- Gelenkersatz Jahresbericht 2026: EPRD verzeichnet Höchststand an dokumentierten Eingriffen
Das Endoprothesenregister Deutschland meldet 2025 mehr registrierte Fallzahlen als je zuvor. Einen Höchstwert erreichten auch endoprothetische Eingriffe am Knie im EPRD. Der Start des staatlichen Implantateregister Deutschland (IRD) im vergangenen Jahr hatte keine Auswirkungen auf das Meldeaufkommen beim EPRD.
ArtikelBerlin, 26.10.2026
Mehr als 422.000 Knie- und Hüftimplantationen meldeten Kliniken dem EPRD im vergangenen Jahr. Dies geht aus dem Jahresbericht 2026 des EPRDExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab. hervor. Damit nahm die Anzahl der dokumentierten Eingriffe im EPRD erneut zu, trotz der aufgrund gesundheitspolitscher Reformen kontinuierlich abnehmenden Zahl datenliefernder Krankenhäuser. Auch die für Kliniken seit Anfang 2025 verpflichtende Teilnahme am IRD beeinflusste die Datenlieferung an das EPRD nicht.
Der Zuwachs an dokumentierten Eingriffen geht vor allem auf Knieversorgungen zurück. Der Anstieg betrug zwischen 2022 und 2025 im EPRD rund 29 Prozent. Endoprothetische Eingriffe an der Hüfte nahmen im gleichen Zeitraum nur um 11 Prozent zu und gingen zwischen 2024 und 2025 sogar leicht zurück. Insgesamt wurden 201.487 Erstimplantationen am Hüftgelenk und 180.360 Erstimplantationen am Kniegelenk für das Jahr 2025 erfasst. Der Anteil männlicher Patienten bei primären Knieversorgungen steigt seit Jahren stetig an. Bei den Hüftgelenksimplantationen waren knapp 60 Prozent der Patienten Frauen.
Patientenbefragungen sind erstmals Bestandteil der Qualitätsmessung
Erstmals veröffentlicht das EPRD im Jahresbericht 2026 Ergebnisse von Patientenbefragungen. Sie ergänzen den Qualitätsparameter Standzeit, also der Zeitraum, in dem ein Implantat im menschlichen Körper verbleibt. Die subjektive Einschätzung der Patientinnen und Patienten liefert einen weiteren wichtigen Indikator für die Ergebnisqualität.
Die Patienten beantworten dazu jeweils 12 Fragen, wobei jede Frage fünf Antwortmöglichkeiten bietet. Die Befragung findet sowohl präoperativ als auch – wenn der Patient weiter daran teilnehmen möchte – 6, 12 und 24 Monate nach der Versorgung statt. Im ersten Jahr nahmen 24 Kliniken an der Befragung teil. Die ersten Ergebnisse zeigten, die meisten der antwortenden Patienten sind zufrieden mit ihrer Versorgung. Nahezu 70 Prozent der Patienten mit einer Hüfterstimplantation und fast 50 Prozent der Patienten mit einer Knieerstimplantation gaben sogar die Bestnote „Sehr zufrieden“.
Infektionsbedingte Folgeeingriffe differenziert betrachten
Für 2025 verzeichnete das EPRD insgesamt 18.691 Folgeeingriffe am Knie und 20.279 an der Hüfte. Infektionen sind neben der Lockerung des Implantats einer der häufigsten Gründe für einen Folgeeingriff. Bei Knieprothesen sind 16 Prozent der Folgeeingriffe durch eine Infektion bedingt und bei Hüftprothesen 20 Prozent. Bei infektionsbedingten Knie-Folgeeingriffen setzt sich offenbar der Trend fort, dass Infektionen zeitig erkannt werden, so dass eine Operation ohne Wechsel der knochenverankerten Komponenten möglich ist. Der Anteil dieser implantaterhaltenden Revisionen stieg bis 2025 im EPRD auf etwa 57 Prozent. Zehn Jahre zuvor lag er noch bei 35 Prozent.
In der Rubrik „Genauer analysiert“ untersucht das EPRD im Jahresbericht 2026, wie der Zeitpunkt einer implantaterhaltenden Revision den Erfolg bei der Infektionsbeseitigung beeinflusst. Aus EPRD-Sicht gelten die allgemeinen Empfehlungen zu einer möglichst frühen implantaterhaltenden Revision bei Infektionen weiterhin, allerdings ist eine differenzierte Betrachtung der jeweiligen klinischen Situation wichtig. Um diese zukünftig besser abbilden und auswerten zu können, erfasst das EPRD seit 2025 mit einem optionalen Modul in den Kliniken zusätzliche Informationen zu Diagnostik und Therapie von Infektionen im Bereich einer Gelenkendoprothese.
Download des EPRD-Jahresberichtes 2026Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.
Über das Endoprothesenregister Deutschland
Das EPRD ist ein freiwilliges Register und mit mehr als 3,7 Millionen erfassten OP-Dokumentationen das zweitgrößte endoprothetische Register Europas. Sein Ziel ist, die Qualität der endoprothetischen Versorgung in Deutschland zu messen und darzustellen. Betreiber des EPRD ist die gemeinnützige EPRD Deutsche Endoprothesenregister gGmbH, eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC).