EPRD

Fallzahlen wirken sich auf Revisionsrate bei Hüft- und Knietotalendo­prothesen aus

Die Erfahrung eines Krankenhauses mit einem endoprothetischen Eingriff hat einen deutlichen Einfluss auf die kurzfristige Ausfallwahrscheinlichkeit von Hüft- und Knie-Totalendoprothesen (HTEP und KTEP). Auch ein Herstellerwechsel zeigt einen deutlichen Anstieg der Revisionsrate und sollte durch das Krankenhaus kritisch geprüft werden.

Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern um Arnd Steinbrück mit Daten des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD). Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Der Orthopäde erschienen (DOI: 10.1007/s00132-020-03963-z).

Die Wissenschaftler haben im Zeitraum von November 2012 bis März 2019 im Endo­prothesenregister 164.903 zementfreie HTEP und 155.577 zementierte KTEP von 656 Krankenhäusern registriert und nachverfolgt. Als Erfahrung der einzelnen Krankenhäuser wurde die Anzahl der entsprechenden Versorgungen als Surrogatparameter verwendet und in bis 250, 251–500 und über 500 Implantationen pro Jahr eingeteilt. Zusätzlich wurden Herstellerwechsel innerhalb der einzelnen Kliniken anhand der dem EPRD gemeldeten Kalenderquartalszahlen analysiert.

Die Revisionsrate bei HTEP nach drei Jahren betrug 3,9 Prozent bei Krankenhäusern bis 250 Implantationen, 3,3 Prozent bei 251–500 Versorgungen und 2,9 Prozent bei mehr 500 Implantationen (p < 0,0001). Bei den KTEP zeigten sich ebenfalls signifikante Unterschiede mit 3,4 Prozent, 3,3 Prozent beziehungsweise 2,7 Prozent (p < 0,0001). Ein Herstellerwechsel innerhalb einer Klinik zeigte einen signifikanten Anstieg der Revisionswahrscheinlichkeit. „Bessere Ergebnisse bei High-Volume-Kliniken können viele Faktoren haben. Krankenhäuser selbst operieren selbstverständlich keine Patienten, sondern die Operation wird in einem Team aus Operateur, Anästhesist, Operations- und Pflegepersonal durchgeführt. Wie in vielen anderen Bereichen gibt es hier aber sehr wahrscheinlich einen Learning-By-Doing-Effekt, der die Erfahrung des ganzen Teams stärkt und damit gute Langzeitergebnisse gewährleisten kann“, schreiben die Wissenschaftler. Quelle: Deutsches Ärzteblatt Online vom 21. September 2020
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