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 - Hilfsmittel BVMed zum TK-Plan: „Hilfsmittel-Ausschreibungen führen zu Versorgungsdefiziten, ohne zu sparen“

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) äußert sich kritisch zum 10-Punkte-Plan der Techniker Krankenkasse (TK) für Kosteneinsparungen im Krankenkassensystem. Die TK fordert unter anderem die Wiedereinführung von Hilfsmittel-Ausschreibungen. Dazu BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll: „Ausschreibungen sind und bleiben keine Option, da sie zu einer Verschlechterung der Patient:innen-Versorgung mit Hilfsmitteln geführt haben und zu Recht abgeschafft wurden. Außerdem haben Ausschreibungen in der Vergangenheit keine nachhaltigen Ausgabenreduktionen bewirkt.“

PressemeldungBerlin, 14.08.2025, 71/25

© BVMed Bild herunterladen Die wiederholt vorgebrachten Forderungen einiger Krankenkassen nach Wiedereinführung von Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich bedeuten nach Ansicht des deutschen MedTech-Verbandes „Sparen zu Lasten der Versicherten und der Versorgungsqualität“. Die von der TK genannten 350 Millionen Euro Einsparungen beruhen auf theoretischen Modellrechnungen, die empirisch nicht belegt sind. In der Phase der Ausschreibungen in den 2010er Jahren habe es keinen Spareffekt gegeben, vielmehr ein unterproportionales Wachstum der Hilfsmittelausgaben im Vergleich zu anderen Bereichen. Nach der gesetzlichen Abschaffung der Hilfsmittel-Ausschreibungen 2019 habe es auch keinen sprunghaften Anstieg der Ausgaben gegeben, so der BVMed.

Eine deutliche Folge habe es durch die Ausschreibungen gegeben: Qualitätseinbußen und Versorgungsschäden durch das Billigstbieterprinzip. Weitere negative Auswirkungen waren regionale Versorgungslücken sowie eine eingeschränkte Wahlfreiheit der Versicherten. Insbesondere bei multimorbiden Hilfsmittel-Versorgungen sei es zu Verzögerungen gekommen. „Diese Probleme führten 2019 zur gesetzlichen Abschaffung der Hilfsmittel-Ausschreibungen. Das war richtig so – und muss auch so bleiben“, so BVMed-Geschäftsführer Möll.

Die Ursachen der aktuellen Ausgabenentwicklung liegen nach Ansicht des BVMed nicht an Preissteigerungen, sondern an der demografischen Entwicklung mit immer mehr älteren Versicherten mit höherem Versorgungsbedarf, dem medizinisch-technischen Fortschritt, der zunehmenden Inanspruchnahme bei chronischen Erkrankungen und dem zunehmenden Patientenwunsch nach selbstbestimmter Versorgung zu Hause.

Der BVMed verweist zudem darauf, dass die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für medizinische Hilfsmittel wie Inkontinenz- und Stomaprodukte oder Rollstühle 2024 trotz der demografischen Entwicklung moderat und unterdurchschnittlich gestiegen sind.

„Anders als in anderen Bereichen gibt es bei den Hilfsmittelverträgen keine jährliche Anpassung an generelle Kostensteigerungen. Durch diese Kontinuität der Verträge im Hilfsmittelbereich gab es grundsätzlich seit Jahren keine Preisanpassungen. Allein die fehlende Anpassung an die allgemeine Preis- und Grundlohnentwicklung führt dazu, dass Nachlässe für die GKV im zweistelligen Prozentbereich entstehen“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Bedeutung der Hilfsmittel-Versorgung steigt

Hilfsmittel sind unentbehrlich für Pflege und Gesundheitsversorgung sowie zentral für eine diverse und inklusive Gesellschaft. Patient:innen sind auf eine gute und sichere Versorgung mit Hilfsmitteln angewiesen – zur Verbesserung der Gesundheit, der Lebensqualität und zur selbstbestimmten und gleichgestellten Teilhabe am sozialen Leben.

Darüber hinaus sichern Hilfsmittel den Verbleib von Patient:innen in der häuslichen Umgebung auch dann, wenn vor Ort kein Pflegedienst oder Pflegeheim mehr verfügbar ist und die Versorgung durch Angehörige, Nachbarn oder andere Bezugspersonen übernommen wird. Damit leisten Hilfsmittel einen entscheidenden Beitrag, um stationäre Aufenthalte zu vermeiden und die Eigenständigkeit der Betroffenen zu erhalten.

Eine alternde Gesellschaft wird mehr Hilfsmittel benötigen – und die verstärkte Ambulantisierung, mit einhergehendem Fachkräftemangel wird noch mehr Anforderungen an die häusliche Versorgung stellen. Vor diesem Hintergrund muss die Kostenbetrachtung weg von der „Silo-Betrachtungen“ einzelner Leistungsbereiche hin zu einer Gesamtbetrachtung der Versorgungskosten gehen. Hilfsmittel, die stationäre Versorgung verhindern oder verkürzen, senken insgesamt die Kosten im Gesundheitssystem – auch wenn sie im eigenen Budgetbereich zunächst höher erscheinen.

Der BVMed spricht sich deshalb dafür aus, die Hilfsmittelversorgung zu stärken, ein Therapiemanagement insbesondere für beratungsintensive Hilfsmittel einzuführen sowie die immensen bürokratischen Belastungen durch eine Harmonisierung und Vereinfachung der Administrations- und Abrechnungsprozesse mit den Krankenkassen abzubauen.

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