- Mittelstand Neue Förderbekanntmachung des BMFTR "KMU-innovativ: Medizintechnik"
Die Bundesregierung hat die Fördermaßnahme "KMU-innovativ: Medizintechnik" neu aufgelegt. Die detaillierte Förderrichtlinie wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) auf einer Infoveranstaltung am 17. März 2026 vorgestellt. Das KMU-Programm soll dazu beitragen, durch innovative medizintechnische Lösungen und digitale Gesundheitstechnologien die Patient:innenversorgung zu verbessern und die mittelständisch geprägte deutsche Medizintechnik zu stärken. Das Gesamtfördervolumen beträgt 40 Millionen Euro im Jahr.
ArtikelBerlin, 17.03.2026
© BMFTR
Die angepasste und neu ausgerichtete Förderrichtlinie "KMU-innovativ: Medizintechnik" steht im Zusammenhang mit der neue Hightech Agenda die Bundesregierung. Ziel ist, Innovationen schneller in die Versorgung zu bringen. Projektträger ist das VDI-Technologiezentrum.
Neue Themenfelder neben Diagnostik und Therapie sind die vorgelagerte Prävention sowie die nachgelagerte Nachsorge.
Gefördert werden industriegebundene Verbundprojekte der industriellen Forschung und experimentellen Entwicklung. Die Projekte müssen einen starken Anwendungsbezug haben sowie technologie- und themenoffen sein.
Ziele des Programms sind:
- Bessere Positionierung des KMU am Markt.
- Umsetzung vorrangig im ersten Gesundheitsmarkt.
- Deckung eines belegten Versorgungsbedarfs oder Effizienzsteigerung in der Gesundheitsversorgung.
Das Gesamtfördervolumen beträgt 40 Millionen Euro im Jahr. 50 Prozent der Fördermittel gehen an das KMU. Die Laufzeit der Förderung beträgt im Regelfall 36 Monate. Das Fördervolumen beträgt im Durchschnitt 1 Million Euro je gefördertem Projekt.
Großunternehmen erhalten keine Förderung, können aber an den Verbundprojekten beteiligt sein.
Stichtage für die Einreichung von Projektvorschlägen sind jeweils der 15. April und der 15. Oktober des Jahres.
Informationen des BMBF zum Förderprogramm
Die Medizintechnik nimmt sowohl bei der Behandlung von Krankheiten und einer Patientenversorgung auf höchstem Niveau als auch in der deutschen Wirtschaft eine wichtige Rolle ein. Damit dies so bleibt, setzt das BMFTR auf eine gezielte Förderung.
Die Medizintechnikbranche ist ein hochinnovativer und wachstumsstarker Industriezweig in der deutschen Gesundheitswirtschaft. Innovationen in der Medizintechnik bieten ein großes Potenzial für die Gesundheitsversorgung der Zukunft und zugleich große wirtschaftliche Chancen für Unternehmen in Deutschland. Jährlich verbuchen die Unternehmen etwa 30 Milliarden Euro Umsatz. Davon investieren sie 9 Prozent in die Forschung und Entwicklung neuer Medizinprodukte.
Medizintechnik aus Deutschland ist weltweit gefragt. Mit einer Exportquote von rund 65 Prozent sind die deutschen Firmen international gut aufgestellt und gehören in vielen Bereichen der Medizin zur Weltspitze. „Made in Germany“ gilt nach wie vor als Qualitätsgarant. Ausgangsbasis für den wirtschaftlichen Erfolg deutscher Medizintechnikunternehmen im In- und Ausland ist insbesondere die hohe Anzahl Innovationen – rund ein Drittel des Umsatzes erzielt die Branche mit Produkten, die jünger als drei Jahre sind.
Hochinnovativ in einem komplexen Markt
Das Umfeld, in welchem innovative Medizinprodukte entwickelt werden, ist sehr dynamisch und deutlich komplexer als in manch anderer Branche. Das liegt unter anderem an der Interdisziplinarität und an den anspruchsvollen regulatorischen Anforderungen im Gesundheitsbereich. Die Medizinprodukte müssen nicht nur technisch erforscht und realisiert, sondern auch klinisch erprobt werden.
Dabei gehören 90 Prozent der Firmen zum Mittelstand. Neben einigen großen Industrieunternehmen, die insbesondere bei Großgeräten den Markt dominieren, bilden die rund 1.300 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und ihre rund 140.000 Mitarbeiter das innovative Rückgrat der Branche.
Die Hersteller stehen derzeit vor großen Herausforderungen und geraten zunehmend unter Druck: Weltweit wandeln sich die Gesundheitssysteme und fokussieren stärker als je zuvor auf eine bedarfsorientierte Patientenversorgung. Zudem operieren die Firmen europaweit in einem immer stärker regulierten und kostenintensiven Marktumfeld. Der Prozess der Erforschung und Entwicklung medizintechnischer Lösungen ist damit zunehmend mit höherem Aufwand verbunden.
Förderanträge können ganzjährig eingereicht werden
Deshalb fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gezielt KMU mit der Maßnahme „KMU-innovativ: Medizintechnik“, um mit innovativen medizintechnischen Lösungen den Versorgungsalltag im Gesundheitswesen zu verbessern. Charakteristisch für die Fördermaßnahme sind die vereinfachten und beschleunigten Antrags- und Bewilligungsverfahren, ein Ausbau der Beratungsleistungen und die themen- sowie technologieoffene Ausgestaltung. Anwendungsorientiert forschende und entwickelnde Unternehmen können für industrielle Forschungs- und vorwettbewerbliche Entwicklungsvorhaben ganzjährig ihre Anträge einreichen.
Quelle: BMFTR-WebseiteExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab. (Stand: 17. März 2026)
Der amtliche VeröffentlichungstextExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab. des BMFTR ist unter dem folgenden Link zu finden sowie beim Bundesanzeiger unter BAnz AT 06.02.2026 B1:
https://medizintechnik.vdi-tz.de/-link3/26142/473/43/419/417/61DYO0r2/GfNHh04Rp5/0/YFqz0UmgYGThGdjQGhjL1GxkWScoW0JClHDnGGhlvzcExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.