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 - Branche Ergebnisse der BVMed-Herbstumfrage 2015

Artikel07.11.2015

Die Medizintechnik-Branche steht in Deutschland verstärkt unter Druck. Nur noch 20 Prozent der Unternehmen erwarten für 2015 ein besseres Gewinnergebnis. 35 Prozent der Unternehmen erwarten in Deutschland sogar zurückgehende Gewinne gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus der BVMed-Herbstumfrage 2015 hervor, an der sich 90 internationale Unternehmen der Medizintechnik-Branche beteiligt haben. " Insgesamt haben wir zwar steigende Fallzahlen durch den demografischen Wandel und den medizintechnischen Fortschritt, aber auch zusätzliche Hürden im System und einen enormen Preisdruck. Wir müssen sehr darauf achten, dass die Unternehmen ihre neuen und weiterentwickelten Technologien in Deutschland noch zeitnah in die Versorgung bringen können. Denn ein starker Heimatmarkt ist Voraussetzung für die Exporterfolge", so der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan bei der Vorstellung der Ergebnisse im Rahmen des BVMed-Medienseminars in Berlin.

Ergebnisse der BVMed-Herbstumfrage 2015

Der BVMed führte bei seinen Mitgliedsunternehmen im Oktober 2015 eine umfassende Online-Befragung mit insgesamt 21 Fragen durch. Von den angeschriebenen rund 230 BVMed-Mitgliedsunternehmen haben sich 90 Unternehmen beteiligt, darunter vor allem die größeren Hersteller von Medizinprodukten aus Deutschland und den USA.

An der BVMed-Umfrage nahmen zu 94 Prozent Hersteller und Vertreiber von Medizinprodukten und zu 6 Prozent Leistungserbringer, beispielsweise aus dem Homecare-Bereich, teil.

Die Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligten, haben ihren Hauptsitz zu 60 Prozent in Deutschland und zu knapp 23 Prozent in den USA. Die restlichen Unternehmen kommen aus dem europäischen Ausland (13 Prozent) und aus Asien (3 Prozent).

Die wichtigsten Ergebnisse:

  1. Der deutsche Markt für Medizinprodukte steht weiter unter starkem Druck. Zwar liegt das durchschnittliche Umsatzwachstum mit 4,3 Prozent durch Mengensteigerungen und neuen Behandlungsmethoden über dem Vorjahreswert. Die Gewinnsituation der Unternehmen ist dagegen weiter rückläufig, die Margen sinken. Dies liegt vor allem am zunehmenden Preisdruck durch Einkaufsbündelungen im Krankenhausbereich und Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich.
  2. Der Innovationsklima-Index des BVMed weist auf einer Zehnerskala mit 4,9 denselben Wert wie im Vorjahr auf, nachdem er im Jahr zuvor signifikant gefallen war. Bemängelt werden vor allem innovationsfeindlich eingestellte Krankenkassen, bürokratische Prozesse, niedrige Erstattungspreise in Deutschland und die Unsicherheiten über die künftige Nutzenbewertung von Medizinprodukten. Als besonders innovative Indikationsbereiche werten die BVMed-Unternehmen die Kardiologie, Onkologie und Neurologie.
  3. Trotz der schwierigeren Inlandssituation sorgt die Medizintechnik in Deutschland nach wie vor für zusätzliche Jobs. 51 Prozent der Unternehmen haben mehr Arbeitsplätze geschaffen, nur 11 Prozent Arbeitsplätze abgebaut. Die Berufsaussichten für den Nachwuchs bewerten 97 Prozent der Unternehmen als sehr gut bzw. gut. Gesucht werden vor allem Ingenieure und Medizintechniker. Offene Stellen gibt es vor allem im Vertrieb und im Marketing.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Umsatzergebnis: Deutschland und weltweit

81 Prozent der befragten MedTech-Unternehmen rechnen in diesem Jahr im deutschen Markt mit einem besseren Umsatzergebnis als 2014. Nach Jahren abgeschwächter Umsatzentwicklungen wird damit der leicht positive Trend aus dem Vorjahr aufgrund von Mengensteigerungen und neuen Behandlungsmethoden fortgesetzt. Generell ist davon auszugehen, dass die Fallzahlen in der Medizintechnik durch die demografische Entwicklung und den medizintechnischen Fortschritt in den nächsten Jahren weiter zunehmen werden.

Aus den Umsatzangaben der BVMed-Unternehmen ergibt sich im deutschen Markt ein Umsatzwachstum von 4,3 Prozent. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 3,4 Prozent.

Die weltweite Umsatzentwicklung ist für die Unternehmen nach wie vor besser als die Entwicklung im Inlandsmarkt. 86 Prozent der befragten MedTech-Unternehmen rechnen weltweit mit einem besseren Umsatzergebnis als im Vorjahr. Aus den Umsatzangaben ergibt sich ein weltweites Wachstum der BVMed-Unternehmen um 6,8 Prozent. Im Vorjahr waren es 4,6 Prozent. Die international tätigen MedTech-Unternehmen wachsen damit im Ausland deutlich stärker als in Deutschland.

Die unterschiedliche Entwicklung spiegelt sich auch beim Ausblick auf das kommende Jahr 2016 wider. Während nur 43 Prozent der Unternehmen eine positive Entwicklung im Inland erwarten, sehen 62 Prozent weltweit eine günstigere Geschäftslage.

Gewinnsituation: Deutschland und weltweit

Die Gewinnsituation der Unternehmen ist weiter rückläufig, die Margen sinken. Nur 22 Prozent der Unternehmen erwarten in diesem Jahr in Deutschland ein besseres Gewinnergebnis. In den Vorjahren waren es noch 24 Prozent (2014), 27 Prozent (2013) bzw. 34 Prozent (2012). 35 Prozent der Unternehmen erwarten in Deutschland sogar zurückgehende Gewinne. Die steigenden Fallzahlen können die sinkenden Preise damit immer weniger auffangen.

Positiver gestaltet sich die Gewinnsituation unter Einbeziehung der ausländischen Märkte. 42 Prozent erwarten weltweit ein besseres Gewinnergebnis. 17 Prozent der Unternehmen erwarten hier zurückgehende Gewinne.

74 Prozent der Unternehmen beklagen einen stärkeren Preisdruck. Das ist mit Abstand der schwerwiegendste negative Faktor der Geschäftsentwicklung in Deutschland. 31 Prozent sind von gestiegenen Rohstoffpreisen betroffen, 26 Prozent von Umsatzeinbußen in von der Finanzkrise betroffenen Märkten.

Bei den gesundheitspolitischen Forderungen steht der Hilfsmittelbereich an vorderster Stelle. Jeweils 34 Prozent der Unternehmen sprechen sich für die Wahlfreiheit des Hilfsmittel-Leistungserbringers für den Patienten sowie für Verhandlungsverträge statt Ausschreibungen aus. 33 Prozent der Unternehmen fordern eine stärkere Einbeziehung der Industrie in die Prozesse beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), 31 Prozent beschleunigte Erstattungsentscheidungen beim G-BA.

Standort Deutschland

Insgesamt wird dem Standort Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren ein tendenziell schlechteres Zeugnis von den Unternehmen der Medizintechnologie ausgestellt. Besonders die Faktoren "hohes Versorgungsniveau der Patienten", "schnelle Marktzulassung" und "gutes Erstattungsniveau" werden in der Entwicklung der letzten Jahre immer schlechter beurteilt.

Am häufigsten werden als Stärken die gute Infrastruktur (57 Prozent), das hohe Versorgungsniveau für die Patienten (50 Prozent), sowie die gut ausgebildeten Ärzte und der hohe Standard der klinischen Forschung (jeweils 39 Prozent) genannt.

Hemmnisse sehen die Unternehmen vor allem im Erstattungsbereich. 63 Prozent beklagen den zunehmenden Preisdruck durch Einkaufsgemeinschaften. Jeweils 44 Prozent der Unternehmen kritisieren eine innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen sowie ein insgesamt zu niedriges Erstattungsniveau in Deutschland. 29 Prozent nennen die Ausschreibungen durch Krankenkassen als Schwäche des Standorts Deutschland.

Innovationsklima

Auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) bewerten die Unternehmen das Innovationsklima für Medizintechnik in Deutschland mit 4,9. Der Index 2015 hat sich damit gegenüber dem Vorjahr nicht verändert, nachdem er zuvor signifikant um 1,3 Punkte gefallen war.

Als innovativsten Forschungsbereich schätzen die Unternehmen wie im Vorjahr die Kardiologie ein. 38 Prozent der Befragten nennen diesen Versorgungsbereich. Es folgen Onkologie (30 Prozent), Neurologie (26 Prozent), Diagnostik (24 Prozent), Orthopädie (17 Prozent) und Chirurgie (13 Prozent).

Das Innovationsklima in Deutschland wird nach Meinung der Unternehmen durch innovationsfeindlich eingestellte Krankenkassen (57 Prozent), bürokratische Prozesse (52 Prozent), niedrige Erstattungspreise (42 Prozent) und die Unsicherheiten über die künftige Nutzenbewertung von Medizinprodukten (39 Prozent) zunehmend gefährdet.

Arbeitsplätze

Trotz der schwierigeren Inlandssituation sorgt die Medizintechnik in Deutschland nach wie vor für zusätzliche Jobs. 51 Prozent der Unternehmen haben mehr Arbeitsplätze geschaffen, nur 11 Prozent Arbeitsplätze abgebaut. Hochgerechnet auf die BVMed-Mitgliedschaft haben die Unternehmen in diesem Jahr rund 2.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die Berufsaussichten für Fachkräfte in der MedTech-Branche bewerten 97 Prozent der Unternehmen als sehr gut bzw. gut (Vorjahr: 95 Prozent). Gesucht werden vor allem Ingenieure (45 Prozent), Medizintechniker (34 Prozent), Naturwissenschaftler (26 Prozent) und Wirtschaftswissenschaftler (14 Prozent).

83 Prozent der Unternehmen geben an, offene Stellen zu haben: vor allem im Vertrieb (59 Prozent), in Marketing und Kommunikation (28 Prozent), im Key Account Management (26 Prozent) und in Forschung & Entwicklung (22 Prozent).

67 Prozent der Unternehmen haben dabei Probleme, die offenen Stellen zu besetzen. Das betrifft vor allem den Vertrieb (43 Prozent), das Key Account Management (24 Prozent) und den Bereich Forschung und Entwicklung (17 Prozent).

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