Cookie-Einstellungen

Zur fortlaufenden Verbesserung unserer Angebote nutzen wir den Webanalysedienst matomo.

Dazu werden Cookies auf Ihrem Endgerät gespeichert, was uns eine Analyse der Benutzung unserer Webseite durch Sie ermöglicht. Die so erhobenen Informationen werden pseudonymisiert, ausschließlich auf unserem Server gespeichert und nicht mit anderen von uns erhobenen Daten zusammengeführt - so kann eine direkte Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über einen Klick auf "Cookies" im Seitenfuß widerrufen.

Weitere Informationen dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

 - Venöse Zugänge Frühzeitige Infektionserkennung und -vermeidung durch moderne Transparentverbände Gastbeitrag von Carsten Jenkner, 3M Deutschland GmbH

Mit der Entwicklung der Transparentverbände aus Polyurethan vor fast 40 Jahren hielt ein Novum Einzug in die Verbandmittellandschaft. Das hauchdünne Material vereinigt zahlreiche Vorteile und Möglichkeiten.

Artikel

© 3M Deutschland GmbH Mit der Entwicklung der Transparentverbände aus Polyurethan vor fast 40 Jahren hielt ein Novum Einzug in die Verbandmittellandschaft. Das hauchdünne Material vereinigt zahlreiche Vorteile und Möglichkeiten:

  • Das Material ist transparent und erlaubt damit die visuelle Kontrolle der Einstichstelle bei I.V. Kathetern – so können Infektionen frühzeitig erkannt werden.
  • Das Material ist semipermeabel und lässt Sauerstoff und Wasserdampf durch die Membran, während Wasser und auch Keime nicht durchdringen können – der Begriff „Duschpflaster“ resultiert u. a. aus diesen Eigenschaften. Die Wasserdampfdurchlässigkeit (gemessen als Moisture Vapour Transmission Rate nach unterschiedlichen Verfahren) wurde über die Zeit durch die Weiterentwicklung, sowohl des Materials als auch der Klebstoffe bzw. des Klebstoffauftrages, optimiert.
  • Die Verbände sind hauchdünn, elastisch und flexibel und erlauben ein Anmodellieren um Katheter und Zugänge. Applikationshilfen ermöglichen eine passgenaue Platzierung und Applikation unter aseptischen Gesichtspunkten (ANTT = Aseptic Non Touch Technique).

© 3M Deutschland GmbH Im Bereich der I.V. Verbände findet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Verbände verschiedener Hersteller: von der Kleinstgröße – speziell für die Neonatologie – über Kindergrößen bis hin zu Verbänden für periphere Kanülen, zentralvenöse Zugänge oder auch in Kombination mit nahtfreien Fixiersystemen. Die meisten Verbände erlauben durch Einschnitt und Ausstanzung die passgenaue Umschließung eines I.V. Zugangs und die Abdeckung der Kathetereintrittsstelle. Verstärkungen an diesen „Flügeln“ und zusätzliche Fixier- und Dokumentationsstreifen erhöhen die Sicherheit der Fixierung.

Die transparenten I.V. Verbände dienen der Fixierung und dem Schutz des I.V. Zugangs, als Abdeckung der Eintrittstelle und damit der Vermeidung Katheter-assoziierter Blutstrominfektionen (CLABSI). Die KRINKO stellte bereits in den ersten Empfehlungen von 2002 zur Vermeidung Katheter-assoziierter-Blutstrominfektionen den besonderen Nutzen von Transparentverbänden aus Polyurethan fest [1]. Einerseits verhindert das Material – im Gegensatz zu Vliesstoffverbänden – die Kontamination mit Viren und Bakterien, da diese nicht durchdringen können. Andererseits ermöglicht die Durchsichtigkeit der PU-Membran die täglich erforderliche Beurteilung der Einstichstelle auf Infektionszeichen. Damit kann die Tragedauer der Transparentverbände bis zu 7 Tage ergeben – und somit eine Reduzierung der Versorgungsaufwände erreicht werden.

