Empfehlung zur Anwendung eines vorläufigen Bundesbasisfallwertes 2021

Download des Dokumentes

In der am 1. Januar 2021 geltenden Fassung des § 10 Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) wird erstmals für das Jahr 2021 eine geänderte Vereinbarung des Bundbasisfallwertes eingeführt. Dies bedeutet, dass der Bundesbasisfallwert für das laufende Jahr erst bis zum 31. März eines jeden Jahres veröffentlicht wird.

Die Mitgliedsunternehmen des BVMed nutzen den Bundesbasisfallwert bisher regelhaft zur vereinfachten Erlösdarstellung in deren Informationsunterlagen. Der Fachbereich DRG des BVMed stellt mit diesem Dokument eine Analyse und Empfehlung für eine einheitliche Darstellung der DRG-Erlöse in den Vertriebsunterlagen für die Ansprechpartner in den Krankenhäusern bereit.

Der Bundesbasisfallwert wird ab dem Jahr 2021 nicht mehr prospektiv aus dem gewichteten Durchschnitt der Landesbasisfallwerte des laufenden Jahres zuzüglich des Veränderungswertes für den Vertragszeitraum vereinbart. Stattdessen beauftragen die Vertragsparteien auf Bundesebene das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK), einen einheitlichen Basisfallwert und einen einheitlichen Basisfallwertkorridor auf der Grundlage der in den jeweils geltenden abzurechnenden Basisfallwerte wie folgt zu berechnen.

Vereinbarung der Landesbasisfallwerte z. B. für 2021

§ 10 Abs. 10 KHEntgG
Die Vereinbarung des Basisfallwerts oder des angeglichenen Basisfallwerts nach Absatz 8 Satz 5 und 7 ist bis zum 30. November jeden Jahres zu schließen. Die Vertragsparteien auf Landesebene nehmen die Verhandlungen unverzüglich auf, nachdem eine Partei dazu schriftlich aufgefordert hat. Die Vereinbarung kommt durch Einigung zwischen den Parteien zustande, die an der Verhandlung teilgenommen haben; sie ist schriftlich abzuschließen. Kommt eine Vereinbarung bis zu diesem Zeitpunkt nicht zustande, setzt die Schiedsstelle nach § 13 den Basisfallwert auf Antrag einer Vertragspartei auf Landesebene unverzüglich fest. Abweichend von Satz 4 setzt ab dem 1. Januar 2020 die Schiedsstelle den Basisfallwert ohne Antrag einer Vertragspartei innerhalb der Frist gemäß § 13 Absatz 2 fest, wenn eine Vereinbarung bis zum 30. November nicht zustande kommt.

Vereinbarung des Bundesbasisfallwertes z. B. für 2021
§ 10 Abs. 9 KHEntgG
Die Vertragsparteien auf Bundesebene beauftragen das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus, einen einheitlichen Basisfallwert und einen einheitlichen Basisfallwertkorridor nach Maßgabe der folgenden Sätze auf der Grundlage der in den Ländern jeweils geltenden, abzurechnenden Basisfallwerte zu berechnen. Dabei werden die einzelnen Basisfallwerte einschließlich Berichtigungen und ohne Ausgleiche mit der Summe der effektiven Bewertungsrelationen gewichtet, die bei ihrer Vereinbarung zu Grunde gelegt wurden. Für die Berechnung meldet die an der Vereinbarung des Basisfallwerts beteiligte Landeskrankenhausgesellschaft bis zum 28. Februar jeden Jahres den für das laufende Jahr vereinbarten oder festgesetzten Basisfallwert einschließlich Berichtigungen und ohne Ausgleiche, das bei seiner Vereinbarung zu Grunde gelegte Ausgabenvolumen und die Summe der effektiven Bewertungsrelationen an das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus. Sind diese Werte für ein Land bis zu diesem Termin nicht vereinbart und übermittelt, berechnet das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus den einheitlichen Basisfallwert mit den Vorjahreswerten für dieses Land. Das Berechnungsergebnis des DRG-Instituts ist den Vertragsparteien auf Bundesebene spätestens bis zum 15. März jeden Jahres vorzulegen; die Vertragsparteien auf Bundesebene vereinbaren das Berechnungsergebnis als einheitlichen Basisfallwert und davon ausgehend den einheitlichen Basisfallwertkorridor bis zum 31. März jeden Jahres. Kommt eine Vereinbarung nicht zustande, entscheidet auf Antrag einer Vertragspartei die Schiedsstelle nach § 18a Abs. 6 des Krankenhausfinanzierungsgesetzes.

Handlungsempfehlung
Im Sinne einer zeitnahen und einheitlichen Darstellung empfehlen die Sprecher des FB DRG den anfragenden Unternehmen die Nutzung eines entsprechend kenntlich gemachten fiktiven Bundesbasisfallwertes in Höhe von 3.750 Euro für das Jahr 2021.

Darstellungsvorschlag
Bundesbasisfallwert fiktiv 3.750 Euro*
*Die Berechnung der Erlöse in dieser Unterlage erfolgt mittels fiktivem Bundesbasisfallwert in Höhe von 3.750 Euro. Gemäß der ab dem 1. Januar 2021 gelten Fassung des § 10 KHEntgG wird der Bundesbasisfallwert erst bis zum 31. März eines jeden Jahres veröffentlicht und stand daher zu dem Zeitpunkt der Erstellung dieser Unterlage nicht zur Verfügung. Die krankenhausindividuellen Erlöskalkulationen sollten davon unabhängig mit dem jeweils geltenden Landesbasisfallwert erfolgen.

Herleitung der Empfehlung
Die vereinfachte Erlösdarstellung mittels fiktivem Bundesbasisfallwert ohne Nachkommastellen ist eine weitgehende Annäherung an einen zu erwartenden Bundesbasisfallwert. Hierzu wurden die Landesbasisfallwerte 2020 zzgl. Veränderungsrate 2021 (Veränderungswert: 2,53 %) als auch erste Veröffentlichungen der Landesbasisfallwerte 2021 berücksichtigt. Im aktuellen DRG-Browser der DRG-Research Group Münster ist für 2021 ebenfalls der Basisfallwertbetrag von 3.750,00 Euro hinterlegt.

Dies ist eine Empfehlung und soll einer Vereinheitlichung zu einer vereinfachten Darstellung über den Bundesbasisfallwert dienen und Unsicherheiten bei den Leistungserbringern vermeiden. Unabhängig davon sollte eine krankenhausindividuelle Erlöskalkulation mit dem jeweils gültigen Landesbasisfallwert erfolgen.
  • Änderungen zum Bundesbasisfallwert 2021


©1999 - 2021 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik