Cookie-Einstellungen

Zur fortlaufenden Verbesserung unserer Angebote nutzen wir den Webanalysedienst matomo.

Dazu werden Cookies auf Ihrem Endgerät gespeichert, was uns eine Analyse der Benutzung unserer Webseite durch Sie ermöglicht. Die so erhobenen Informationen werden pseudonymisiert, ausschließlich auf unserem Server gespeichert und nicht mit anderen von uns erhobenen Daten zusammengeführt - so kann eine direkte Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über einen Klick auf "Cookies" im Seitenfuß widerrufen.

Weitere Informationen dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Zahlen und Fakten: Eine Innovationskraft, die zählt

  • Die MedTech-Branche wird zu 93 % vom Mittelstand getragen – diese KMU bilden das innovative Rückgrat der Branche.
  • Deutsche MedTech-Lösungen sind mit einer Exportquote von 68 % weltweit gefragt
  • 9 % des Umsatzes fließen in Forschung und Entwicklung – über 3 Mrd. Euro jährlich – deutlich über dem Industriedurchschnitt. 15 % der Beschäftigten arbeiten im F&E-Bereich.
  • Über 200.000 Patentanmeldungen in zehn Jahren hat die deutsche MedTech-Branche beim Europäischen Patentamt (EPA) angemeldet. Beim EPA rangiert Medizintechnik auf Platz 2 aller Technologiebereiche; Deutschland auf Rang 2 der Herkunftsländer.
  • Bis zu 500.000 verschiedene Medizinprodukte sind in Deutschland auf dem Markt – Ausdruck der Spezialisierung und Vielfalt der Branche.
  • 52 % der Produktideen stammen von Anwender:innen – insbesondere Ärzt:innen, Pflegefachkräften, Therapeut:innen. Innovation entsteht hier im engen Dialog mit der Versorgungspraxis.
  • Im Gesundheitswesen gäbe es durch Innovationen ein Einsparpotenzial von rund 21 Milliarden Euro. Diese Entlastungen stärken die GKV und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Quellen: Zahlen und Fakten zur MedTech-Branche des BVMed, MedTech-Analysis zu Patentanmeldungen des BVMed-Instituts, Prognos-Studie im Auftrag des BDIExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab..

Zum Aktivieren des Videos müssen Sie auf den Button "Video aktivieren" unten klicken. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an den jeweiligen Anbieter übermittelt werden.

Video aktivieren

Was bedeutet Innovation in der Medizintechnik?

MedTech-Innovation geht weit über das einzelne Produkt hinaus. Sie umfasst drei Dimensionen:

  • Produktinnovationen: Neue oder verbesserte Medizinprodukte – von präziseren Sensoren über biokompatiblere Implantate bis zu maßgefertigten Prothesen aus dem 3D-Drucker.
  • Prozessinnovationen: Veränderte Verfahren und Abläufe – etwa minimalinvasive Operationstechniken, die offene Eingriffe ersetzen.
  • Systeminnovationen: Neue Versorgungslösungen, die Produkt, Daten und Prozess verbinden – etwa Telemonitoring-Systeme für chronisch Kranke oder digitale Rehabilitationslösungen für zuhause.

Die Grenzen verschwimmen zunehmend: Moderne Medizintechnik verbindet physische Produkte mit Software, Sensorik und KI zu integrierten Versorgungslösungen.

Innovationsarten: Sprung und Schritt

MedTech-Innovationen entstehen in zwei grundlegenden Formen, die sich ergänzen: Sprunginnovationen schaffen neue technologische Grundlagen, Schrittinnovationen entwickeln diese weiter und machen sie massentauglich. Ein leistungsfähiges Gesundheitssystem braucht beide.