© 3M Deutschland GmbH Einen weiteren Vorteil bieten antimikrobielle Transparentverbände, die zusätzlich ein transparentes antimikrobielles Gelkissen über der Einstichstelle platzieren. Das Gelkissen enthält Chlorhexidin-Gluconat (CHG) und vermeidet bakterielles Wachstum und Kolonisation an der Eintrittstelle und damit die extraluminale Besiedelung, die zu Blutstrominfektionen führen kann. Die KRINKO empfiehlt den Einsatz solcher Verbände bei „Erwachsenen und pädiatrischen Intensivpatienten vorrangig, wenn die in der prospektiven Surveillance ermittelten CLABSI-Raten trotz überprüfter Implementierung anderer evidenzbasierter Präventionsmaßnahmen anhaltend hoch ist“ (1A) und bei besonders vulnerablen Patientengruppen (z. B. Patienten mit hochgradiger Immunsuppression, nach Stammzell- und Organtransplantation (1A) [2]. Die CDC in den USA empfiehlt den Einsatz generell bei allen Patienten über 18 mit kurzfristigen, nicht getunnelten ZVK.

Studien belegen den Rückgang der Infektionsraten und die Kosteneffizienz durch den Einsatz antimikrobieller Verbände [3, 4]. In einer neueren, über einen Zeitraum von 11 Jahren erhobenen Real-World-Data-Studie wurde der Erfolg eines geeigneten Präventionsbündels in Kombination mit antimikrobiellen Verbänden aufgezeigt [5].

Im ambulanten Bereich sind I.V. Verbände grundsätzlich erstattungsfähig, da Ihre Hauptwirkung gem. Verbandmitteldefinition darin besteht, oberflächengeschädigte Körperteile zu bedecken und/oder Körperflüssigkeiten von oberflächengeschädigten Körperteilen aufzusaugen. Dieses gilt bis 1. Dezember 2023 auch für alle antimikrobiellen Produkte (die bereits vor dem 1. Dezember 2020 im Markt waren).

Literatur

  1. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI): Prävention Gefäßkatheterassoziierter Infektionen; Bundesgesundheitsblatt 2002 · 45:907–924 DOI 10.1007/s00103-002-0499-8
  2. Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI - Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen, Bundesgesundheitsblatt 2017 60:171-206 DOI 10.1007/s00103-016-2487-4, Online publiziert: 16. Januar 2017, Springer, Berlin, Heidelberg 2017
  3. Trautmann M, Saatkamp J. Kosten-Nutzen-Analyse eines antimikrobiellen Transparentverbandes für Katheter eintrittsstellen auf der Intensivstation, Hyg Med. 2016:41(5):D65-70
  4. Timsit JF, Mimoz O, Mourvillier B, et al. Randomized controlled trial of chlorhexidine dressing and highly adhesive dressing for preventing catheter-related infections in critically ill adults. Am J Respir Crit Care Med. 2012;186(12):1272-1278
  5. Eggiman, P and Pittet D. Epidemiology and Impact of Infections associated with the use of intravascular devices In: Seifert, H. et al. 2005. Catheter-Related Infections, 2nd edition ISBN: 0-8247-5854-4

Über den Autor

© Carsten Jenkner, 3M Carsten Jenkner
ist Market Access & Reimbursement Manager bei der Firma 3M Deutschland GmbH

Kontaktdaten zum Autor:
Mobile: +49 160 7429453
cjenkner@mmm.com

Ihr Kontakt zu uns

Service

News abonnieren

Sie möchten auf dem Laufenden bleiben?
Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter, E-Mail-Alerts zu unseren Themen oder Pressemeldungen.

Jetzt abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Krankenhaus
    Fiktiver Bundesbasisfallwert 2026

    Als vorläufiger fiktiver Basisfallwert für das Jahr 2026 empfehlt der BVMed den Wert von 4.561,37 € zu nutzen. Ausgehend vom vereinbarten Bundesbasisfallwert 2025 vom 28. März 2025 haben wir zuerst eine Erhöhung um 0,8 Prozent (Tarifrate) und danach eine Erhöhung um 2,98 Prozent (Veränderungswert) vorgenommen.

    Artikel09.01.2026

    Mehr lesen
  • Krankenhaus
    KHAG-Anhörung: „Medizintechnik in Qualitätsvorgaben einbeziehen“

    „Qualität, Transparenz und leistungsgruppenbezogene Planung sowie eine sachgerechte Ambulantisierung mit medizintechnischer Unterstützung sind wichtige Schritte. Damit diese Reform in der Realität funktioniert, muss das Potenzial der Medizintechnik als tragende Säule der Struktur- und Prozessqualität endlich konsequent berücksichtigt werden. MedTech ist hier Lösungsanbieter, der...

