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 - Inkontinenz Kampagne „An Urge to Act“ für eine bessere Kontinenz-Gesundheit

Die Herausforderung ist größer als weithin bekannt: Harninkontinenz bedeutet für rund 55 bis 60 Millionen Betroffene in Europa den Verlust von Lebensqualität und gesellschaftlicher Teilhabe und verursacht im europäischen Raum zudem jährlich Belastungen im hohen zweistelligen Milliardenbereich. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) unterstützt deshalb die neue europaweite Kampagne „An Urge to Act“Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab., die von der European Association of Urology (EAU) initiiert wurde und darauf abzielt, das Bewusstsein und die politische Aufmerksamkeit für Kontinenz-Probleme zu erhöhen und grundlegende Verbesserungen für die Kontinenz-Gesundheit in ganz Europa zu erreichen.

ArtikelBerlin / Düsseldorf, 16.07.2024

Angesichts der erheblichen Auswirkungen von Kontinenz-Problemen auf die Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen sowie auf die nationalen Gesundheitssysteme, die Wirtschaft, die Umwelt und die Gesellschaft fordert „An Urge to Act“ die politischen Entscheidungsträger auf, die Belastung durch Kontinenz-Probleme anzuerkennen, die Diagnostik zu verbessern und die Ergebnisse für die Patienten in Europa durch verstärkte Prävention, bessere Pflege und Zugang zu unterstützenden Maßnahmen, einschließlich der Behandlung, zu optimieren.

„Analog zu bestehenden europäischen Gesundheitsinitiativen, etwa bei der Krebsfrüherkennung, hält auch die DGU die Entwicklung einer umfassenden EU-Gesundheitsstrategie für Kontinenz für notwendig und ruft die nationalen politischen Entscheidungsträger in Deutschland dazu auf, den Anliegen der Initiative Gehör zu schenken“, sagt DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Maurice Stephan Michel. Da das Risiko für eine Harninkontinenz mit zunehmendem Alter steigt und Deutschland zu den EU-Ländern mit der ältesten Bevölkerung zählt, müsse eine verbesserte Kontinenz-Gesundheit auch im besonderen Interesse der deutschen Politik liegen, so Michel weiter.

69,1 Milliarden Euro Belastungen in allen EU-Ländern im Jahr 2023

Zum Auftakt der Kampagne wurde ein sozioökonomischer Bericht veröffentlicht, der die Belastung durch Harninkontinenz in den EU-Ländern im Zeitraum 2023 bis 2030 im Hinblick auf Prävalenz, Gesundheitskosten und Umweltauswirkungen beleuchtet. Der Bericht zeigt, dass sich die geschätzte wirtschaftliche Belastung durch Harninkontinenz in allen EU-Ländern im Jahr 2023 auf 69,1 Milliarden Euro beläuft. Hierbei weist Deutschland mit 21,6 Milliarden Euro die größten Kosten in der EU auf. Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, könnte die wirtschaftliche Belastung durch Harninkontinenz um geschätzt 25 Prozent auf 86,7 Milliarden Euro im Jahr 2030 in der EU ansteigen, so die Analyse.

„Mit der deutschsprachigen Zusammenfassung des Berichts und der Übersetzung des 10-Punkte-Grundsatzprogramms von „An Urge to Act“ verfolgen wir als erstes das Ziel, die enorme, aber noch immer unterschätzte Bedeutung der Thematik im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen“, sagt Prof. Dr. Daniela Schultz-Lampel, DGU-Vorständin und Vorsitzende des DGU-Arbeitskreises „Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau“, der die wissenschaftliche Fachgesellschaft in der Kampagne vertritt.

In ihrem Grundsatzprogramm für politische Reformen formulieren die EAU und ihre zahlreichen Unterstützer notwendige Maßnahmen, um die direkten Kosten und die Belastungen der Patientinnen und Patienten durch Harninkontinenz zu verringern. Dazu gehören neben einer evidenzbasierten europäischen Gesundheitsstrategie beispielsweise mehr spezialisierte Gesundheitsdienstleister, nachhaltige Kontinenz-Pflegelösungen und eine bessere Finanzierung der Forschung im Bereich Kontinenz.

Quelle: DGU-Pressemeldung vom 13. Juni 2024Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.

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