Telemonitoring Infoservice „Fernnachsorge“ für Patient:innen mit einem implantierten Herzgerät
Fernnachsorge ermöglicht es, wichtige Gesundheitsdaten von implantierten Herzgeräten sicher an das behandelnde Ärzt:innenteam zu übermitteln. Veränderungen können so frühzeitig erkannt, Routinekontrollen teilweise telemedizinisch durchgeführt und unnötige Praxisbesuche vermieden werden. Der BVMed-Infoservice fasst für Patient:innen die Funktionsweise, Formen und Vorteile der Fernnachsorge zusammen (hierExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab. als PDF herunterladen).
07.09.2026
Moderne implantierbare Herzgeräte können heute viele wichtige Daten automatisch an Ihr Ärzt:innenteam senden. So können Veränderungen früh erkannt werden – oft schon, bevor Sie selbst etwas bemerken. Möglich wird dies durch einen sog. Transmitter – ein kleines Gerät oder eine Smartphone-App zur sicheren Übertragung der Daten Ihres Herzgeräts an Ihr Behandlungsteam.
- Ihr Herzgerät misst und speichert wichtige Gesundheitsdaten und sendet diese an den Transmitter.
- Der Transmitter übermittelt die Gesundheitsdaten an Ihr behandelndes Ärzt:innenteam.
- Medizinisches Fachpersonal überprüft regelmäßig die eingegangenen Daten.
- Falls erforderlich, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie Kontaktieren, um gemeinsam Maßnahmen zu besprechen.
Wie funktioniert die Fernnachsorge?
Ihr Herzgerät misst regelmäßig Daten, z. B. Ihren Herzrhythmus, Ihre Aktivität oder den technischen Zustand des Geräts. Der Transmitter empfängt diese Daten und die Informationen werden verschlüsselt (also geschützt vor Zugriff durch Unbefugte) an Ihr Behandlungsteam gesendet. Medizinisches Fachpersonal prüft die Daten und meldet sich bei Ihnen, wenn etwas auffällig ist.
Ihr Vorteil: Die Nutzung des Transmitters ist einfach, und funktioniert entweder durch einfache Bedienung oder vollständig automatisch.
Gut zu wissen: Sie können diesen auch mit auf Reisen nehmen, so dass Sie auch unterwegs überwacht werden können. Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Mobilfunkverbindung und eine Stromversor-gung an Ihrem Aufenthaltsort.
Wie sicher sind meine Daten?
Ihre Gesundheitsdaten werden verschlüsselt übertragen und sind vor unbefugtem Zugriff geschützt. Nur Ihr betreuendes Ärzt:innen-team und wenige technische Spezialist:innen haben Zugriff. Die Teilnahme ist freiwillig und kann jederzeit widerrufen werden.
Welche Formen der Fernnachsorge gibt es?
Es gibt zwei Formen:
Telemedizinische Funktionsanalyse (Funktionskontrolle des Geräts)
Bei dieser Form der Fernnachsorge werden zu festgelegten Zeitpunkten die gespeicherten Daten aus Ihrem Herzgerät abgefragt und an Ihr Behandlungsteam übermittelt. Dabei handelt es sich um die gleichen Informationen, die auch bei der Nachsorge vor Ort überprüft werden. Anhand dieser Daten wird überprüft, ob Ihr Herzgerät technisch einwandfrei arbeitet. Zum Beispiel werden u.a. der Batteriestatus, der Sitz und die Funktion der Elektrode (des dünnen Kabels, welche das Herzgerät mit Ihrem Herzen verbindet) und Herzrhythmusdaten kontrolliert. Die telemedizinische Funktionsanalyse kann hierbei Praxisbesuche vor Ort ersetzen, ohne dass dies ein Verlust an Sicherheit darstellt. Im Gegenteil, die Sicherheit wird dadurch noch erhöht, dass Abweichungen frühzeitig erkannt und ggf. notwendige Maßnahmen viel schneller ergriffen werden können.
Telemonitoring bei Herzschwäche
Bei einer sog. Herzschwäche ist das Herz geschwächt und kann nicht mehr genug Blut durch den Körper pumpen, in der Folge fällt die Leistungsfähigkeit ab. Ihr Herzgerät kann in diesem Zusammenhang wichtige zusätzliche Hinweise für Ihre Behandlung liefern, zum Beispiel über Flüssigkeitsansammlungen im Körper, Veränderungen der Herzaktivität oder auffällige Herzrhythmen. Diese Informationen werden durch das Telemonitoring frühzeitig an Ihr Behandlungsteam übermittelt und ermöglichen es dem Team, schneller zu reagieren und ggf. gemeinsam mit Ihnen Maßnahmen zu ergreifen, um Ihre Behandlung zu verbessern.
Wie kann ich an der Fernnachsorge teilnehmen?
Besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob die Fernnachsorge für Sie sinnvoll ist.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei bestehender Indikation die Kosten für die telemedizinische Fernnachsorge und das Telemonitoring bei Herzschwäche. Ihr betreuender Arzt bzw. Ihre betreuende Ärztin prüft zunächst die Erfüllung der medizinischen Anforderungen. Sind diese erfüllt, übernimmt Ihre gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die Fernnachsorge.
Bitte beachten Sie: Die Fernnachsorge ist kein Notfallsystem und ersetzt keinen Notruf. Wenn Sie akute Beschwerden oder plötzliches Unwohlsein haben, wenden Sie sich bitte sofort an Ihr behandelndes Ärzteteam oder den ärztlichen Notdienst.
Ihre Vorteile auf einen Blick
- Frühzeitig Veränderungen erkennen: Herzgeräte mit Telemedizin können gesundheitliche Veränderungen erkennen, bevor Sie sich krank fühlen. Ärztinnen und Ärzte können Sie damit früher und besser behandeln.
- Mehr Sicherheit im Alltag: Sie können sich darauf verlassen, dass medizinisches Fachpersonal Ihre Gesundheit engmaschig begleitet und schnell auf Veränderungen reagiert.
- Weniger Wege in die Praxis: Viele Routinekontrollen können telemedizinisch erfolgen, einfach, bequem und sicher.
- Mehr Lebensqualität: Menschen mit fortgeschrittener Herzschwäche können durch telemedizi-nische Betreuung länger und mit besserer Qualität leben und müssen seltener ins Krankenhaus.
- Kostenfrei für Sie: Die Kosten für das Telemonitoring und den Transmitter übernimmt i.d.R. Ihre gesetzliche Krankenkasse. Auch Private Krankenkassen erstatten oftmals die Leistung, sprechen Sie dies im Vorfeld mit Ihrer Versicherung ab.
- Direkte Suchmöglichkeit nach Kardiolog:innen in der Nähe: 116117.deExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab. (Suchbegriff: Telemonitoring bei Herzinsuffizienz)
- Grafische Aufbereitung des Versorgungsprozesses: KBV Qualitätsbericht 2023 (Berichtsjahr 2022)Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.
- Weitere Informationen: KBV - Telemonitoring HerzinsuffizienzExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.
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