Gelenkersatz

EPRD-Jahresbericht 2016 – Register entwickelt sich dynamisch, Ergebnisse gewinnen an Schärfe

Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) veröffentlicht seinen zweiten Jahresbericht, online abrufbar unter www.eprd.de. Seit Beginn der Datenerfassung in 2012 wurden dem EPRD bis heute mehr als 600.000 Operationen übermittelt, und das Wachstum hält nach wie vor an. Damit ist es auf dem besten Weg, das fallzahlenstärkste Register für künstliche Hüft- und Kniegelenke weltweit zu werden. Zwar ist es für mittel- und langfristige Ergebnisse noch zu früh, erste richtungsweisende Informationen für Operateure und Implantatehersteller bietet das EPRD aber bereits jetzt.

Anhand der Registerdaten wurde erstmals untersucht, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk in den ersten beiden Jahren nach dem Ersteingriff gewechselt werden muss. Ein Ergebnis ist zum Beispiel, dass bei Versorgungen mit Ersatz des gesamten Hüftgelenks nach einer Oberschenkelknochenfraktur die Wahrscheinlichkeit für eine Wechseloperation doppelt so hoch ist wie bei einer Versorgung, bei der der Zeitpunkt des Eingriffs frei gewählt werden kann.

Auch bestimmte Begleiterkrankungen wie Depressionen, Übergewicht oder Diabetes haben einen erheblichen Einfluss. Die Wahrscheinlichkeit, dass beim Vorliegen einer dieser Erkrankungen eine Wechseloperation notwendig wird, ist bei den betroffenen Patienten höher als bei Patienten ohne entsprechende Diagnose.

Das Register will langfristig die Qualität der künstlichen Hüft- und Kniegelenke beurteilen und frühzeitig auf etwaige Qualitätsprobleme bei Implantaten oder Versorgungsformen hinweisen. Damit soll die Zahl der vermeidbaren Wechseloperationen verringert werden. Bereits jetzt arbeitet das EPRD gemeinsam mit anderen nationalen Registern daran, die Auswertungen immer weiter zu spezifizieren, um das Wissen über Stärken und Schwächen auf Implantate und Versorgungsformen anwenden zu können.

Das EPRD wird finanziell, organisatorisch und mit Know-how vom AOK-Bundesverband, dem Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) und dem Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) unterstützt. Beim Aufbau des Registers hatte sich auch die Deutsche Arthrose-Hilfe engagiert. Vom Bundesministerium für Gesundheit erhielt das EPRD mehrfach Fördermittel. Als gemeinnützige GmbH und 100-prozentige Tochter der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) ist das EPRD ausschließlich wissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet. Transparente Prozesse sowie die Unabhängigkeit und Neutralität der Auswertungen sind wesentliche Rahmenbedingungen des EPRD.

Zahlen und Fakten zu Registerdaten für 2016
  • Mit mehr als 245 000 im EPRD dokumentierten Operationen betrug die Erfassungsrate für 2016 etwa 56 % aller in Deutschland durchgeführten endoprothetischen Eingriffe (440 000) an Knie und Hüfte. Für das laufende Jahr wird eine weitere Steigerung der Erfassungsrate erwartet.
  • Für 2016 erreichten das Register Dokumentationen aus 673 Krankenhäusern.
  • In Deutschland werden Hüftversorgungen mit einem Anteil von 56 % häufiger vorgenommen als Knieversorgungen (44 %). Dies entspricht weitestgehend den Gegebenheiten in Kontinentaleuropa.
  • Mit Anteilen von 60,4 % bzw. 39,6 % unterzogen sich deutlich mehr Frauen als Männer einem hüftendoprothetischen Eingriff.

Quelle: EPRD-Pressemeldung vom 24. Oktober 2017
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