Homecare

Homecare-Mitarbeiter sind auf medizinische Schutzausrüstung angewiesen

Lebensrettende Therapien im häuslichen Bereich

Homecare-Unternehmen, die Patienten im häuslichen Umfeld mit enteraler oder parenteraler Ernährung, Infusions- und Beatmungstherapien sowie weiteren lebensnotwendigen medizinischen Hilfsmitteln und Verbandmitteln versorgen, sind für ihre Mitarbeiter ebenfalls auf medizinische Schutzausrüstung angewiesen. Darauf hat der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, in einem Schreiben an den Pflegebeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, hingewiesen. Da Beschaffung und Belieferung in den Zeiten der Coronavirus-Pandemie zentral über die Bundesregierung erfolgen, müssten auch diese lebensnotwendige Patientenversorgung in häuslicher Umgebung oder Pflegeeinrichtungen sichergestellt und die Homecare-Pflegekräfte entsprechend geschützt werden, fordert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Der BVMed vertritt als maßgebliche Spitzenorganisation die sonstigen Leistungserbringer auf Bundesebene, die die Patienten ambulant mit Hilfsmitteln und sonstigen Medizinprodukten versorgen und damit Hospitalisierungen vermeiden. Diese Versorgungen werden durch Pflegekräfte der Homecare-Unternehmen in der Regel direkt am Patienten in häuslicher Umgebung oder Pflegeeinrichtungen durchgeführt. "Unsere Mitglieder schildern uns derzeit verstärkt, dass enorme Probleme bei der Beschaffung der hierfür erforderlichen Schutzausrüstungen, wie Schutzmasken und Brillen, aber auch Produkten für Infusionstherapien oder Desinfektionsmitteln bestehen. Der Bedarf an diesen Produkten wird angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 zusätzlich verstärkt", so Möll in dem Schreiben an die Bundesregierung.

Wenn die notwendigen Medizinprodukte nicht mehr beschafft werden können, sind die Homecare-Unternehmen somit außerstande, die ambulante Versorgung dieser oftmals geriatrischen Patientengruppe durchzuführen. "Die Patienten müssten dann in Krankenhäuser eingewiesen werden, was in der aktuellen Situation absolut kontraproduktiv ist", so der BVMed. Die zentrale Beschaffung und Verteilung von Schutzausrüstungen durch die Bundesregierung müsse diesen Bereich daher unbedingt berücksichtigen.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • COVID-19 | Ambulante Homecare-Versorgung stärken – zur Entlastung der Kliniken

    Um die Kliniken in den nächsten Wochen und Monaten im Kampf gegen COVID-19 zu entlasten, darf die ambulante Versorgung beispielsweise von heimbeatmeten Patienten durch Homecare-Unternehmen nicht vernachlässigt werden. "Homecare-Unternehmen, die Patienten im häuslichen Umfeld mit Beatmungstherapien, künstlicher Ernährung und weiteren lebensnotwendigen medizinischen Hilfsmitteln versorgen, gehören zur kritischen Infrastruktur und müssen jetzt ebenfalls gestärkt werden. Wir brauchen auch einen Schutzschirm für diese ambulante Versorgung von schwer chronisch kranken Patienten!", forderte BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Gemeinsam mit 15 anderen Verbänden hat der BVMed in der "Interessengemeinschaft Hilfsmittelversorgung" (IGHV) ein entsprechendes Positionspapier vorgelegt. Weiterlesen

  • EU-Kommission will MDR-Geltungsbeginn um ein Jahr aussetzen

    Der BVMed hat die heutige Ankündigung der EU-Kommissarin Stella Kyriakides, den Geltungsbeginn der EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) am 26. Mai 2020 um ein Jahr auszusetzen, als "wichtiges Signal für die Patientenversorgung und die MedTech-Unternehmen" begrüßt, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Der BVMed erwartet, dass das Europäische Parlament und der Rat nach dem Vorstoß der Kommission nun rasch den Weg für die MDR-Verschiebung freigeben. "Jeder Tag zählt. Denn die oberste Priorität der Medizinprodukte-Unternehmen muss in den nächsten Wochen und Monaten sein, in der Coronavirus-Pandemie alle notwendigen Produkte für die medizinische Versorgung der Bevölkerung in ausreichender Zahl zur Verfügung zu stellen", so Möll. Weiterlesen

  • Coronavirus-Gesetzgebung | BVMed für Stärkung der Homecare-Unternehmen und Hilfsmittel-Leistungserbringer

    Der BVMed spricht sich in seinen Stellungnahmen zum Bevölkerungsschutzgesetz und zum COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz für die Erstattung der Mindereinnahmen für Homecare-Unternehmen und Hilfsmittel-Leistungserbringer aus. "Außerdem müssen auch den Homecare-Unternehmen und Hilfsmittel-Leistungserbringern als systemrelevanten Partnern der ambulanten Versorgung die Aufwendungen für Schutzausrüstungen erstattet werden", so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik