Cookie-Einstellungen

Zur fortlaufenden Verbesserung unserer Angebote nutzen wir den Webanalysedienst matomo.

Dazu werden Cookies auf Ihrem Endgerät gespeichert, was uns eine Analyse der Benutzung unserer Webseite durch Sie ermöglicht. Die so erhobenen Informationen werden pseudonymisiert, ausschließlich auf unserem Server gespeichert und nicht mit anderen von uns erhobenen Daten zusammengeführt - so kann eine direkte Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über einen Klick auf "Cookies" im Seitenfuß widerrufen.

Weitere Informationen dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

 - Umfrage Versorgung

Artikel17.01.2018

Umfrage zu Stoma- und Inkontinenz-Versorgung

Nach Ausschreibungen und Versorgerwechsel beklagt ein Drittel der Betroffenen eine schlechtere Beratung

Der erzwungene Wechsel des Hilfsmittel-Versorgers nach einer Ausschreibung durch die Krankenkasse hat negative Folgen: Nach einer aktuellen Umfrage der Initiative »Faktor Lebensqualität« im BVMed sind 32 Prozent der Patienten, die auf ableitende Inkontinenz- und Stoma-Hilfsmittel angewiesen sind, mit dem Beratungsservice des neuen Lieferanten nicht zufrieden. Ein Drittel der Befragten erwägt den Wechsel der Krankenkasse. Diese Ergebnisse bestätigen die Tendenz, dass Ausschreibungen der Krankenkassen die Versorgungsqualität der Patienten verschlechtern, so der BVMed.

Nach der Umfrage wurde nur je einem Drittel der Anwender nach dem Wechsel ein persönlicher Ansprechpartner oder Therapeut genannt. Außerdem musste laut Umfrage jeder vierte Anwender mit dem Versorger auch die benötigten Produkte wechseln. Mehr Betroffene als zuvor sind mit den neuen Produkten nicht zufrieden. 39 Prozent von ihnen bewerten diese als nicht gut geeignet. Bemängelt wird eine schlechtere Qualität und Handhabe sowie die fehlende Beratung.

In der Vergangenheit haben mehrere Krankenkassen die Lieferung und Versorgung mit Stoma- und ableitenden Inkontinenz-Hilfsartikeln ausgeschrieben. Die in der Initiative »Faktor Lebensqualität« zusammen geschlossenen BVMed-Unternehmen sehen darin einen Verstoß gegen das im April 2017 verabschiedete neue Heil- und Hilfsmittel-Versorgungsgesetz (HHVG). Dieses lässt Ausschreibungen nicht mehr zu, wenn Hilfsmittel individuell angefertigt werden müssen oder die Versorgung mit einem hohen Dienstleistungsanteil verbunden ist. Aus Sicht der Initiative trifft dies auch auf ableitende Inkontinenz- und Stoma-Hilfsmittel zu, die damit nicht ausschreibungsfähig sind.

Die Umfrage-Ergebnisse bestätigen in der Tendenz die Befürchtung der Hersteller und Homecare-Unternehmen der Initiative »Faktor Lebensqualität«, dass die Versorgungsqualität der Patienten unter den Ausschreibungen leidet. In diesem sehr individuellen und intimen Versorgungsbereich ist eine qualifizierte Beratung auch aus medizinischen Gründen unbedingt notwendig, da anderenfalls schwere Folgeerkrankungen riskiert werden. Eine auf reine Kostenersparnis zielende Ausschreibung von Leistungen gefährdet das Patientenwohl und schränkt die Lebensqualität der Betroffenen ein.

Nach dem Versorgerwechsel müssen laut Umfrage weniger Patienten eine Aufzahlung leisten. Die Änderung der Produkte wurde den Patienten nur in der Hälfte der Fälle begründet. Als einer der wesentlichen Gründe dafür wurde ihnen gegenüber der Preis genannt. Einige Patienten haben aus dem Versorger-Wechsel bereits Konsequenzen gezogen: 5 Prozent der befragten gesetzlich Versicherten haben die Krankenkasse schon gewechselt. Für weitere 34 Prozent ist ein Krankenkassenwechsel vorstellbar.

