- Lage der Branche Ergebnisse der BVMed-Herbstumfrage 2026
Wie ist die aktuelle Lage der Medizintechnik-Branche? Der BVMed führte bei seinen Mitgliedsunternehmen im August und September 2026 eine umfassende Online-Befragung mit insgesamt 29 Fragen durch.
ArtikelBerlin, 21.09.2026
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Die Medizintechnik-Branche ist Schlüsselindustrie und Leitwirtschaft. Sie beschäftigt in Deutschland über 210.000 Menschen. 93 Prozent der MedTech-Unternehmen sind KMU. 68 Prozent des Umsatzes von über 41 Milliarden Euro gehen in den Export. Im Durchschnitt investieren die Unternehmen rund 8 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung.
Wie ist die aktuelle Lage der Medizintechnik-Branche?
Der BVMed führte bei seinen Mitgliedsunternehmen im August und September 2026 eine umfassende Online-Befragung mit insgesamt 30 Fragen durch.
Von den ordentlichen 220 BVMed-Mitgliedern mit Stimmrecht haben sich 120 Unternehmen beteiligt, darunter alle größeren Hersteller von Medizinprodukten aus Deutschland und den USA. Das ist eine gute Beteiligungsquote von 55 Prozent.
An der BVMed-Umfrage nahmen zu 85 Prozent Hersteller, zu 22 Prozent Fach- und Großhändler, zu jeweils 10 Prozent Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger sowie Zulieferer, zu 4 Prozent DiGA-Hersteller und zu 3 Prozent Software- bzw. Datenservice-Unternehmen teil (Anmerkung: mehr als 100 Prozent, da Mehrfachantworten möglich waren).
Die Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligten, haben ihren Hauptsitz zu 63 Prozent in Deutschland, zu 18 Prozent im europäischen Ausland (darunter 7 Prozent in Frankreich) und zu 13 Prozent in den USA.
Bei den von den Unternehmen vertretenen Produktbereichen handelt es sich um:
- Medizinische Geräte (43 Prozent)
- Implantate (42 Prozent)
- Hilfsmittel (36 Prozent)
- Verbandmittel bzw. Produkte zur Wundversorgung (29 Prozent)
- OP-Produkte bzw. OP-Sets (28 Prozent)
- Digitale Medizinprodukte (17 Prozent)
- Medizinische Schutzausrüstung, Desinfektionsmittel und Beatmungsprodukte (15 Prozent)
- Sprechstunden- und Praxisbedarf (13 Prozent)
- Dienstleistungen bzw. Homecare-Versorgungen (12 Prozent)
- Technologische Lösungen, KI und Sensorik (6 Prozent)
- Zulieferprodukte (3 Prozent)
Das zeigt die große Heterogenität der vom BVMed vertretenen MedTech-Unternehmen.
Die wichtigsten Ergebnisse in der Zusammenfassung
- Die Stimmung in der deutschen MedTech-Branche hat sich nach der BVMed-Herbstumfrage 2026 gegenüber den Vorjahren leicht aufgehellt. Damit verbindet sich aber die klare Erwartung an die Politik, die MDR-Revision, den Bürokratieabbau und einen verbesserten Innovationszugang voranzutreiben.
- Die BVMed-Mitgliedsunternehmen erwarten in Deutschland für 2026 einen Umsatzanstieg von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Umsatzerwartung ist damit optimistischer als in den Vorjahren. Die Auswirkungen des GKV-Spargesetzes sind hier aber noch nicht abgebildet.
- Die Gewinne der KMU-geprägten Branche stehen aber durch steigende Kosten für Bürokratie, Zertifizierungen und Personal, Logistik und Transport stark unter Druck.
- Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation investiert die Branche weiter in Arbeitsplätze und Forschung. Die Investitionen am Standort Deutschland stagnieren allerdings. Ein Viertel der befragten Unternehmen verlagert Investitionen ins Ausland.
- Der BVMed-Innovationsklimaindex steigt auf 4,4 – und zeigt die Hoffnung der Branche, dass die Politik die Probleme des Standorts nicht nur erkannt hat, sondern nun auch den MedTech-Standort Deutschland konsequent stärkt.
Die Ergebnisse im Einzelnen:
Umsatzerwartungen leicht positiver
75 Prozent der befragten BVMed-Mitglieder rechnen in diesem Jahr mit einem besseren Umsatzergebnis in Deutschland als im Vorjahr. Das ist gegenüber den beiden Vorjahren (2025: 70 Prozent; 2024: 64 Prozent) ein leicht besseres Ergebnis und knüpft wieder an die Erwartungswerte vor der Coronapandemie an (2019: 70 Prozent; 2018: 78 Prozent).
Von einem Umsatzrückgang gehen 18 Prozent der befragten Unternehmen aus. 8 Prozent erwarten sogar Umsatzrückgänge im zweistelligen Bereich. Das zeigt, dass sich einzelne Produktbereiche der MedTech-Branche sehr unterschiedlich entwickeln. Die restlichen 7 Prozent der Befragten gehen von einer Stagnation des Umsatzes aus.
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Aus den gewichteten Umsatzangaben der BVMed-Unternehmen ergibt sich im deutschen Markt ein erwarteter Umsatzanstieg von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist im Vergleich zum Vorjahreswert (plus 0,8 Prozentpunkte) ein leicht optimistischerer Ausblick. Das ungewichtete erwartete Umsatzwachstum liegt bei 3,2 Prozent. Das zeigt, dass die Umsatzerwartungen insbesondere bei den größeren Unternehmen positiver als im Vorjahr sind. Bei den kleineren Unternehmen sind die Erwartungen deutlich gedämpfter bis sogar rückläufig.
Die erwartete weltweite Umsatzentwicklung schneidet mit einem Plus von 5,4 Prozent wie in den letzten Jahren besser als die Inlandsentwicklung ab. Das ungewichtete Wachstum liegt bei 4,5 Prozent.
Gewinne unter Druck, Standortkosten steigen
Aufgrund der bestehenden dramatischen Kostensteigerungen stehen die Gewinne der Unternehmen weiter stark unter Druck. 45 Prozent der Unternehmen gehen von einer Verschlechterung der Gewinnsituation aus. In den Vorjahren lag dieser Wert bei 51 Prozent (2025) bzw. 43 Prozent (2024). 16 Prozent der BVMed-Mitglieder erwarten in diesem Jahr Gewinnsteigerungen gegenüber dem Jahr 2025. 39 Prozent rechnen mit einer unveränderten Gewinnsituation gegenüber dem Vorjahr.
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Der wichtigste Grund für die angespannte Geschäftssituation sind laut der BVMed-Umfrage die stark steigenden Kosten am Standort Deutschland. 63 Prozent der befragten BVMed-Unternehmen beklagen sich über den zunehmenden bürokratischen Aufwand als Kostentreiber. Darauf folgen mit 60 Prozent die steigenden Personalkosten sowie mit 58 Prozent steigende Kosten für Logistik und Transport. 55 Prozent der Unternehmen nennen Sparmaßnahmen im GKV-System, 52 Prozent den Preisdruck durch Einkaufsgemeinschaften und Klinikketten.
Die gestiegenen Zertifizierungskosten durch die MDR-Implementierung sind mit einem Anteil von 42 Prozent immer noch ein wichtiger Kostenfaktor, aber nicht mehr der wichtigste. Es folgen als Probleme am Standort Deutschland der wachsende Fachkräftemangel (34 Prozent), der Preisdruck durch Krankenkassen (33 Prozent) sowie die innovationshemmenden Einstellungen der Krankenkassen (30 Prozent). Hohe Rohstoffpreise werden von 28 Prozent der Unternehmen genannt.
Investitionsniveau stabil, Forschungsausgaben steigen
Der zunehmende Druck auf die Gewinnsituation der Branche wirkt sich auch auf die Investitionen am Standort Deutschland aus, die gegenüber dem Vorjahr insgesamt stagnieren. 26 Prozent der befragten BVMed-Unternehmen verringern ihre Investitionen gegenüber dem Vorjahr, ebenso viele erhöhen ihre Investitionen. Bei den meisten Unternehmen bleiben sie unverändert (keine Angaben 11 Prozent).
27 Prozent der befragten Unternehmen verlagern Investitionen ins Ausland. Das sind vier Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. 9 Prozent davon verlagern Investitionen in die USA, 6 Prozent nach China, 5 Prozent nach Indien. 55 Prozent verlagern ihre Investitionen nicht verstärkt ins Ausland (keine Angaben: 18 Prozent).
Positiver sieht die Entwicklung bei den Forschungsausgaben aus. 33 Prozent der Unternehmen geben an, ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den nächsten fünf Jahren trotz der schwierigeren wirtschaftlichen Lage steigern zu wollen. 32 Prozent planen, das aktuelle Niveau zu halten. Nur 13 Prozent der Unternehmen geben an, die F&E-Ausgaben reduzieren zu müssen (keine Angaben: 22 Prozent).
Im Durchschnitt investieren die an der BVMed-Herbstumfrage teilnehmenden Unternehmen 9,2 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung, was über dem Branchendurchschnitt von rund 8 Prozent liegt.
Ein Drittel der Investitionen geht allerdings nach wie vor in die Erfüllung der regulatorischen Anforderungen durch die EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR). Knapp ein Drittel (31 Prozent) der Investitionen wird in echte Neuentwicklungen bzw. innovative Produkte und Lösungen sowie ein knappes Viertel (24 Prozent) in Anpassungen bestehender Produkte bzw. Revisionen am Produkt investiert.
FDA-System schlägt EU-MDR klar: Bürokratieabbau im Fokus
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Die Zeiten, in denen das europäische Regulierungssystem für Medizinprodukte, die europäische Medizinprodukteverordnung (MDR), dem US-amerikanischen FDA-System überlegen war, sind lange vorbei. Das verdeutlicht die BVMed-Herbstumfrage seit mehreren Jahren. Der Trend hat sich 2026 sogar noch weiter verstärkt. Eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent der Unternehmen präferiert das FDA-System. Im Vorjahr waren es 56 Prozent. Nur 9 Prozent der BVMed-Mitglieder präferieren das MDR-System der EU (Vorjahr 14 Prozent). 29 Prozent haben keine Präferenz.
Die MDR muss also nach Meinung der BVMed-Unternehmen dringend weiterentwickelt und verbessert werden. 77 Prozent der Unternehmen wünschen sich dabei vor allem weniger Bürokratie. Wichtig sind den Unternehmen zudem die Abschaffung der Rezertifizierung alle 5 Jahre (58 Prozent), vorhersehbare und klare Fristen (57 Prozent) sowie Fast-Track-Verfahren für Innovationen (48 Prozent). Ebenfalls weit oben auf der Forderungsliste: berechenbare Kosten (45 Prozent), die gegenseitige Anerkennung von ausländischen Zulassungen (43 Prozent) sowie mehr Verfahrens-Transparenz bei den Benannten Stellen (38 Prozent).
Umweltrecht: Abbau von Berichtspflichten im Fokus
Neben der anhaltenden Großbaustelle MDR beklagen die BVMed-Unternehmen vor allem die zusätzlichen Belastungen aus umweltrechtlichen Regelungen und nachhaltigkeitsbezogenen Berichtspflichten. 82 Prozent der Unternehmen fordern einen Abbau von Berichtspflichten im Rahmen einer konsequenten Entbürokratisierung.
Für 70 Prozent ist wichtig, dass die deutsche Gesetzgebung nicht über EU-Regulierungen hinausgeht (kein „gold plating“). 55 Prozent sprechen sich für eine EU-weite Harmonisierung aus. Weitere Punkte auf der Forderungsliste: Ausreichende Übergangsfristen (43,3 Prozent), eine bessere Konsistenz mit bestehenden Regularien wie der MDR (37 Prozent), besondere KMU-Regelungen (36 Prozent) sowie die Berücksichtigung der branchenspezifischen Besonderheiten, beispielsweise eine Güterabwägung mit der Patient:innensicherheit (27 Prozent).
Nachhaltigkeitsbezogene Aktivitäten gewinnen in der MedTech-Branche dabei weiter an Bedeutung. So gaben 73 Prozent (Vorjahr: 63 Prozent) der befragten BVMed-Mitglieder an, Aktivitäten zur Emissionsreduktion und Ressourcenschonung im Produktionsumfeld etabliert zu haben, um beispielsweise Wasserverbräuche zu senken, die Energieeffizienz zu steigern oder erneuerbare Energien besser zu nutzen. 49 Prozent schaffen und pflegen nachhaltige Arbeitsbedingungen, dazu gehören Maßnahmen des Arbeitsschutzes, die Förderung von Diversität oder gleiche Löhne. 43 Prozent der Mitgliedsunternehmen haben laut der BVMed-Umfrage zudem eine nachhaltige Unternehmensführung etabliert. 39 Prozent geben an, Kreislaufwirtschaftskonzepte implementiert zu haben, um Abfälle zu minimieren.
Zahl der Beschäftigten steigt weiter leicht an
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Trotz der Krisenauswirkungen und dramatisch steigender Kosten schafft die Medizintechnik-Branche in Deutschland weiter zusätzliche Arbeitsplätze. 37 Prozent der Unternehmen, die sich an der BVMed-Herbstumfrage 2026 beteiligten, erhöhen die Zahl der Mitarbeiter:innen gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 33 Prozent). 38 Prozent halten die Arbeitsplätze stabil. 20 Prozent der Unternehmen sehen sich gezwungen, in diesem Jahr Personal abzubauen (2024: 13 Prozent).
Die Berufsaussichten für Fachkräfte in der MedTech-Branche sind dabei weiter ausgezeichnet. 82 Prozent der Unternehmen halten die Berufsaussichten für unverändert gut bzw. besser.
Gesucht werden vor allem lernende kaufmännische Berufe (41 Prozent), Ingenieur:innen (36 Prozent), lernende technische Berufe (27 Prozent), Medizintechniker:innen (25 Prozent), Informatiker:innen bzw. Data Scientist (24 Prozent), Naturwissenschaftler:innen (23 Prozent) sowie Pflegekräfte (20 Prozent).
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Personal suchen die BVMed-Unternehmen in Deutschland vor allem im Vertrieb (78 Prozent). Mit weitem Abstand folgen die Bereiche Produktion (26 Prozent), Marketing (25 Prozent), Forschung und Entwicklung (22 Prozent), Materialwirtschaft und Logistik (19 Prozent) sowie Data Science-Management, Digitalisierung, IT und KI (18 Prozent). Nur 7 Prozent der teilnehmenden Unternehmen suchen aktuell kein Personal.
Der Fachkräftemangel ist dabei auch in der Medizintechnik stark spürbar. So geben über 80 Prozent der Unternehmen an, dass sie Probleme haben, offene Stellen zu besetzen, darunter Vertrieb (42 Prozent), Qualitätsmanagement (18 Prozent), Forschung und Entwicklung (17 Prozent) sowie Regulatory Affairs (15 Prozent).
Kernforderungen: Zügige MDR-Revision und besserer Innovationszugang
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Als größte Stärke des Standorts Deutschland nennen fast drei Viertel der teilnehmenden BVMed-Unternehmen gute Infrastruktur (73 Prozent), gefolgt von gut ausgebildeten Fachkräften (66 Prozent). Es folgen mit größerem Abstand als genannte Stärken das hohe Versorgungsniveau der Patient:innen (41 Prozent), die schnelle Marktzulassung (31 Prozent), ein hohes Erstattungsniveau (29 Prozent) sowie gut ausgebildete Wissenschaftler:innen und Ingenieur:innen (28 Prozent).
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Was muss von der Politik angegangen werden, um den Medizintechnik-Standort Deutschland zu stärken? An erster Stelle der gesundheitspolitischen Forderungen steht nach der BVMed-Herbstumfrage 2026 eine zügige Revision der MDR (60 Prozent) als dringlichste Aufgabe der Politik.
Gleich danach folgen nationale Themen: Die Unternehmen erwarten, dass der Innovationszugang verbessert und beschleunigt wird (46 Prozent), dass der ressortübergreifende MedTech-Dialog der Bundesregierung verstetigt wird (43 Prozent) und das Gesundheitssystem insgesamt digital und datenbasiert ausgerichtet wird (28 Prozent). Weit oben auf der Forderungsliste steht zudem, die G-BA-Verfahren zu überarbeiten und zu beschleunigen (27 Prozent), die Krankenhausleistungen bedarfs- und ergebnisorientiert zu finanzieren (25 Prozent), die Hilfsmittel-Versorgung und Homecare zu stärken und deren qualifizierte Fachkräfte einzubinden (23 Prozent) sowie Volkskrankheiten früher zu erkennen und zu behandeln (22 Prozent).
Innovationsklima-Index hellt sich wieder auf
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Auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) bewerten die Unternehmen das Innovationsklima für Medizintechnik in Deutschland im Durchschnitt mit 4,4. Das ist eine weitere Verbesserung gegenüber den Vorjahren und dem absoluten Tiefstwert aus dem Jahr 2023. Der Wert zeigt die Hoffnung, dass die Politik die Probleme des Standorts nicht nur erkannt hat, sondern nun auch geeignete Gegenmaßnahmen umsetzt und die Unternehmen von überflüssiger Bürokratie befreit und Prozesse beschleunigt.
Als innovativste Forschungsbereiche schätzen die Unternehmen Onkologie (35 Prozent), Kardiologie (28 Prozent), Neurologie (22 Prozent), Chirurgie (21 Prozent), Radiologie (18 Prozent), Diagnostik (17 Prozent) sowie Orthopädie und Unfallchirurgie (14 Prozent) ein.
KI vor allem im Marketing im Einsatz
KI-Nutzung in den Unternehmen ist mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Aber in welchen Bereichen kommt KI zum Einsatz? 69 Prozent der Unternehmen geben an, KI im Marketing zu nutzen. Gefolgt von den Bereichen Office-Tools (62 Prozent), Vertrieb (49 Prozent), Produktion (35 Prozent) und Beschaffung (23 Prozent). Immerhin 20 Prozent der Unternehmen geben an, eigene KI-Produkte zu entwickeln.
Fazit und Ausblick
Das deutsche Gesundheitssystem steht vor enormen Herausforderungen. Die Menschen werden dank des medizinischen Fortschritts immer älter – und mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für Multimorbidität. Dem wachsenden Bedarf an Gesundheitsleistungen steht eine immer kleinere Zahl an medizinischen Fachkräften gegenüber. Hinzu kommt das strukturelle Finanzdefizit der Gesetzlichen Krankenversicherung.
Die politischen Ziele einer längeren Lebensarbeitszeit bei geringem Krankenstand erfordern eine gezielte Investition in die Gesundheitsversorgung und in moderne medizintechnische und digitale Lösungen.
Die dynamische und innovative Medizintechnik-Branche ist Lösungsanbieterin für die drängenden Herausforderungen:
- Digitale Lösungen wie KI-gestützte Ersteinschätzungen, telemedizinische Anwendungen oder Telemonitoring von Patient:innen mit datensendenden Sensoren oder Implantaten steigern Effizienz und Versorgungsqualität.
- Minimalinvasive Operationstechniken und robotische Assistenzsysteme ermöglichen präzisere Eingriffe, schnellere Heilung und damit kürzere Krankenhausaufenthalte.
- Innovative diagnostische Verfahren sorgen dafür, dass beispielsweise Herz-Kreislauf- oder neurologische Erkrankungen früher erkannt, besser behandelt oder sogar durch präventive Maßnahmen vermieden werden können.
- Medizinische Hilfsmittel und Ernährungstherapien stärken die Versorgung zu Hause. Homecare-Unternehmen unterstützen mit spezialisierten Pflegekräften den mit Abstand größten Pflegedienst Deutschlands: die pflegenden Angehörigen.
Die deutsche Medizintechnik-Branche ist mit ihrer mittelständischen Struktur eine Schlüsselindustrie. Sie gehört weltweit zur Spitze in Forschung, Qualität und Export. Sie ist Innovationstreiberin und mit ihren „Hidden Champions“ ein Aushängeschild der deutschen Wirtschaft. Und sie ist als Zukunftsindustrie Leitwirtschaft.
Ein paar Zahlen und Fakten dazu:
- Die Medizintechnik-Branche beschäftigt in Deutschland über 210.000 Menschen.
- 93 Prozent der Unternehmen sind kleine und mittelständische Betriebe.
- Im Durchschnitt investieren die Unternehmen rund 8 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung.
- 68 Prozent des Umsatzes der deutschen MedTech-Branche von über 41 Milliarden Euro gehen in den Export.
- Der Gesamteffekt der Medizintechnik-Branche liegt inklusive Ausstrahleffekte bei 38,3 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung.
Die offiziellen Zahlen der Bundesregierung aus der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung (GGR) des WifOR-Instituts zeigen außerdem: Die MedTech-Branche steht im Vergleich zur Pharma-Branche für mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze sowie mehr Produktionswert, Bruttowertschöpfung und Ausstrahleffekte auf andere Branchen.
Die MedTech-Branche setzt sich ein:
- für eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patient:innen: Dafür benötigen wir einen schnelleren Zugang von Innovationen in den Markt und eine adäquate, stärker am Ergebnis und dem Versorgungs-Beitrag orientierte Vergütung von Medizinprodukten.
- für einen starken Wirtschafts- und Innovationsstandort sowie ein nachhaltiges Gesundheitssystem: Dafür benötigen wir eine ressortübergreifende MedTech-Strategie und ein wettbewerbsfähiges regulatorisches Umfeld.
- für eine sichere sektorenübergreifende medizinische Versorgung auch im Krisenfall ein. Dafür benötigen wir eine strategisch verankerte, langfristig angelegte Krisenvorsorge in Form einer Dual-Use-Strategie, bei der MedTech als zentrales Element begriffen wird.
Unsere klare Botschaft an Politik und Gesellschaft lautet: Investitionen in medizintechnische Lösungen zahlen sich aus – medizinisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich.
