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 - Digitale Versorgung Telemedizin und Telemonitoring: „Viel Potenzial, um das Gesundheitssystem zu entlasten“ 3 Fragen an Leonie Sommer-Eska, CEO OnlineDoctor

Telemedizin hat das Potenzial, Praxen spürbar zu entlasten und Versorgungslücken zu schließen – gerade bei unkomplizierten Fällen, für die kein Praxisbesuch nötig ist. Wie das in der Praxis funktioniert und welche Rolle künftig KI spielen kann, erklärt Leonie Sommer-Eska, CEO von OnlineDoctor, im Kurz-Interview.

Artikel20.07.2026

Portrait von Leonie Sommer-Eska, CEO von OnlineDoctor© OnlineDoctor Leonie Sommer-Eska, CEO von OnlineDoctor

Wie ist die Idee zum OnlineDoctor entstanden?

Das war auf einem Dermatologen-Kongress vor gut 10 Jahren. Wir hatten mit Kolleginnen und Kollegen gesprochen, die immer öfter von Patientinnen und Patienten per E-Mail um ärztlichen Rat gebeten wurden. Sie konnten auf diesem Weg aber nicht reagieren, da es hinsichtlich der Dokumentation nicht rechtssicher und auch nicht abrechenbar war. Uns wurde klar, dass es hier eine reale Versorgungslücke gibt – daraus ist die Idee entstanden, eine professionelle, datenschutzkonforme Plattform zu entwickeln. Wir haben das 2016 zunächst in der Schweiz aufgebaut, da dort die Telemedizin schon etablierter war. Inzwischen ist der OnlineDoctor auch in Deutschland verfügbar.

Wie ist das Feedback von Ärzt:innen und Patient:innen?

Wir sammeln regelmäßig Feedback ein, die Resonanz ist sehr positiv. Ärztinnen und Ärzte erhalten über das Portal alle Informationen bereits strukturiert, können zeitlich flexibel reagieren und sparen so viel Zeit in der Anamnese. Einfache Hautkrankheiten wie Ausschläge können so oft rasch und sehr effizient abgearbeitet werden und es bleibt mehr Zeit für schwierige und kritische Fälle vor Ort in den Praxen. Auch Patientinnen und Patienten sind begeistert von dem Angebot. Sie müssen nicht mehr extra für jedes Hautproblem eine Arztpraxis aufsuchen, sparen Zeit und erhalten viel schneller eine Rückmeldung. Viele schätzen auch sehr, dass sie eine schriftliche Diagnose bekommen – eine wichtige Voraussetzung, damit Betroffene informierter handeln können.

Ist das Angebot bereits in der Regelversorgung angekommen?

Das Angebot wird in Deutschland von den meisten gesetzlichen und allen privaten Krankenkassen übernommen. Telemedizinische Angebote wie der OnlineDoctor sind ein wichtiger Baustein, um das Gesundheitssystem zu entlasten und auch den drohenden Fachkräftemangel abzufedern. Wir wollen hier auch noch weitergehen und optimieren das Tool laufend. Insbesondere von KI-Technologien versprechen wir uns viel Potenzial, etwa um die Diagnose weiter zu beschleunigen und zu verbessern.

Telemedizin und Telemonitoring: Bausteine für eine bessere Gesundheitsversorgung

Das deutsche Gesundheitssystem steht unter Druck. Telemedizin kann helfen, Engpässe zu verringern – und die Effizienz im Gesundheitswesen insgesamt zu erhöhen. Die Politik tut gut daran, telemedizinische Angebote wie Telemonitoring noch stärker in die Regelversorgung zu bringen.

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