    Pressemeldung17.12.2025

    Mehr lesen
  • Krisenvorsorge
    Resiliente Versorgung braucht Medizintechnik – Anforderungen an den Zivilschutz und Krisenvorsorge

    Der BVMed fordert eine strategisch verankerte, langfristig angelegte Krisenvorsorge im Gesundheitswesen in Form einer Dual-Use-Strategie, im Sinne eines Versorgungskonzeptes, bei der Medizintechnik als zentrales Element begriffen wird. Ziel ist der Aufbau eines resilienten, dual nutzbaren Systems medizinischer Versorgung, das sowohl im Alltag als auch im Krisenfall tragfähig ist.

    Artikel19.11.2025

    Mehr lesen

Kommende Veranstaltungen

  • Online-Seminar
    Die Krankenhausreform | KHVVG und KHAG

    Das KHVVG führt ab 2025 die Vorhaltefinanzierung ein und stärkt so die Grundversorgung unabhängig von Fallzahlen. Über das KHAG greifen erste Anpassungen bereits vorab. Insgesamt treiben die Reformen die Modernisierung der Krankenhauslandschaft voran und erhöhen die Anforderungen an Medizintechnik.

    SeminarDigital
    22.01.2026 14:00 - 16:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed-Akademie
    Schwerpunkt: Marktzugang und Erstattung

    Zur Veranstaltung: Die Krankenhausreform | KHVVG und KHAG
  • Online-Seminar
    DRG-System 2026 | Stationäre Leistungserbringung

    2026 steht das deutsche Gesundheitswesen an einem Wendepunkt: Die Krankenhausreform mit Leistungsgruppen und Vorhaltebewertungsrelationen verändert die stationäre Finanzierung grundlegend. Für die MedTech-Branche ergeben sich Chancen und Herausforderungen, da Investitionen, Innovationen und strategische Ausrichtungen neu bewertet werden müssen. Fundiertes Wissen zur Vergütung ist entscheidend.

    SeminarDigital
    24.03.2026 14:00 - 16:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed-Akademie
    Schwerpunkt: Marktzugang und Erstattung

    Zur Veranstaltung: DRG-System 2026 | Stationäre Leistungserbringung
  • Online-Seminar
    Hybrid-DRGs 2026

    2026 erlebt das deutsche Gesundheitswesen einen Wendepunkt: Das Hybrid-DRG-System gewinnt Fahrt, 69 Hybrid-DRGs prägen Krankenhaus- und Vertragsarztpraxis. Für die MedTech-Branche ergeben sich Chancen und Herausforderungen, da veränderte Finanzierungsmechanismen Investitionen, Innovationen und strategische Ausrichtungen beeinflussen. Fundiertes Wissen ist entscheidend.

    SeminarDigital
    14.04.2026 13:00 - 15:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed-Akademie
    Schwerpunkt: Marktzugang und Erstattung

    Zur Veranstaltung: Hybrid-DRGs 2026

Ihre Vorteile als BVMed-Mitglied

  • Organisation

    In über 80 Gremien mit anderen BVMed-Mitgliedern und Expert:innen in Dialog treten und die Rahmenbedingungen für die Branche mitgestalten.

  • Information

    Vom breiten Serviceangebot unter anderem bestehend aus Veranstaltungen, Mustervorlagen, Newslettern und persönlichen Gesprächen profitieren.

  • Vertretung

    Eine stärkere Stimme für die Interessen der Branche gegenüber politischen Repräsentant:innen und weiteren gesundheitspolitischen Akteur:innen erhalten.

  • Netzwerk

    An Austauschformaten mit anderen an der Versorgung beteiligten Akteur:innen, darunter Krankenkassen, Ärzteschaft oder Pflege teilnehmen.

Die Akademie

Von Compliance über Nachhaltigkeit bis hin zu Kommunikation. Unsere Akademie bietet der MedTech-Community eine Vielfalt an Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung an. Entdecken Sie unsere Seminare, Workshops und Kongresse.

Zu den Veranstaltungen