer genauere Grundlage, um über die beste Weiterbehandlung zu entscheiden.“ Als Beispiele nennt er eine verbesserte Sonographie, neue MRT-Geräte sowie die moderne Endoskopie. „Aber auch in der Physiotherapie gibt es große Fortschritte, etwa manuelle Therapieverfahren, Faszientherapien und die Osteopathie“, so der Sportmediziner.
Was gehört bei der Erstversorgung auf dem Spielfeld in einen medizinischen Versorgungskoffer? Marc Weiss: „Da hat jeder Physio seine eigene Philosophie. Aber ein paar Klassiker gibt es natürlich schon.“ Neben Kühlsprays kommen etwa Kompressionsverbände regelmäßig zum Einsatz. Sie helfen bei Prellungen der Muskulatur – auch „Pferdeküsse“ genannt –, verhindern Einblutungen und beugen Schmerzen vor. Kleine offene Verletzungen wie Schürfwunden werden mit Erste-Hilfe-Sprays und -Salben behandelt. Sie reinigen die Wunde und reduzieren Blutung und Schwellung. Für Platzwunden gibt es Schnellsets mit Darmabondkleber oder Tacker, die eine Wunde kurzfristig verschließen, sodass der betroffene Spieler weiterspielen kann.
Ist die Verletzung ernster, muss das Team auf dem Spielfeld binnen Minuten die Entscheidung treffen, ob der Spieler weiterspielen kann oder vom Spielfeld genommen wird. Marc Weiss: „Das ist manchmal herausfordernd, weil großer Zeitdruck herrscht und zugleich der Spieler voller Adrenalin ist, was Tests verfälschen kann.“ Um hier rasch und gut handeln zu können, gibt es klare Vorgaben. Beispiel Gehirnerschütterung: Wenn der Verdacht besteht, ist ein klares Protokoll zu befolgen. Dazu zählen neurologische Tests, die noch direkt auf dem Spielfeld durchgeführt werden. Beispielsweise werden dabei die Pupillen gecheckt, Sensibilitätsstörungen abgeprüft und getestet, ob der Spieler ansprechbar und orientiert ist. „Mit den Jahren entwickelt man ein Gespür dafür, wann es weitergehen kann und wann nicht“, so Physiotherapeut Marc Weiss.
Das Fazit des BVMed: MedTech ist aus dem Spitzensport längst nicht mehr wegzudenken. Medizinprodukte leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass Verletzungen bei Sportler:innen – nicht nur im Fußball – schneller, schonender und vollständiger behandelt werden können und Betroffene rascher wieder ins Training und in Wettkämpfe einsteigen können. Auch Langzeitfolgen werden dank medizintechnischen Lösungen seltener.
Mitunter retten die MedTech-Helfer sogar Leben – im Sport genauso wie im echten Leben. Von Erste-Hilfe-Kästen im Auto über Insulinpumpen bei Diabetes bis hin zu Defibrillatoren, die bei plötzlichem Herzversagen zum Einsatz kommen: Jede:r Einzelne hat regelmäßig Kontakt mit MedTech und kann im Ernstfall wachsam sein und eingreifen.
Infobox: Was befindet sich im Erste-Hilfe-Koffer bei WM-Spielen?
Wenn ein Spieler zu Boden geht und das Versorgungsteam mit Arzt und Physiotherapeut auf das Spielfeld rennt, darf der Physiotherapeuten-Koffer nicht fehlen. Er enthält die wichtigsten Utensilien für die Ad-hoc Versorgung des verletzten Spielers:
- Kühlsprays und -salben
- Kompressen
- Wundschnellverbände
- Verbandtücher
- Mullbinden
- Pflaster, u. a. Blasenpflaster
- Kohäsivbinden zum Fixieren von Verbänden oder Sport-Bandagen
- Sport-Bandagen und Sport-Tapes
- Handgelenk-Stützbandagen und Universalschienen
- Schnellset für Platzwunden mit Dermabondkleber und Tacker
- Augenkompressen und Augenklappen
- Beatmungsmasken und Atemspendegerät
- Infektionsschutz mit Mundschutz, Einmalhandschuhen und Rettungsdecke
- Schere
Das BVMed-Medienservice-Papier zur Fußball-WM 2026 kann unter www.bvmed.de/wm2026 heruntergeladen werden.

