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 - Schlaganfall Event-Recorder: Bessere Diagnostik bei "unklarem" Schlaganfall mit implantierbarem Miniatur-EKG

Artikel07.05.2014

© BVMed/Medtronic Viele Menschen mit einem Schlaganfall scheinbar unklarer Ursache haben ein unbemerktes Vorhofflimmern. Mittels eines implantierbaren Miniatur-EKG-Gerätes ("Event-Recorder") wird es in Zukunft leichter möglich sein, diesen Patienten durch rasche Diagnose und Therapie zu helfen. Die Chance, Vorhofflimmern zu finden, ist mit dem Eventrecorder sechsmal so groß wie mit Standard-Diagnosemethoden. Das berichtete Prof. Johannes Brachmann (Klinikum Coburg) auf einer Pressekonferenz anlässlich der 80. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK).

Bei rund einem Drittel der Schlaganfall-Patienten wird keine Grundkrankheit entdeckt, die erklären kann, warum es zum Schlaganfall gekommen ist. In solchen Fällen spricht man von einem kryptogenen Schlaganfall. "Die Daten der kürzlich publizierten Studie CRYSTAL AF zeigen, dass bei weit mehr Patienten mit kryptogenem Schlaganfall periodenweise Vorhofflimmern vorliegt als bisher angenommen. Dieses anfallsartige ("paroxysmale") Vorhofflimmern wird von den Betroffenen in der Regel nicht bemerkt, bzw. werden Symptome falsch gedeutet", sagt Prof. Brachmann.

Bei der Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern kommt es zu schnellen, chaotischen Kontraktionen der Herz-Vorhöfe, wodurch sich die Strömung des Blutes im Herzen verändert. Es können sich Gerinnsel bilden, die dann in das Gehirn geschwemmt werden. Weil Vorhofflimmern bei manchen Patienten nur selten und für einen sehr begrenzten Zeitraum auftritt, fällt es in einer herkömmlichen EKG-Untersuchung oft nicht auf. Viel häufiger gelingt die Diagnose mit dem in der CRYSTAL AF Studie eingesetzten Event-Recorder: eine Art Miniatur-EKG-Gerät, das in einem kleinen Eingriff unter die Haut implantiert wird und über einen Zeitraum von bis zu mehreren Jahren die Herzaktion beobachtet. So können auch selten auftretende Auffälligkeiten des Herzrhythmus entdeckt werden.

Event-Recorder findet Vorhofflimmern deutlich öfter

Innerhalb von sechs Monaten wurden damit bei 8,9 Prozent der Patienten nach einem kryptogenen Schlaganfall Episoden von Vorhofflimmern mit einer Länge von jeweils mindestens 30 Sekunden gefunden. Bei Patienten, die nach dem Standard-Verfahren diagnostiziert wurden, waren es nur 1,4 Prozent. „Die Chance, Vorhofflimmern zu finden, war also mit dem Event-Recorder sechsmal so groß“, so Prof. Brachmann. Innerhalb von 12 Monaten wurde mit Event-Recorder bei 12,4 Prozent der Patienten Vorhofflimmern gefunden, im Vergleich zu 2 Prozent bei konventioneller Diagnostik.

„Dieser Unterschied ist bedeutsam“, so Prof. Brachmann. „Denn Menschen mit Vorhofflimmern müssen behandelt werden, insbesondere wenn sie bereits einen Schlaganfall hatten.“ Wird Vorhofflimmern diagnostiziert, erfolgt eine lebenslange medikamentöse Hemmung der Blutgerinnung, um weitere Schlaganfälle zu verhindern.

„Ein kryptogener Schlaganfall alleine ist noch kein Grund für eine gerinnungshemmende Behandlung“, stellt Prof. Brachmann klar. „Diese ist erst angezeigt, wenn zusätzliche Probleme wie Vorhofflimmern vorhanden sind. Stellt man in Zukunft die Diagnose mit dem Event-Recorder, so werden wohl mehr Patienten in den Genuss dieser Therapie kommen. Eine diesbezügliche Empfehlung in den Leitlinien gibt es allerdings noch nicht, dazu sind die Daten aus CRYSTAL AF noch zu frisch. Ich gehe jedoch davon aus, dass eine Untersuchung mit dem Event-Recorder in naher Zukunft nach einem Schlaganfall unklarer Ursache Standard werden wird.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V., Pressemeldung vom 24. April 2014

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