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 - Ernährungstherapien Ernährungstherapie bei Mangelernährung senkt Mortalität und Gesamtkosten

Krankheitsbedingte Mangelernährung ist häufig, aber gut behandelbar, und das auf kosteneffektive Weise, wie neue Studien zeigen. Ernährungsmediziner fordern deshalb verpflichtende Screenings und die Vergütung einer leitliniengerechten Ernährungstherapie.

ArtikelBerlin, 18.02.2025

© AdobeStock @Felipe Caparrós 20 bis 30 Prozent aller stationären Patientinnen und Patienten in Deutschland sind nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) von Mangelernährung betroffen. Hier liegt enormes Potenzial, um die Behandlung und die Lebensqualität von Patient:innen zu verbessern sowie hohe Folgekosten für das gesamte Gesundheitssystem zu vermeiden.

Behandlungskomplikationen durch Mangelernährung verdreifacht

Chronische Krankheiten, Appetit- und Gewichtsverlust sind ein Alarmsignal. Besonders die geringe Proteinzufuhr ist nach Ansicht der DGEM kritisch zu sehen. Das schwächt die Muskulatur und das Immunsystem, erhöht damit die Morbidität. Behandlungskomplikationen im Krankenhaus kommen dreimal häufiger vor, erhöhten zudem die Dauer der Liegezeit um über 40 Prozent und die Sterblichkeit um mehr als das Dreifache.

Die jährlichen Mehrkosten durch Mangelernährung allein im stationären Bereich werden auf fünf bis sechs Milliarden Euro beziffert, entsprechend etwa vier Prozent der Gesamtkosten der stationären Versorgung, berichtet die ÄrzteZeitung OnlineExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab. über DGEM-Analysen.

Ernährungstherapie senkt Mortalität und Gesamtkosten

Eine individuell angepasste Ernährungstherapie hat doppelt positive Auswirkungen: Sie senkt die Sterblichkeit bei Mangelernährung in Studien signifikant um 27 Prozent. Trotz des Mehraufwands reduzieren sich die Gesamtkosten erheblich, da Infektionen und Wiederaufnahmen vermieden werden könnten. Der sogenannte „Drehtür Effekt“ wird um circa ein Viertel reduziert.

In Deutschland sterben etwa 200.000 mangelernährte Klinikpatienten pro Jahr. Durch ein systematisches Ernährungsmanagement könnten laut DGEM-Berechnungen rund 55.000 Todesfälle vermieden, dabei gleichzeitig neun Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden, bezogen auf einen Zeitraum von sechs Monaten poststationär.

Die DGEM fordert fordert daher in völliger Übereinstimmung mit dem BVMed ein verpflichtendes Screening auf Mangelernährung und eine leitliniengerechte Ernährungstherapie in der klinischen Behandlung gesetzlich zu verankern und zu vergüten.

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