- Herz-Kreislauf-Erkrankungen WifOR-Studie im Auftrag des BVMed: MedTech-Innovationen können Krankheitslast der koronaren Herzkrankheit verringern
Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist nicht nur eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen, sondern auch ein bedeutender wirtschaftlicher Belastungsfaktor. Das zeigt eine Studie des WifOR Institute im Auftrag des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed). Demnach entstand in Deutschland im Jahr 2024 eine Krankheitslast in Höhe von 59,4 Milliarden Euro, verursacht durch Produktivitätsverluste aus bezahlter und unbezahlter Arbeit. Die Studie, die auf der BVMed-Jahrespressekonferenz präsentiert wurde, zeigt auch: Medizintechnische Innovationen haben das Potenzial, einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung dieser Krankheitslast zu leisten.
PressemeldungBerlin, 06.10.2026, 72/26
Angesichts des demografischen Wandels, des zunehmenden Fachkräftemangels und des steigenden Drucks auf die sozialen Sicherungssysteme gewinnt die Reduzierung der Krankheitslast an gesundheits- und wirtschaftspolitischer Bedeutung.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) stellen seit Jahren die häufigste Todesursache in Deutschland dar und verursachen gleichzeitig erhebliche volkswirtschaftliche Belastungen durch Produktivitätsverluste, vorzeitige Berentung, Arbeitsausfälle sowie steigende Gesundheits- und Pflegekosten. Analysen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass die koronare Herzkrankheit (KHK) gemessen an den „Disability-Adjusted Life Years“ (DALYs) die höchste Krankheitslast aller untersuchten Erkrankungen in Deutschland verursacht. Die KHK umfasst alle Erkrankungen, die durch eine Verminderung oder Unterbrechung der Blutversorgung des Herzmuskels infolge atherosklerotischer Veränderungen der Herzkranzgefäße (Koronararterien) verursacht werden.
Die WifOR-Studie „Quantifizierung der gesundheitlichen und sozioökonomischen Krankheitslast der koronaren Herzkrankheit in Deutschland“ zeigt erstmals die gesundheitliche und sozioökonomische Krankheitslast der KHK in Deutschland in einer integrierten Betrachtung.
Ein Ergebnis: Auf Basis der aktuellen Abschätzung der gesundheitlichen Krankheitslast des RKI für das Jahr 2022 betrug die sozioökonomische Krankheitslast der KHK in Deutschland im Jahr 2024 rund 59,4 Milliarden Euro. Mit etwa 44,8 Milliarden Euro entfielen rund drei Viertel der sozioökonomischen Krankheitslast auf Männer.
WifOR Institute-CEO Prof. Dr. Dennis A. Ostwald: „Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die KHK nicht nur eine erhebliche gesundheitliche, sondern zugleich eine bedeutende volkswirtschaftliche Belastung darstellt.“
Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass medizintechnische Innovationen ein erhebliches Potenzial zur Verringerung dieser Krankheitslast bieten. „Bereits heute tragen innovative diagnostische Verfahren, interventionelle Behandlungen und eine kontinuierliche Nachsorge dazu bei, Morbidität und Mortalität zu reduzieren sowie Erwerbsfähigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und die Entlastung von Angehörigen zu fördern“, heißt es in der Studie. Erhebliche gesundheitliche und wirtschaftliche Effekte können dabei insbesondere durch folgende Maßnahmen erzielt werden:
- Identifikation von Risikopersonen,
- Früherkennung,
- präzisere Auswahl diagnostischer und therapeutischer Verfahren sowie
- Monitoring und Unterstützung der Therapietreue.
BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll: „Die WifOR-Studie zeigt, dass die koronare Herzkrankheit mit starken gesundheitlichen und wirtschaftlichen Belastungen verbunden ist. Medizintechnik kann dazu beitragen, diese Belastungen zu verringern: Sie hilft, Erwerbsbiografien zu stabilisieren, Angehörige zu entlasten und Produktivitätsverluste zu reduzieren. Investitionen ins Gesundheitswesen können damit langfristig die Gesundheit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands fördern.“
Das Fazit von WifOR Institute und BVMed: Die MedTech-Branche nimmt eine Schlüsselrolle ein, indem sie Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Nachsorge entlang des gesamten Versorgungspfades unterstützt und so einen messbaren Beitrag zur gesundheitlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Resilienz leistet.
Die Studie kann von folgenden Webseiten heruntergeladen werden:
www.wifor.com/de/Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.
www.bvmed.de/khk-studie
Zur Studie:
Der BVMed beauftragte im Herbst 2025 das WifOR Institut mit einer Studie zur Quantifizierung der gesundheitlichen und sozioökonomischen Last der koronaren Herzkrankheit (KHK) in Deutschland. Ziel war die Ermittlung der Gesamtlast der KHK für die deutsche Bevölkerung – sowohl der gesundheitlichen Krankheitslast, ausgedrückt in „Disability-Adjusted Life Years“ (DALYs), als auch der sozioökonomischen Belastung, ausgedrückt z. B. in Produktivitätsverlusten. Neben den klassischen Kennzahlen der Krankheitslast, wie der Anzahl verlorener gesunder Lebensjahre durch KHK, ermöglicht die Studie auch die Quantifizierung der sozioökonomischen Auswirkungen der Erkrankung.
