Cookie-Einstellungen

Zur fortlaufenden Verbesserung unserer Angebote nutzen wir den Webanalysedienst matomo.

Dazu werden Cookies auf Ihrem Endgerät gespeichert, was uns eine Analyse der Benutzung unserer Webseite durch Sie ermöglicht. Die so erhobenen Informationen werden pseudonymisiert, ausschließlich auf unserem Server gespeichert und nicht mit anderen von uns erhobenen Daten zusammengeführt - so kann eine direkte Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über einen Klick auf "Cookies" im Seitenfuß widerrufen.

Weitere Informationen dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

 - MDR Medizinprodukte­verordnung: EU-Parlamentarier verlangen dringende Änderungen Deutsches Ärzteblatt Online vom 19. Juli 2022

ArtikelBerlin, 20.07.2022

© santypan / stock.adobe.com Der Widerstand gegen die Medizinprodukteverordnung (MDR) der Europäischen Union (EU) wächst sowohl in der Bundes- als auch in der Europapolitik. Eine Gruppe konservativer EU-Abgeordneter hat sich nun mit einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gewandt und fordert Anpassungen, berichtet das Deutsche Ärzteblatt Online.

Die Befürchtungen, dass die schleppende Umsetzung der MDR zu Versorgungsproblemen bei Medizinproduk­ten führen könnten, nehmen zu. Vor rund vier Wochen bereits hatte sich der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) zu Wort gemeldet und gefordert, die EU-Kommission müsse „rasch gegensteuern“.

Darauf folgte vergangene Woche die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hofmeister-Kraut mit der Forderung nach Erleichterungen für Bestands- und Nischenprodukte. Die MDR führe zu einer dramati­schen Zunahme von Versorgungsengpässe wegen Geschäftsschließungen und Produkteinstellungen von Me­di­zintechnikherstellern.

Noch deutlichere Töne findet nun eine Gruppe aus 38 konservativen und liberalen EU-Abgeordneten um die CSU-Politikerin Angelika Niebler. In einem gemeinsamen Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlagen sie Alarm und wollen nach eigener Darstellung die Kommission zwingen, eine Ände­rung der Medizinprodukteverordnung vorzuschlagen.

„Die MDR in der Fassung von 2017 schadet Patienten und setzt die Arbeit von Ärzten und Gesundheitsper­so­nal aufs Spiel“, heißt es in dem Schreiben, über das das Deutsche Ärzteblatt berichtet. „Im Endeffekt schwächt die MDR unser Gesundheitssystem, statt es zu stärken. So können wir nicht weitermachen. Die MDR war gut ge­meint, aber nicht gut gemacht.“

Der Knackpunkt sei, dass laut MDR bis spätestens Mai 2024 alle Medizintechnikprodukte durch sogenannte Benannte Stellen neu zertifiziert werden müssen, um weiter in der EU benutzt werden zu dürfen. Allerdings gibt es zu wenige dieser Benannten Stellen, da ihre Zertifizierung wiederum langsamer vonstattengeht als einst geplant. Deshalb dauere es momentan im Schnitt 13 bis 18 Monate für ein Unternehmen, ein Medizinprodukt zertifi­zieren zu lassen – und Stand heute seien gerade einmal 15 Prozent aller Medizinprodukte ins neue System überführt worden.

„Uns läuft die Zeit davon, falls die Vorgaben der MDR nicht geändert werden“, schreiben die Abgeordneten. „Es ist unmöglich, im verbleibenden Zeitkorridor alle übrigen Medizinprodukte zu zertifizieren. Wenn die MDR da­zu führt, dass Menschen wegen fehlender Herzklappen, Endoskope oder Katheter nicht operiert werden kön­nen, läuft etwas falsch.“

Sie fordern die EU-Kommission deshalb auf, das sogenannte Grandfathering zu ermöglichen. Dabei können Zertifizierungen, die bisher nach der alten Medizinprodukteverordnung erteilt wurden, auch nach der neuen Richtlinie ohne Enddatum gültig sein, sofern die Produkte nicht verändert werden und es keine wissenschaft­li­chen Beweise dafür gibt, dass das Medizinprodukt nicht mehr sicher ist. Grandfathering nicht zu ermöglichen, werde ernsthafte Flaschenhälse und Engpässe verursachen. „Wir bitten Sie deshalb eindringlich, ohne weitere Verzögerungen einen Entwurf vorzulegen, der die derzeitige MDR ab­ändert“, schreibt die Abgeordnetengruppe an von der Leyen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt Online vom 19. Juli 2022Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.

Ihr Kontakt zu uns

Service

News abonnieren

Sie möchten auf dem Laufenden bleiben?
Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter, E-Mail-Alerts zu unseren Themen oder Pressemeldungen.

Jetzt abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Gesetzliche Krankenversicherung
    MedTech-Strategie und Hilfsmittelgesetz im BMG-Fokus 2026

    Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat Mitte Januar 2026 die gesundheitspolitische Vorhabenplanung für das neue Jahr vorgelegt. Neben dem laufenden Pharma- und Medizintechnik-Dialog stehen sieben neue Gesetzesvorhaben an, darunter eine GKV-Finanzreform sowie ein Hilfsmittelgesetz. Wir beleuchten die wichtigsten Vorhaben und Inhalte aus Sicht der MedTech-Branche.

    Artikel15.01.2026

    Mehr lesen
  • Porträtfoto Mark Jalaß

    Branche
    BVMed-Vorsitzender Mark Jalaß: „Anreizsysteme in der GKV neu justieren“

    Spitzenvertreter aus dem Gesundheitswesen haben Ende 2025 für die Ärzte Zeitung Bilanz gezogen. Was ihn 2025 am meisten überrascht hat und er für 2026 erwartet, verrät Mark Jalaß, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed), im Kurzinterview.

    Artikel08.01.2026

    Mehr lesen
  • BVMed-Institut
    MedTech-Patente: Mehr Anmeldungen als gedacht, aber rückläufiger Trend

    Die hoch innovative Medizintechnik-Branche meldet weitaus mehr Patente beim Europäischen Patentamt an als bisher bekannt. Das zeigt eine Studie des BVMed-Instituts zu den Patentanmeldungen der Branche von 2012 bis 2022. Die Untersuchung bezog dafür alle Bereiche der IPC-Patentklassifikation ein, die die Heterogenität der Branche realistisch abbildet.

    Pressemeldung10.12.2025

    Mehr lesen

Kommende Veranstaltungen

  • Recht
    BVMed Legal Lunch: Modernisierung des Produkthaftungsrechts: Überblick für MedTech-Unternehmen

    Der Gesetzentwurf des Gesetzes zur Modernisierung des Produkthaftungsrechts vom 17.12.2025 sieht eine vollständige Neufassung des bisherigen Produkthaftungsgesetzes (ProdHaftG) vor. Wir geben einen kompakten Überblick über die bevorstehende Gesetzesänderung und erläutern praxisnah, welche organisatorischen Maßnahmen nun erforderlich sind, um künftig Haftungsrisiken erfolgreich zu minimieren.

    GesprächsforumDigital
    29.01.2026 12:00 - 13:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Recht

    Zur Veranstaltung: BVMed Legal Lunch
  • Recht
    BVMed Legal Lunch: Medfluencer, Social Media & MedTech: Chancen nutzen, Risiken kennen

    Medfluencer sind die Influencer des Gesundheitswesens, oftmals sind sie selbst Ärzt:innen bzw. kommen aus der Gesundheitsbranche: Sie klären auf, erklären komplexe Zusammenhänge in Social Media – und prägen damit die Meinung von Patientinnen und Patienten oft stärker als klassische Werbung. Doch was bedeutet das für MedTech-Unternehmen, die mit solchen Expert:innen zusammenarbeiten möchten?

    GesprächsforumDigital
    24.02.2026 12:00 - 13:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Recht

    Zur Veranstaltung: BVMed Legal Lunch
  • Recht
    BVMed Legal Lunch: Data Act

    Seit dem 12. September 2025 gilt u.a. für digital vernetzte Medizinprodukte (z.B. Herzschrittmacher, CGMs, IoT-Medtech) und verbundene Dienste der Data Act. Hersteller von vernetzten Produkten und Anbieter verbundener Dienste müssen sich jetzt darauf einstellen, dass für den Zugang und die Nutzung der Daten in diesen Produkten neue Möglichkeiten aber auch neue Regeln bestehen.

    GesprächsforumDigital
    19.03.2026 12:00 - 13:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Recht

    Zur Veranstaltung: BVMed Legal Lunch

Ihre Vorteile als BVMed-Mitglied

  • Organisation

    In über 80 Gremien mit anderen BVMed-Mitgliedern und Expert:innen in Dialog treten und die Rahmenbedingungen für die Branche mitgestalten.

  • Information

    Vom breiten Serviceangebot unter anderem bestehend aus Veranstaltungen, Mustervorlagen, Newslettern und persönlichen Gesprächen profitieren.

  • Vertretung

    Eine stärkere Stimme für die Interessen der Branche gegenüber politischen Repräsentant:innen und weiteren gesundheitspolitischen Akteur:innen erhalten.

  • Netzwerk

    An Austauschformaten mit anderen an der Versorgung beteiligten Akteur:innen, darunter Krankenkassen, Ärzteschaft oder Pflege teilnehmen.

Die Akademie

Von Compliance über Nachhaltigkeit bis hin zu Kommunikation. Unsere Akademie bietet der MedTech-Community eine Vielfalt an Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung an. Entdecken Sie unsere Seminare, Workshops und Kongresse.

Zu den Veranstaltungen