MedTech-Branche gewinnt für Zulieferer an Bedeutung
Die Medizintechnik-Branche wird für die Zulieferindustrie immer wichtiger. Das betont Niklas Kuczaty, Geschäftsführer von VDMA HealthTech und Sprecher des BVMed-Fachbereichs Zulieferer. Zulieferer liefern dabei nicht nur Teile oder Anlagen, sondern auch technologische Schlüsselkompetenzen, die Innovation, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Branche sichern. Besonders in Deutschland bilden sie das technologische Fundament einer der dynamischsten Industriebranchen weltweit. Der BVMed setzt die Bedeutung der Zulieferer mit einem neuen Themenportal unter www.bvmed.de/zulieferer in den Fokus – mit Hintergrundartikeln zu den Branchenherausforderungen, Interviews und Gastbeiträgen.
PressemeldungBerlin, 09.01.2026, 02/26
© Freudenberg Medical
Die MedTech-Zulieferindustrie ist vielfältig. Zu ihr zählen Bereiche wie Materialentwicklung, Herstellung von Komponenten oder Anlagen- und Maschinenbau. Die Zulieferer tragen dazu bei, dass die Produkte der Medizintechnik höchste Qualitätsmaßstäbe erfüllen und dem Gesundheitswesen verlässlich zur Verfügung stehen.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den MedTech-Unternehmen? „Das Verhältnis ist ein besonderes“, meint Kuczaty, „denn man ist stärker aufeinander angewiesen als in den meisten anderen Branchen. Ein Hersteller kann einen Zulieferer nicht einfach wechseln. Komponenten und deren Spezifikationen unterliegen aufgrund der MDR einem strengen Änderungsmanagement. Herstellungsprozesse oder Grundstoffe dürfen nicht einseitig geändert werden. Wir haben daher in der Regel langjährige Beziehungen, zumal die Partner Produkte oftmals auch gemeinsam entwickeln.“
Diese Besonderheit bestätigt auch Rüdiger Gall, Stellvertretender Sprecher des BVMed-Fachbereichs und General Manager bei Freudenberg Medical Europe: „Die Zusammenarbeit zwischen Zulieferern und MedTech-Herstellern ist durchaus eng.“ Der Grad an Unterstützung variiert dabei erheblich. „Manche Hersteller kommen mit einer einfachen Zeichnung zu uns und wir unterstützen komplett vom Erstkonzept über die Entwicklung bis hin zur Zulassung. Andere Kunden haben schon konkrete Konzepte. Da helfen wir etwa bei der Auswahl geeigneter Materialien und passen gemeinsam das Design so an, dass große Stückzahlen wirtschaftlich produziert werden können.“ Große Hersteller hingegen übermitteln in der Regel bereits fertige Spezifikationen, die dann 1:1 umgesetzt werden. Dort sei die Rolle der Zulieferer eher ausführend, gemeinsame Diskussionen beträfen eher Details wie die Prozessoptimierung.
Niklas Kuczaty vom Maschinenbauverband VDMA nennt noch einen weiteren wichtigen Typ von Zulieferer: „Unsere Unternehmen entwickeln und liefern Anlagen und Maschinen, um MedTech-Produkte überhaupt produzieren zu können.“ Das reiche von Massenprodukten wie Spritzen oder Verbänden bis hin zu sehr spezifischen Geräten für die teilautomatisierte Produktion von Implantaten. Auch hier sei die Absprache zwischen den Zulieferern und den Herstellern sehr eng, teils werden neue Maschinen für die Fertigung von Komponenten oder ganzen Medizinprodukten eigens entwickelt.
Mehr Informationen zum Thema gibt es unter www.bvmed.de/zulieferer.
An einer Mitarbeit im Fachbereich interessierte Zulieferer können sich an Christopher Kipp, kipp@bvmed.de, wenden.