Der BVMed macht darauf aufmerksam, dass Betroffene bei ihren Krankenkassen Widerspruch gegen eine nicht zweckmäßige oder nicht ausreichende Versorgung einlegen können. Die Patienten sollten die geänderte Versorgungssituation genau überprüfen und gegebenenfalls einen Einspruch oder den Krankenkassenwechsel erwägen. Die Initiative »Faktor Lebensqualität« stellt dazu Informationen im Internet unter www.faktor-lebensqualitaet.de/widerspruchsrecht zur Verfügung.

Zum Hintergrund

Die Versorgung von Patienten mit einem künstlichen Darmausgang (Stoma) oder ableitenden Inkontinenzprodukten (Katheter) betrifft einen sehr sensiblen Bereich und erfordert eine individuelle Beratung und Anleitung. Die Auswahl, das Anpassen und das Erklären der Handhabung sind sehr dienstleistungs-intensiv. Da sich die Krankheitsbilder individuell unterscheiden und ändern, muss die Hilfsmittelversorgung regelmäßig angepasst werden.

An der Befragung durch die pollytix GmbH im Auftrag der Initiative »Faktor Lebensqualität« haben 79 Anwender von ableitenden Inkontinenz- und Stoma-Hilfsmitteln teilgenommen, die in den vergangenen Monaten ihren Versorger gewechselt haben.

Ihr Kontakt zu uns

Service

News abonnieren

Sie möchten auf dem Laufenden bleiben?
Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter, E-Mail-Alerts zu unseren Themen oder Pressemeldungen.

Jetzt abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Homecare-Therapien: Inkontinenz-Versorgung

    Hilfsmittel
    Bundestag beschließt Ausschreibungen bei Hilfsmitteln: Selbsthilfe und Initiative Faktor Lebensqualität setzen auf die Länder

    Die vorgesehene Evaluation misst nicht, was für die Betroffenen zählt. Selbsthilfe und Initiative Faktor Lebensqualität bitten die Länder, im Bundesrat am 20. November den Vermittlungsausschuss anzurufen.

    Artikel21.10.2026

    Mehr lesen
  • Hilfsmittel
    20 Verbände fordern: Keine Rückkehr zu Ausschreibungen in der Hilfsmittelversorgung

    Der BVMed fordert in einem gemeinsamen Positionspapier mit 19 weiteren Verbänden der medizinischen Hilfsmittelbranche die Bundesregierung auf, die Pläne zu einer Wiedereinführung von Ausschreibungen in der Hilfsmittel-Versorgung zu stoppen.

    Pressemeldung29.09.2026

    Mehr lesen
  • Hilfsmittel
    GKV-Spardiskussion zu Lasten der Patienten: „Hilfsmittel-Ausschreibungen führen zu Versorgungsdefiziten, ohne zu sparen“

    Der BVMed lehnt die aktuell diskutierten Vorschläge zur Wiedereinführung von Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich entschieden ab. „Ausschreibungen im sensiblen Bereich der Hilfsmittelversorgungen sind bereits in der Vergangenheit krachend gescheitert. Sie sind keine Option für die Zukunft. Sie führen nachweislich zu einer Verschlechterung der Patient:innen-Versorgung mit Hilfsmitteln, ohne Ausgaben zu reduzieren“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

    Pressemeldung25.09.2026

    Mehr lesen

Kommende Veranstaltungen

Ihre Vorteile als BVMed-Mitglied

  • Organisation

    In über 80 Gremien mit anderen BVMed-Mitgliedern und Expert:innen in Dialog treten und die Rahmenbedingungen für die Branche mitgestalten.

  • Information

    Vom breiten Serviceangebot unter anderem bestehend aus Veranstaltungen, Mustervorlagen, Newslettern und persönlichen Gesprächen profitieren.

  • Vertretung

    Eine stärkere Stimme für die Interessen der Branche gegenüber politischen Repräsentant:innen und weiteren gesundheitspolitischen Akteur:innen erhalten.

  • Netzwerk

    An Austauschformaten mit anderen an der Versorgung beteiligten Akteur:innen, darunter Krankenkassen, Ärzteschaft oder Pflege teilnehmen.

Die Akademie

Von Compliance über Nachhaltigkeit bis hin zu Kommunikation. Unsere Akademie bietet der MedTech-Community eine Vielfalt an Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung an. Entdecken Sie unsere Seminare, Workshops und Kongresse.

Zu den Veranstaltungen