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 - Branche Kabinettsumbildung: Gesundheit als Investition begreifen

Bei der Vorstellung seiner Kabinettsumbildung machte Bundeskanzler Friedrich Merz deutlich, dass die Medizintechnik ein wesentlicher Treiber einer stark wachsenden Volkswirtschaft ist. Dabei betonte er: Der gesamte „Gesundheitssektor, den wir leider viel zu häufig als reinen Kostenfaktor betrachten, ist ein ganz wesentlicher Teil unseres gesellschaftlichen Lebens.“ Mit diesem Hinweis auf ein wichtiges Umdenken wurde Carsten Linnemann als neuer Bundesgesundheitsminister vorgestellt.

Artikel24.07.2026

Am 24. Juli 2026 stellte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) seinen Kabinettsumbau vor: Nina Warken (CDU) wechselt als neue Kanzleramtschefin ins Bundeskanzleramt, ihr folgt der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als Bundesgesundheitsminister. Linnemann übernehme, so Merz, ein Ministerium, das für den „am schnellsten wachsenden Sektor unserer Volkswirtschaft“ stehe – eine gut funktionierende Industrie, angefangen „von der pharmazeutischen Industrie über die Medizintechnik bis hin zu vielen anderen Einrichtungen und Krankenhäusern.“

Auszug aus der Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz

Carsten Linnemann übernimmt ein Ministerium, das für den am schnellsten wachsenden Sektor unserer Volkswirtschaft steht. Der gesamte Gesundheitssektor, den wir leider viel zu häufig als reinen Kostenfaktor betrachten, ist ein ganz wesentlicher Teil unseres gesellschaftlichen Lebens. Gesundheit, Pflege, Vorsorge für das Alter sind das eine. Aber eine gut funktionierende Industrie, die angefangen von der pharmazeutischen Industrie über die Medizintechnik bis hin zu vielen anderen Themen, Einrichtungen und Krankenhäusern, sind ein großer und der am schnellsten wachsende Teil unserer Volkswirtschaft. Auch dafür wird Carsten Linnemann die Verantwortung übernehmen. Mit der Pflegereform und weiteren strukturellen Reformen in der Gesundheitspolitik werden nun wirklich große Reformvorhaben dieser Wahlperiode umgesetzt. Wir müssen den Reformkurs beibehalten, und dafür braucht es einen Minister, der standfest und reformwillig zugleich ist, auch im Gegenwind.

Im Video (ab Minute 03:21):
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Die Gesundheitswirtschaft gehört zu den größten Branchen der deutschen Wirtschaft. Sie ist durch ihre Innovationskraft und ihre Beschäftigungsstärke – in der Gesundheitswirtschaft sind mehr Menschen als in der Automobilbranche tätig – ein Wachstumstreiber für die gesamte Volkswirtschaft.

Die wichtigsten Kennzahlen:

  • Die Gesundheitswirtschaft ist in den letzten zehn Jahren beständig gewachsen.
  • 2024 erbrachte sie 490,2 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung.
  • Das entspricht 12,5 Prozent der Bruttowertschöpfung in Deutschland.

Die Medizintechnik-Branche ist ein bedeutender Teil der Gesundheitswirtschaft und Leitwirtschaft in Deutschland. Dazu fünf Fakten:

  • Jobmotor: Die Medizintechnik-Branche beschäftigte im Jahr 2024 laut Gesundheitswirtschaftlicher Gesamtrechnung (GGR) des WifOR-Instituts in Deutschland insgesamt 212.100 Menschen. Ebenso beeindruckend ist die gesamtwirtschaftliche Beschäftigungswirkung mit rund 453.000 Erwerbstätigen.
  • Mittelständisch: 93 Prozent der MedTech-Unternehmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter.
  • Innovationstreiber: Die MedTech-Branche ist ein wichtiger Treiber des medizinischen Fortschritts. Im Durchschnitt investieren die MedTech-Unternehmen rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung
  • Umsatzstark: Die MedTech-Branche erwirtschaftete eine Bruttowertschöpfung von 19,7 Milliarden Euro. Nach der Wirtschaftsstatistik gab es 2024 in Deutschland 1.508 Medizintechnik-Hersteller mit mehr als 20 Beschäftigten, die einen Gesamtumsatz von über 41 Milliarden Euro erzielten. Mit Kleinstunternehmen sind es sogar über 55 Milliarden Euro.
  • Exportstark: Deutsche Medizintechnik ist auf dem Weltmarkt sehr erfolgreich. 68 Prozent des Medizintechnik-Umsatzes stammen aus dem Auslandsgeschäft.

Die Infografik zeigt einen Vergleich wichtiger Kennzahlen für die beiden Branchen Medizintechnik und Pharma. Der Vergleich zeigt: Die Medizintechnik-Branche steht für mehr als doppelt so viel Arbeitsplätze sowie mehr Produktionswert, Bruttowertschöpfung und Ausstrahleffekte auf andere Branchen © BVMed Ein Vergleich der Medizintechnik- mit der Pharma-Branche (Humanarzneimittel) auf der Grundlage der Zahlen der Bundesregierung aus der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung (GGR) zeigt: Die MedTech-Branche steht für mehr als doppelt so viel Arbeitsplätze sowie mehr Produktionswert, Bruttowertschöpfung und Ausstrahleffekte auf andere Branchen.

Diese wirtschaftlichen Zahlen sind aber nur ein Vorteil der MedTech-Branche. Die MedTech-Branche ist Teil der Lösung für die strukturellen Herausforderungen des Gesundheitssystems. Medizintechnologien machen Versorgungsprozesse effizienter, vermindern Krankheitstage und helfen durch Ambulantisierung, stationäre Aufenthalte zu vermeiden – und entlasten damit auch die Beitragszahler:innen. Und für jede:n Einzelnen von uns gilt: Moderne Medizintechnologien verbessern unsere Lebensqualität, retten und erhalten Leben.

Die Aussagen des Bundeskanzlers machen deutlich: Die MedTech-Branche ist ein zentraler Bestandteil einer leistungsfähigen Gesundheitsversorgung und zugleich ein wichtiger Innovations- und Wirtschaftsfaktor für den Standort Deutschland.

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