  • Schrittinnovationen: Kontinuierliche Verbesserungen bestehender Produkte und Verfahren. Sie machen Technologien sicherer, effizienter und anwendungsfreundlicher und dominieren zahlenmäßig den MedTech-Markt. Häufig entstehen sie aus Praxisfeedback von Ärzt:innen und Pflegepersonal. Gerade bei digitalen Medizinprodukten, KI-basierten Systemen oder Softwareanwendungen erfolgen Verbesserungen typischerweise iterativ. Schrittinnovationen sind der „Normalfall“ in der MedTech-Branche und benötigen entsprechende innovationsfreundliche Rahmenbedingungen.
  • Sprunginnovationen: Bahnbrechende Neuerungen, die bestehende Verfahren grundlegend verändern oder ersetzen. Sie eröffnen neue Behandlungspfade und können medizinische Standards neu definieren. Typische Merkmale sind interdisziplinäre Entwicklung, hoher Forschungsaufwand und lange Validierungsprozesse.

Innovationen in der Praxis: Beispiele

Tiefe Hirnstimulation bei Parkinson und Epilepsie

Ein implantierbarer Neurostimulator sendet elektrische Impulse gezielt an bestimmte Hirnareale und lindert therapieresistente Symptome – etwa unkontrollierbaren Tremor bei Parkinson oder die Häufigkeit epileptischer Anfälle. Das Prinzip ist vergleichbar mit einem Herzschrittmacher, nur für das Gehirn. Für Patient:innen, bei denen Medikamente nicht mehr wirken, bedeutet das eine erhebliche Rückgewinnung von Lebensqualität. Die Tiefe Hirnstimulation ist in Deutschland an zahlreichen Universitätskliniken etabliert.

Automatisiertes Insulin-Management bei Diabetes Typ 1

Kontinuierliche Glukosesensoren messen in Echtzeit den Blutzucker und übermitteln die Daten an eine Insulinpumpe, die automatisiert die Insulindosis anpasst. KI-gestützte Algorithmen prognostizieren Blutzuckerschwankungen. Für Betroffene bedeuten solche Closed-Loop-Systeme eine drastische Reduktion des täglichen Managementaufwands und deutlich weniger gefährliche Unterzuckerungen. Die Systeme sind in Deutschland verfügbar und erstattungsfähig.

Telemonitoring bei Herzinsuffizienz

Implantierbare kardiale Devices übermitteln ihre Messdaten über spezielle Monitore oder App-Verbindungen an Telemonitoringzentren. Ärzt:innen erhalten kontinuierlich Informationen über Herzrhythmus und Vitalparameter – ohne dass Patient:innen in die Praxis müssen. Kritische Veränderungen können frühzeitig erkannt und Krankenhauseinweisungen vermieden werden.

Robotisch-assistierte Chirurgie

Robotische Assistenzsysteme ermöglichen minimalinvasive Eingriffe mit erhöhter Präzision, verbesserter Reproduzierbarkeit und geringerer Belastung für Patient:innen. Chirurg:innen steuern hochpräzise Instrumente über digitale Schnittstellen – auch bei anatomisch schwer zugänglichen Strukturen. Der Einsatz ist in Deutschland in Fachdisziplinen wie Urologie, Viszeralchirurgie und Gynäkologie etabliert.

Patientenindividuelle Implantate, Prothesen und Orthesen aus dem 3D-Drucker

Die additive Fertigung ermöglicht maßgefertigte Knochenimplantate, Prothesen, Orthesen und chirurgische Planungsmodelle, die exakt auf die Anatomie der Patient:innen abgestimmt sind. Bei Implantaten verbessern poröse Strukturen das Einwachsen von Knochen und erhöhen die Langzeitstabilität. Bei Prothesen und Orthesen verkürzt der 3D-Druck die Versorgungszeit von Wochen auf Tage – besonders relevant für Kinder, deren Körper sich schnell verändert.

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)

DiGA unterstützen evidenzbasiert u. a. Diabetiker:innen, Rückenpatient:innen und Menschen mit Angststörungen im Alltag – und entlasten gleichzeitig das Versorgungssystem durch dezentrale Betreuung.

Unterdruckwundtherapie (NPWT) in der ambulanten Versorgung

Bei chronischen und schwer heilenden Wunden – etwa bei Diabetischem Fußsyndrom oder postoperativen Wundheilungsstörungen – erzeugt ein tragbares Vakuumsystem kontrollierten Unterdruck auf der Wundoberfläche. Das fördert die Durchblutung, reduziert Wundinfektionen und beschleunigt die Heilung. Durch mobile Systeme können Patient:innen heute zuhause statt im Krankenhaus versorgt werden – ein Beispiel für die Verlagerung stationärer Versorgung in den ambulanten Bereich.

