Cookie-Einstellungen

Zur fortlaufenden Verbesserung unserer Angebote nutzen wir den Webanalysedienst matomo.

Dazu werden Cookies auf Ihrem Endgerät gespeichert, was uns eine Analyse der Benutzung unserer Webseite durch Sie ermöglicht. Die so erhobenen Informationen werden pseudonymisiert, ausschließlich auf unserem Server gespeichert und nicht mit anderen von uns erhobenen Daten zusammengeführt - so kann eine direkte Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über einen Klick auf "Cookies" im Seitenfuß widerrufen.

Weitere Informationen dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

 - Gelenkersatz EPRD veröffentlicht Jahresbericht 2023: Der Anteil der Implantatlockerungen ist zurückgegangen

ArtikelBerlin, 30.10.2023

© EPRD Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) hat seinen Jahresbericht 2023 veröffentlicht. Erstmals überschritten die Zahlen der ans EPRD gemeldeten Hüft- und Knieendoprothesen-OPs mit 347.702 Dokumentationen das Niveau der Vorpandemiezeit. Dies bedeutet einen Anstieg um knapp neun Prozent gegenüber dem Höchstwert aus 2019. Insgesamt wurden 177.826 Hüfterstimplantationen und 137.030 Erstimplantationen am Kniegelenk 2022 dokumentiert.

Mit dem aktuellen Jahresbericht veröffentlicht das EPRD erstmalig Ergebnisse im 10-Jahres-Zeitverlauf. Sie geben neue Aufschlüsse über Entwicklungen beispielsweise bei Folgeeingriffen am Hüftgelenk: War 2012/2013 ein lockeres Implantat noch für jede zweite Wechseloperation verantwortlich, so hat sich dieser Wert 2022 auf rund 23 Prozent verringert. Ähnlich wie bei den Folgeeingriffen am Hüftgelenk zeichnet sich auch bei jenen am Knie im Zeitverlauf ein Rückgang der Lockerungen ab. Im Vergleich zu den Hüft-Folgeeingriffen fällt dieser mit „nur“ elf Prozentpunkten von fast 34 Prozent 2014 auf fast 23 Prozent 2022 geringer aus. Auch die kurz- bis mittelfristigen Standzeitergebnisse für die ersten Registerjahre können jetzt gegenübergestellt und verglichen werden. Anders als bei HTEP-Versorgungen, bei denen es keine eindeutigen Tendenzen gibt, zeichnet sich bei KTEP-Versorgungen spätestens in den Drei-Jahres-Ergebnissen ein Rückgang der Ausfallwahrscheinlichkeit ab.

Höchstes Mortalitätsrisiko: Oberschenkelhalsfraktur und Wechseleingriffe

Die Wissenschaftler beschäftigten sich im aktuellen EPRD-Jahresbericht erstmals mit der Sterblichkeit von Patientinnen und Patienten nach einer endprothetischen Versorgung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es nicht zwangsläufig einen Zusammenhang zwischen der endoprothetischen Versorgung und dem Tod des jeweiligen Patienten gibt. Auch unterscheiden sich die Patientengruppen zum Teil bereits deutlich hinsichtlich ihres mittleren Alters. Als auffällig erweist sich jedoch, welche schwerwiegenden Folgen eine hüftgelenknahe Femurfraktur (Oberschenkelhalsbruch) haben kann. Patienten und Patientinnen, die als Notfall mit einer Hüfttotalendoprothese (HTEP) oder einer Hemiendoprothese versorgt werden, weisen die höchste Sterblichkeit unter allen betrachteten endoprothetischen Eingriffen auf. Auch bei Wechseleingriffen kommt es zu einer deutlich höheren Sterblichkeit als bei erstmalig durchgeführten endoprothetischen Operationen, allerdings ist sie nicht so hoch wie bei den Notfällen. Insgesamt erweist sich das Mortalitätsrisiko bei einer primären Knietotalendoprothese (KTEP) als etwas niedriger im Gegensatz zu einer elektiven Hüftversorgung. Obwohl Patienten, die sich einer Standard-KTEP unterzogen, im Schnitt älter waren als solche, die eine elektive HTEP mit zementfreiem Schaft erhalten haben. Gleichwohl liegt bei den meisten im EPRD dokumentierten primären Versorgungsformen die Sterblichkeit der Patienten unter den Vergleichswerten für die Gesamtbevölkerung in Deutschland.

Mismatch aufdecken für mehr Patientensicherheit

Um ein sogenanntes „Mismatch“ handelt es sich, wenn die Kombination der implantierten Komponenten nicht passend ist. Im Jahr 2022 wurden beispielsweise 27 Fälle bei Hüftgelenksimplantationen registriert, bei denen der Hüftkopf für das Insert oder die Pfanne zu groß war und in 28 Fällen zu klein. Die Kombination nicht passender Komponenten kann bei zu großen Köpfen zu Hüftverrenkungen führen, bei zu kleinen Köpfen zur folgenschweren Schädigung des Pfanneneinsatzes oder des Kopfes. Einen nachhaltigen Rückgang der jährlichen Mismatch-Fälle konnte das EPRD bisher nicht feststellen. Die Zahl der Mismatches ist im Vergleich zu 2021 sogar deutlich gestiegen. Um dieser Tendenz zu begegnen und um die Kliniken bei der Vermeidung von Mismatches oder bei deren sofortiger Korrektur zu unterstützen, hat das EPRD eine Software entwickelt, die unmittelbar nach dem Erfassen der Implantate einen Warnhinweis gibt. Des Weiteren baut das EPRD seine Prüfregeln weiter aus, um noch stärker zur Patientensicherheit beizutragen.

Download des Berichts unter https://www.eprd.de/de/downloads-1/berichteExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab..

Über das Endoprothesenregister Deutschland

Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) ist ein freiwilliges Register. Ziel ist die Qualitätsmessung und -darstellung der endoprothetischen Versorgung in Deutschland. Das EPRD wurde 2010 auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC) gemeinsam mit dem AOK-Bundesverband GbR, dem Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) sowie dem Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed) aufgebaut. Betreiber des EPRD ist die gemeinnützige EPRD Deutsche Endoprothesenregister gGmbH, eine hundertprozentige Tochter der DGOOC. Mit mehr als 2,6 Millionen erfassten Dokumentationen ist das EPRD das zweitgrößte endoprothetische Register in Europa und das drittgrößte weltweit.

Quelle: EPRD-Pressemeldung vom 25. Oktober 2023Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.

Ihr Kontakt zu uns

Service

News abonnieren

Sie möchten auf dem Laufenden bleiben?
Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter, E-Mail-Alerts zu unseren Themen oder Pressemeldungen.

Jetzt abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • eprd_logojpg

    Gelenkersatz
    Endoprothesenregister Deutschland setzt weltweiten Standard

    Die Implantatklassifikation des EPRD und des britischem National Joint Registry (NJR) wird auf dem diesjährigen 13. International Congress of Arthroplasty Registries (ISAR Congress) in Hamburg zum weltweiten Standard erhoben.

    Artikel03.06.2024

    Mehr lesen
  • Forschung-Entwicklung
    PD Dr. Frank Seehaus und Dr. Ulrike Deisinger: Interdisziplinär arbeiten

    Was sind Voraussetzungen für eine moderne Medizintechnik, die es Menschen ermöglicht, auch in Zukunft mobil zu bleiben? PD Dr. Frank Seehaus und Dr. Ulrike Deisinger sind sich einig: Neben innovativen Konzepten braucht es vor allem interdisziplinären Austausch und praxisnahe Lehre.

