- Telemonitoring Fallbeispiel Telemonitoring: Remote Patient Monitoring in Diabetes-Management
Die Telemonitoring-Lösung CareLink Premium ermöglicht datenbasiertes Remote Patient Monitoring im Diabetesmanagement. Durch Priorisierung, Trendanalysen und strukturierte Kommunikation können medizinische Fachkräfte ihre Aufmerksamkeit gezielt auf den konkreten Handlungsbedarf der Patient:innen richten. So lassen sich knappe Versorgungsressourcen effizienter einsetzen und Versorgungsteams bei der Priorisierung unterstützen.
Artikel23.09.2026
Beschreibung des Ist-Zustands
© Minimed
Welche Indikation/Situation adressiert die Lösung?
Die Lösung adressiert die Herausforderung, eine bedarfsgerechte Diabetesversorgung bei insulinpflichtigen Patient:innen trotz steigender Patientenzahlen sowie begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen sicherzustellen. Ziel ist die Ausrichtung medizinischer Betreuung am tatsächlichen Versorgungsbedarf.
Wie werden die Patient:innen heute versorgt?
Die Versorgung von Menschen mit Diabetes erfolgt überwiegend über regelmäßige Praxis- und Ambulanztermine. Digital verfügbare Gesundheitsdaten können im Versorgungsalltag nur sehr begrenzt systematisch genutzt werden.
Wo liegen wesentliche Herausforderungen?
Steigende Patientenzahlen, Fachkräftemangel und begrenzte Budgets erhöhen den Druck auf diabetologische Versorgungseinrichtungen. Gleichzeitig ist es bei großen Patientenkohorten kaum möglich, kontinuierlich anfallende Gesundheitsdaten manuell auszuwerten und Patient:innen mit medizinischem Handlungsbedarf rechtzeitig und bedarfsgerecht zu identifizieren.
Welche Relevanz hat das Thema?
Die Relevanz liegt in der effizienteren Nutzung knapper Versorgungskapazitäten. Die systematische Auswertung kontinuierlich erhobener Gesundheitsdaten ermöglicht einen bedarfsgerechten Einsatz medizinischer Interventionen: Patient:innen mit potenziellem Interventionsbedarf können anhand definierter Kriterien frühzeitig identifiziert und priorisiert werden, während stabile Verläufe gezielter nachverfolgt werden können
Beschreibung der Telemonitoring-Lösung
Wie wird die Lösung eingesetzt, wer ist beteiligt, wer hat welche Aufgaben?
CareLink ermöglicht die strukturierte Analyse kontinuierlich erhobener Daten der Patient:innen (CGM und Insulinabgabe). Digitale Dashboards, Warnhinweise und ein Ampelsystem machen potenziellen Handlungsbedarf sichtbar und ermöglichen die Priorisierung von Behandlungsbedarf nach definierten medizinischen Kriterien. Ärztliches und nichtärztliches Fachpersonal kann longitudinale Verlaufsdaten sichten, priorisieren und bei Bedarf medizinisch bewerten. Die medizinische Bewertung und Entscheidung verbleibt dabei vollständig bei den behandelnden Fachkräften.
Welche Nachweise und Studien liegen vor?
Erste Erkenntnisse aus der praktischen Anwendung deuten auf Effizienzgewinne bei der Sichtung und Priorisierung von Patient:innen hin. Wissenschaftliche Publikationen befinden sich derzeit in Vorbereitung.
Was verändert sich durch die Lösung, wie wird die Versorgung verbessert?
Nicht die Daten selbst schaffen den Nutzen, sondern ihre strukturierte Aufbereitung und kontinuierlich aktualisierte Priorisierung von Patient:innen anhand definierter Kriterien durch das Software-Tool.
Vorteile der Telemonitoring-Lösung für die Patient:innen-Versorgung und das Gesundheitssystem auf einen Blick
Nutzen für Patient:innen
- Frühzeitige Erkennung potenziellen Handlungsbedarfs durch das Behandlungsteam
- Möglichkeit einer früheren Reaktion auf auffällige Trendverläufe
- Digitale Kommunikationswege ergänzend zu Vor-Ort-Terminen
Nutzen für Versorgung und Gesundheitssystem
- Entlastung medizinischer Fachkräfte bei Datenauswertung
- Bedarfsgerechter Einsatz knapper Ressourcen durch datenbasierte Priorisierung
- Mehr Zeit für Patient:innen mit Behandlungsbedarf
Marktzugang und Erstattung
Welche Hürden verhindern die Einführung/Erstattung derzeit?
Die größte Hürde liegt nicht in der Technologie, sondern in der fehlenden Vergütung der mit Telemonitoring verbundenen Versorgungsleistungen. Obwohl digitale Gesundheitsdaten verfügbar sind und eine bedarfsgerechte Betreuung ermöglichen, werden deren kontinuierliche Analyse und die daraus abgeleiteten Betreuungsleistungen bislang nicht adäquat erstattet. Somit können die Potenziale einer datenbasierten Priorisierung von Betreuungskapazitäten derzeit nur eingeschränkt genutzt werden.
Welche Maßnahmen würden zur Einführung/Erstattung führen?
Eine regelhafte Vergütung von Remote Patient Monitoring würde den Einsatz datenbasierter Versorgungsmodelle in der Diabetesversorgung ermöglichen und Anreize für entsprechende Investitionen durch Arztpraxen schaffen.
Fazit
Remote Patient Monitoring schafft keine neue Behandlungsmethode, sondern unterstützt die Erbringung bestehender Versorgungsaufgaben mit den Möglichkeiten moderner digitaler Technologien. Die strukturierte Analyse kontinuierlich erhobener Gesundheitsdaten ermöglicht eine bedarfsgerechtere Priorisierung medizinischer Betreuung und einen effizienteren Einsatz knapper Ressourcen. Die Vergütungssystematik sollte diese Form der Versorgung künftig abbilden und fördern.