- Gesetzliche Krankenversicherung BVMed unterstützt Präventionsoffensive des BMG: „Technologielösungen stärker einbeziehen“
Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) unterstützt das Ziel der vom Bundesgesundheitsministerium gestarteten Präventionsoffensive, Prävention zu einer tragenden Säule der Gesundheitsversorgung zu entwickeln. „Wir müssen Krankheiten möglichst verhindern, Risiken frühzeitig erkennen und rechtzeitig gegensteuern. Dabei sind Medizintechnologien ein zentraler Schlüssel“, betont BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll.
PressemeldungBerlin, 20.07.2026, 54/26
© BVMed / Tina Eichner
Medizinprodukte, digitale Technologien und bessere Datennutzung können nach Ansicht des deutschen MedTech-Verbandes Prävention und Früherkennung deutlich verbessern. Medizintechnologische Lösungen sollten deshalb konsequent für Prävention genutzt werden. Dazu gehören auch Wearables, Telemonitoring, digitale Monitoring-Systeme, moderne Diagnostik, Sensorik sowie eine KI-gestützte Auswertung.
„Wir müssen Versorgung neu denken: Prävention sollte sektorenübergreifend organisiert werden – von der Früherkennung über Homecare bis zur Langzeitbetreuung chronisch erkrankter Personen“, fordert Möll. Voraussetzung dafür ist eine verantwortungsvolle und datenschutzkonforme Nutzung von Gesundheitsdaten. Nur wenn Gesundheitsdaten besser genutzt werden können, lassen sich individuelle Risiken früher erkennen und Präventionsmaßnahmen gezielter ausrichten.
Besonders wichtig sind dem BVMed bessere Versorgungskonzepte für Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Adipositas und Krebs. Eine wirksame Prävention verbessert nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen, sondern trägt auch dazu bei, steigende Gesundheits- und Pflegekosten langfristig zu begrenzen.
Zu den Forderungen des BVMed im Rahmen der Präventionsoffensive gehören unter anderem folgende Punkte:
- Eine effiziente und verbesserte Herz-Kreislauf-Strategie mit regelmäßigen Check-ups für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, beispielsweise im Alter von 25, 35, 50 und 65 Jahren, um die Früherkennung bei Erwachsenen zu verbessern.
- Eine verbesserte Diabetes- und Adipositas-Strategie, die eine gesünder älter werdende Bevölkerung unterstützt und mittelfristig Kosten für das Gesundheitssystem spart. Moderne Diabetestechnologien leisten einen wichtigen Beitrag bei der Sekundärprävention von Typ-2-Diabetes und können durch einen frühzeitigeren Einsatz dabei unterstützen, den Fortschritt der Erkrankung zu verzögern oder sogar aufzuhalten. Durch eine Weiterentwicklung der Disease-Management-Programme (DMP) sollte die multimodale und interdisziplinäre Zusammenarbeit gestärkt werden.
- Eine bessere Infektionsprävention – unter anderem durch eine nationale Präventionsstrategie gegen nosokomiale Infektionen, mehr Hygienefachpersonal, bessere Datenerfassung, einen konsequenten Einsatz geeigneter Medizinprodukte sowie sektorenübergreifende Hygienekonzepte. Gerade Krankenhausinfektionen sollen dadurch wirksamer verhindert werden.
- Eine nationale Wundstrategie, die die anhaltenden Herausforderungen insbesondere in der Versorgung von Patient:innen mit chronischen Wunden ganzheitlich adressiert. Adäquate, multidisziplinäre und vernetzte Versorgungskonzepte sind hierfür ebenso wesentlich wie die Förderung von Versorgungsforschung und die Öffnung für digitale Prozesse und Produkte.
- Homecare als zwingender Bestandteil einer präventionsorientierten Gesundheitsversorgung. Im Rahmen der häuslichen Versorgung mit Medizinprodukten erkennen die Homecare-Versorger individuelle Risiken oder Komplikationen und können gezielt gegensteuern. Die qualifizierte Begleitung durch Homecare in der Häuslichkeit unterstützt zudem dabei, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden, die Selbstständigkeit der Patient:innen zu stärken und das Gesundheitssystem nachhaltig zu entlasten. Dies setzt jedoch adäquate, qualitätssichernde Rahmenbedingungen voraus.
- Eine schnellere Integration präventionsrelevanter Innovationen in die Versorgung. Medizintechnologische Lösungen mit nachweisbarem Nutzen für Prävention und Früherkennung sollten zügig bewertet und in die Regelversorgung überführt werden, damit Patient:innen frühzeitig von innovativen Technologien profitieren können.
Dr. Marc-Pierre Möll: „Bei allen sinnvollen Präventionsbemühungen müssen wir Gesundheitsdaten besser nutzen, um Risiken früher zu erkennen, Versorgung zu personalisieren, Präventionsprogramme gezielter auszurichten und Versorgungsergebnisse kontinuierlich zu verbessern.“