    Artikel03.05.2023

    Mehr lesen
  • Studien
    Herzgesellschaften für Vereinfachungen bei klinischen Studien

    Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) fordert zusammen mit anderen Fachgesellschaften und Organisationen, die Rahmenbedingungen für randomisierte kontrollierte klinische Studien (RCT) zu vereinfachen. Diese seien „oft zu komplex, zu kostspielig und zu langwierig“, berichtet das Deutsche Ärzteblatt Online. „Statt neue, sichere Erkenntnisse über...

    Artikel18.01.2023

    Mehr lesen

Kommende Veranstaltungen

  • Webinar
    ESG Seminar | Implementierung der EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten

    Die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten soll sicherstellen, dass eine Reihe von Rohstoffen und Waren, die in der EU in Verkehr gebracht werden, nicht zur Entwaldung und Waldschädigung innerhalb und außerhalb der EU beitragen. Für Unternehmen der Medizintechnikbranche, welche bspw. Palmöl oder Kautschuk verwenden, gelten die Anforderungen der Verordnung bereits ab 30.12.2024. Das Seminar unterstützt bei der Implementierung der Sorgfaltspflichten aus der Verordnung.

    Seminardigital
    20.06.2024 14:00 - 15:30 Uhr
    organizer: BVMed
    Schwerpunkt: Nachhaltigkeit

    Zur Veranstaltung: Implementierung der EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten
  • Einführungsseminar
    Erfolgreiches Marketing von MedTech-Unternehmen

    Als Mitarbeiter:in im Marketing oder Produktmanagement haben Sie eine Schlüsselrolle für den Erfolg Ihres Unternehmens. Die richtige Strategie entwickeln, Produktvorteile erkennen, formulieren und im Zusammenspiel mit Agenturen an Entscheidungsträger und Kunden kommunizieren – dies sind Fähigkeiten, die professionelle Produkt- oder Marketing-Manager:innen kontinuierlich aktualisieren und...

    Seminaron-site
    Berlin, 25.06.2024 09:00 - 17:00 Uhr
    organizer: BVMed-Akademie
    Schwerpunkt: Kommunikation

    Zur Veranstaltung: Erfolgreich im Marketing von MedTech-Unternehmen
  • Gesprächsforum
    Frauengesundheit: Werden digitale Anwendungen der Durchbruch für gendersensible Medizin sein?

    Die gemeinsame Veranstaltung „Frauengesundheit im Fokus: Werden digitale Anwendungen der Durchbruch für gendersensible Medizin sein?“ von BVMed e.V. und Taylor Wessing widmet sich dem Status Quo, den künftigen Möglichkeiten und notwendigen Voraussetzungen für den Einsatz von Digital Health in der Frauenmedizin.

    Gesprächsforumon-site
    Berlin, 25.06.2024 17:00 - 21:00 Uhr
    organizer: BVMed
    Schwerpunkt: Digitalisierung

    Zur Veranstaltung: Frauengesundheit im Fokus

Ihre Vorteile als BVMed-Mitglied

  • Organisation

    In über 80 Gremien mit anderen BVMed-Mitgliedern und Expert:innen in Dialog treten und die Rahmenbedingungen für die Branche mitgestalten.

  • Information

    Vom breiten Serviceangebot unter anderem bestehend aus Veranstaltungen, Mustervorlagen, Newslettern und persönlichen Gesprächen profitieren.

  • Vertretung

    Eine stärkere Stimme für die Interessen der Branche gegenüber politischen Repräsentant:innen und weiteren gesundheitspolitischen Akteur:innen erhalten.

  • Netzwerk

    An Austauschformaten mit anderen an der Versorgung beteiligten Akteur:innen, darunter Krankenkassen, Ärzteschaft oder Pflege teilnehmen.

Die Akademie

Von Compliance über Nachhaltigkeit bis hin zu Kommunikation. Unsere Akademie bietet der MedTech-Community eine Vielfalt an Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung an. Entdecken Sie unsere Seminare, Workshops und Kongresse.

Zu den Veranstaltungen