Exoskelette in der Rehabilitation

Motorisierte Exoskelette unterstützen Schlaganfall- und Querschnittsgelähmte beim Wiedererlangen der Gehfähigkeit. Die repetitive, sensorgestützte Bewegungstherapie fördert die Neuroplastizität und ermöglicht eine intensivere Rehabilitation als konventionelle Physiotherapie allein. In Deutschland werden Exoskelette in spezialisierten Rehabilitationskliniken eingesetzt.

Digitale Pflegedokumentation und Sensorik zur Entlastung der Pflege

Sensorbasierte Systeme – etwa intelligente Bettauflagen oder Sturzsensoren – erfassen Vitalparameter und Bewegungsmuster von pflegebedürftigen Menschen und melden Auffälligkeiten automatisch an das Pflegepersonal. In Kombination mit digitaler Pflegedokumentation reduzieren sie den manuellen Aufwand, ermöglichen eine gezieltere Betreuung und entlasten Pflegefachkräfte – ein zentraler Beitrag angesichts des Fachkräftemangels.

Digitale Zwillinge in der OP-Planung und Therapiesimulation

Digitale Zwillinge sind virtuelle Abbilder von Organen oder Körperstrukturen, die auf individuellen Patient:innendaten basieren. Bereits heute können dadurch Eingriffe wie zum Beispiel Herzklappenoperationen oder Tumorbestrahlungen vorab am digitalen Modell simuliert und die Vorgehensweise optimiert werden. Auch für die OP-Planung bei komplexen orthopädischen oder kieferchirurgischen Eingriffen kommen patient:innenindividuelle 3D-Modelle zum Einsatz. Die Technologie steht am Beginn einer breiteren Anwendung – langfristig sollen digitale Zwillinge Therapieentscheidungen bei chronischen Erkrankungen, Medikation und Prävention individuell optimieren.

Fazit: Innovationen fördern

„Die Medizintechnik-Branche ist eine tragende Säule der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Ihre Innovationskraft verbessert täglich die Lebensqualität von Millionen Patient:innen – von der präziseren Diagnose über schonendere Therapien bis zur selbstbestimmten Versorgung zuhause.“

Damit Deutschland dieses Potenzial auch künftig nutzt, braucht es Rahmenbedingungen, die Innovationen schnell, planbar und erstattet in die Versorgung bringen. Der BVMed steht als Partner bereit, gemeinsam mit der Politik die richtigen Weichen zu stellen.

Ihr Kontakt zu uns

Service

News abonnieren

Sie möchten auf dem Laufenden bleiben?
Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter, E-Mail-Alerts zu unseren Themen oder Pressemeldungen.

Jetzt abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Digitalstrategie
    MdB Pauls beim BVMed: „An einer konsequenten Digitalisierung geht kein Weg vorbei“

    Um das Gesundheitssystem zukunftsfest zu machen, „geht an einer konsequenteren Digitalisierung kein Weg vorbei“, sagte CDU-MdB Dr. Thomas Pauls auf dem BVMed-Gesprächskreis Gesundheit. Dazu gehört, dass die Elektronische Patientenakte (ePA) zu einer echten digitalen Plattform mit verschiedenen Anwendungen wie digitaler Ersteinschätzung und besserer Datennutzung ausgebaut wird.

    Pressemeldung07.05.2026

    Mehr lesen
  • Branche
    Die Pharma- und Medizintechnik-Strategie der Bundesregierung 2025/26

    Die MedTech-Branche bekommt einen vom Kanzleramt initiierten, koordinierten und ressortübergreifenden Strategieprozess. Die Auftaktveranstaltung fand am 12. November 2025 im Kanzleramt statt. Ziel des umfangreichen Pharma- und Medizintechnikdialogs ist es, bis Ende 2026 konkrete umsetzbare Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die industrielle Gesundheitswirtschaft zu erarbeiten.

    Artikel27.04.2026

    Mehr lesen
  • Branche
    Neuer BVMed-Jahresbericht: „2025 hat Weichen gestellt, 2026 muss liefern“

    In seinem neuen Jahresbericht zieht der BVMed eine positive Bilanz der politischen Weichenstellungen in 2025 für die deutsche Medizintechnik-Branche – und fordert deren konsequente Umsetzung in konkrete Maßnahmen. „2025 war ein Meilenstein, die Grundlage dafür, die MedTech-Branche strategisch zu unterstützen. Jetzt kommt es darauf an, dass aus Strategien auch spürbare Verbesserungen für Versorgung und Standort entstehen“, erklären BVMed-Vorstandsvorsitzender Mark Jalaß und BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

    Pressemeldung24.04.2026

    Mehr lesen

Kommende Veranstaltungen

  • Informationsveranstaltung
    § 374a SGB V für Hilfsmittel & Implantate – jetzt wird’s konkret: HDDT & HIIS im Zusammenspiel

    Hilfsmittel und Implantate, die Daten generieren, müssen in Zukunft digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) Daten zur Verfügung stellen. Der § 374a SGB V regelt dabei, dass Gesundheitsdaten strukturiert, interoperabel und über standardisierte Schnittstellen für DiGA verfügbar gemacht werden sollen.

    GesprächsforumDigital
    15.06.2026 14:00 - 15:30 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Digitalisierung

    Zur Veranstaltung: § 374a SGB V für Hilfsmittel & Implantate – jetzt wird’s konkret: HDDT & HIIS im Zusammenspiel
  • Gesprächsforum
    FemTech – Gendersensible Medizin im Fokus: Daten, Forschung, Fortschritt: Frauengesundheit im Fokus aktueller Digitalisierungsstrategien und Gesetze

    Eine gemeinsame Veranstaltung von Taylor Wessing und BVMed widmet sich der Frage, wie kann die Zukunft der gendersensiblen Medizin und der Frauengesundheit entscheidend vorangebracht werden? Eine erleichterte Nutzung von Gesundheitsdaten stellt hierbei eine Schlüsselrolle dar, bedarf aber auch entsprechender gesetzlicher Initiativen.

    GesprächsforumVor Ort
    Berlin, 22.06.2026 17:00 - 19:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Digitalisierung

    Zur Veranstaltung: FemTech – Gendersensible Medizin im Fokus | Daten, Forschung, Fortschritt Frauengesundheit im Fokus aktueller Digitalisierungsstrategien und Gesetze
  • Online-Seminar
    Suchmaschinenoptimierung für MedTech-Unternehmen

    Kaufentscheidungen im Gesundheitsmarkt entstehen heute zunehmend digital und immer häufiger mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz. Ärzt:innen, Klinik-Einkäufer:innen und medizinische Fachhändler informieren sich online und auf KI-gestützten Plattformen, lange bevor sie den direkten Kontakt zu einem Anbieter aufnehmen. Für MedTech-Unternehmen bedeutet das: Wer online nicht sichtbar...

    SeminarDigital
    07.10.2026 10:00 - 15:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed-Akademie
    Schwerpunkt: Kommunikation

    Zur Veranstaltung: Suchmaschinenoptimierung für MedTech-Unternehmen

Ihre Vorteile als BVMed-Mitglied

  • Organisation

    In über 80 Gremien mit anderen BVMed-Mitgliedern und Expert:innen in Dialog treten und die Rahmenbedingungen für die Branche mitgestalten.

  • Information

    Vom breiten Serviceangebot unter anderem bestehend aus Veranstaltungen, Mustervorlagen, Newslettern und persönlichen Gesprächen profitieren.

  • Vertretung

    Eine stärkere Stimme für die Interessen der Branche gegenüber politischen Repräsentant:innen und weiteren gesundheitspolitischen Akteur:innen erhalten.

  • Netzwerk

    An Austauschformaten mit anderen an der Versorgung beteiligten Akteur:innen, darunter Krankenkassen, Ärzteschaft oder Pflege teilnehmen.

Die Akademie

Von Compliance über Nachhaltigkeit bis hin zu Kommunikation. Unsere Akademie bietet der MedTech-Community eine Vielfalt an Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung an. Entdecken Sie unsere Seminare, Workshops und Kongresse.

Zu den Veranstaltungen