Cookie-Einstellungen

Zur fortlaufenden Verbesserung unserer Angebote nutzen wir den Webanalysedienst matomo.

Dazu werden Cookies auf Ihrem Endgerät gespeichert, was uns eine Analyse der Benutzung unserer Webseite durch Sie ermöglicht. Die so erhobenen Informationen werden pseudonymisiert, ausschließlich auf unserem Server gespeichert und nicht mit anderen von uns erhobenen Daten zusammengeführt - so kann eine direkte Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über einen Klick auf "Cookies" im Seitenfuß widerrufen.

Weitere Informationen dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

 - MDR Dringender Appell an EU-Kommissarin Kyriakides: Kranke Kinder brauchen sicheren Zugang zu lebenswichtigen Medizinprodukten

ArtikelMünchen, 04.07.2023

Zusammen mit einer großen Gruppe führender europäischer Verbände aus dem Bereich der Kindermedizin hat sich die Stiftung Kindergesundheit heute in einem offenen Brief an EU-Gesundheitskommissarin Stella KyriakidesExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab. gewandt. Darin fordern die Organisationen dazu auf, den Zugang von Kindern und Patient*innen mit seltenen Krankheiten zu lebenswichtigen Medizinprodukten sicherzustellen. Zu den Unterzeichnern gehören u. a. die European Academy of Paediatrics (EAP) und die European Confederation of Primary Care Paediatricians (ECPCP).

„Die aktuelle Situation ist äußerst besorgniserregend. Wir sehen uns als medizinische Verbände in der Verantwortung, uns für den Schutz und die Versorgung dieser vulnerablen Patientengruppen einzusetzen“, sagt Prof. Dr. Berthold Koletzko, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. Er und die anderen Unterzeichner sehen die Versorgung der verletzlichsten Mitglieder unserer Gesellschaft in Gefahr. Es geht um die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR). 2017 in Kraft getreten, ist diese seit Mai 2021 gültig. Die Übergangsbestimmungen dauern noch bis Ende 2028 an.

Die Richtlinie soll die Sicherheit von Medizinprodukten durch ein verändertes Zulassungsverfahren verbessern. Allerdings führt die Umsetzung dieser Verordnung zu sehr hohen Kosten und einem langwierigen Zulassungsprozess, der 18 bis 24 Monate dauern kann. Die Zulassungskosten eines einzigen Produkts können für einen Marktzugang für die Dauer von höchstens 5 Jahren beispielsweise über 800.000 € betragen. Das sind mehr als das 150-fache der Kosten für einen unbefristeten Marktzugang in den USA für dasselbe Produkt. Bei Medizinprodukten für Kinder, die nur in geringen Stückzahlen verkauft werden, können die Hersteller diese hohen Regulierungskosten nicht decken. Deshalb werden solche Produkte vom Markt genommen, obwohl sie für eine Behandlung bei bestimmten Erkrankungen unverzichtbar sind. Es droht der Verlust von Medizinprodukten mit essentieller Bedeutung für Kinder und anderen Patient*innen mit seltenen Krankheiten in der EU. Auch die Entwicklung neuer und besserer Behandlungsmethoden wird ausgebremst.

Diese Situation hat bereits heute Auswirkungen auf die Patientenversorgung. So sind beispielsweise bestimmte lebensrettende Medizinprodukte für Neugeborene mit angeborenen Herzfehlern nicht mehr am Markt verfügbar und die behandelnden Kliniken können nur noch ihre Restbestände einsetzen. Für jüngere Kinder mit Nierenerkrankungen im Endstadium droht ein Versorgungsengpass mit altersgerechten Dialysegeräten.

„Wir fordern die Verantwortlichen auf EU- und auf nationalen Ebene auf, rasch Lösungen zu finden, die die angemessene Versorgung schwer erkrankter Kinder ermöglichen“, so Koletzko weiter. Die Politik müsse dringend und umgehend Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass diese Medizinprodukte verfügbar blieben. Neben Übergangslösungen brauche es ein EU-weites Überwachungssystem, um das Verschwinden oder den Mangel an bestimmten Medizinprodukten zu erkennen sowie schnelle und kostengünstige Prüfverfahren für hochrisikoreiche Medizinprodukte.

Download-Link zum offenen BriefExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.

Quelle: Pressemeldung der Stiftung Kindergesundheit vom 27. Juni 2023Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.

Ihr Kontakt zu uns

Service

News abonnieren

Sie möchten auf dem Laufenden bleiben?
Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter, E-Mail-Alerts zu unseren Themen oder Pressemeldungen.

Jetzt abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Europapolitik
    MdEP Angelika Niebler beim BVMed: „Wollen MDR im Parlament bis Ende des Jahres zu Ende beraten“

    Europa muss seine Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz stärken. „Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen und von Abhängigkeiten befreien. Das geht nur mit hochinnovativen Technologien“, sagte die Europaabgeordnete Prof. Dr. Angelika Niebler bei einer BVMed-Diskussionsrunde. Die Medizintechnik sei eine Leitbranche. Für Investitionen in Europa müsse aber die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

    Pressemeldung16.04.2026

    Mehr lesen
  • Branche
    Innovationen in der Medizintechnik: Zahlen, Fakten und Beispiele

    MedTech-Innovation ist vielfältiger als oft gedacht: Produkt, Prozess oder ganzes Versorgungssystem? Sprung oder Schritt? Dabei hat sie immer ein Ziel: Eine bessere Gesundheitsversorgung. Dieser Artikel fasst Zahlen und Fakten zur MedTech-Innovationen zusammen, erklärt die verschiedenen Innovationsdimensionen und -arten und macht sie an konkreten Beispielen aus der Versorgung greifbar.

    Artikel15.04.2026

    Mehr lesen
  • Branche
    Biomedizinische Verfahren in der Medizintechnik

    Der Bereich der biomedizinischen Verfahren bildet einen zentralen Pfeiler der Medizintechnik-Branche, indem er ingenieurwissenschaftliche Prozesse mit biologischen und medizinischen Anforderungen verknüpft.

    Artikel14.04.2026

    Mehr lesen

Kommende Veranstaltungen

  • Recht
    Das KRITIS-Dachgesetz im Überblick – Auswirkungen auf die Medizinprodukteindustrie

    Das neue KRITIS Dachgesetz schafft erstmals einen einheitlichen, sektorenübergreifenden Rahmen zum Schutz kritischer Infrastruktur in Deutschland. Es ergänzt bestehende Regelwerke wie NIS2 und die BSI-Kritis-VO und bringt weitreichende neue Pflichten für Betreiber kritischer Anlagen sowie mittelbar auch für die Medizinprodukteindustrie mit sich. Erfahren Sie, was Sie nun beachten müssen.

    GesprächsforumDigital
    30.04.2026 12:00 - 13:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Recht

    Zur Veranstaltung: BVMed Legal Lunch
  • Recht
    Umsetzung der NIS-2-Richtlinie im BSI-Gesetz – Neue Compliance-Pflichten für Unternehmen

    Am 06.12.2025 trat das deutsche NIS-2-Umsetzungsgesetz in Kraft und hat das Cybersicherheitsrecht grundlegend modernisiert. Damit gelten für Unternehmen im Gesundheitssektor wie Medizinproduktehersteller erheblich ausgeweitete Compliance und IT-Sicherheitsanforderungen. Anwältin Dr. Carolin Monsees, CIPP/E erklärt im Legal Lunch am 19. Mai, was das konkret für MedTech-Unternehmen bedeutet.

    GesprächsforumDigital
    19.05.2026 12:00 - 13:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Recht

    Zur Veranstaltung: BVMed Legal Lunch
  • Recht
    VerpackungsG und EU-PPWR – Anwendungsbereich, Pflichten & zeitliche Einordnung

    Der Green Deal der EU hat weitreichende Auswirkungen auf die MedTech-Branche, da neue Nachhaltigkeits- und Kreislaufwirtschaftsanforderungen zunehmend produktnahe regulatorische Pflichten betreffen. Laura-Isabell Dietz, LL.M. stellt beim Legal Lunch die wichtigsten Auswirkungen der europäische Verpackungsverordnung (PPWR) und des deutschen Verpackungsgesetz (VerpackG) auf die Branche vor.

    GesprächsforumDigital
    11.06.2026 12:00 - 13:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Recht

    Zur Veranstaltung: BVMed Legal Lunch

Ihre Vorteile als BVMed-Mitglied

  • Organisation

    In über 80 Gremien mit anderen BVMed-Mitgliedern und Expert:innen in Dialog treten und die Rahmenbedingungen für die Branche mitgestalten.

  • Information

    Vom breiten Serviceangebot unter anderem bestehend aus Veranstaltungen, Mustervorlagen, Newslettern und persönlichen Gesprächen profitieren.

  • Vertretung

    Eine stärkere Stimme für die Interessen der Branche gegenüber politischen Repräsentant:innen und weiteren gesundheitspolitischen Akteur:innen erhalten.

  • Netzwerk

    An Austauschformaten mit anderen an der Versorgung beteiligten Akteur:innen, darunter Krankenkassen, Ärzteschaft oder Pflege teilnehmen.

Die Akademie

Von Compliance über Nachhaltigkeit bis hin zu Kommunikation. Unsere Akademie bietet der MedTech-Community eine Vielfalt an Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung an. Entdecken Sie unsere Seminare, Workshops und Kongresse.

Zu den Veranstaltungen