Cookie-Einstellungen

Zur fortlaufenden Verbesserung unserer Angebote nutzen wir den Webanalysedienst matomo.

Dazu werden Cookies auf Ihrem Endgerät gespeichert, was uns eine Analyse der Benutzung unserer Webseite durch Sie ermöglicht. Die so erhobenen Informationen werden pseudonymisiert, ausschließlich auf unserem Server gespeichert und nicht mit anderen von uns erhobenen Daten zusammengeführt - so kann eine direkte Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über einen Klick auf "Cookies" im Seitenfuß widerrufen.

Weitere Informationen dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

 - Infektionsschutz Infektionsprävention vermeidet Folgekosten für das Gesundheitssystem

In Deutschland kommt es jährlich zu rund 600.000 nosokomialen Infektionen - und davon bis zu 20.000 Todesfällen. Bis zu einem Drittel gelten als vermeidbar. Neben dem Leid für die Betroffenen ergeben sich auch für die Gesellschaft zum Teil weitreichende, insbesondere ökonomische Konsequenzen. Die Umsetzung von notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen kann dazu beitragen, diese zusätzliche Belastung für das Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft durch vermeidbare Infektionen zu reduzieren.

Artikel10.03.2025

Anzahl nosokomialer Infektionen

Laut Robert-Koch Institut (RKI) kommt es in Deutschland jährlich zu bis zu 600.000 nosokomialen Infektionen - und davon bis zu 20.000 Todesfällen.

Die Verweildauer von Patienten auf Intensivstationen erhöht sich durch nosokomiale Infektionen durchschnittlich um 5,3 Tage (Quelle: "Prävalenz von nosokomialen und mitgebrachten Infektionen in einer Universitätsklinik" – in: Deutsches Ärzteblatt OnlineExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.).

© AdobeStock @herraez Bis zu einem Drittel dieser nosokomialen Infektionen gelten als vermeidbar (Quelle: Gesundheitsberichterstattung des BundesExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.).

Kostenfaktor nosokomiale Infektion

Zu den Kosten durch nosokomiale Infektionen heißt es beim RKI im Rahmen der Berichterstattung des Bundes:

„Neben der Beeinträchtigung für das Individuum ergeben sich aber auch für die Gesellschaft zum Teil weitreichende, insbesondere ökonomische Konsequenzen. Überwiegend sind dies zusätzlich aufzubringende direkte und indirekte Kosten. Aus Deutschland liegen dazu zurzeit leider keine aktuellen Berechnungen vor. Eine (…) [weit zurückliegende] erschienene britische Studie zu den sozioökonomischen Folgen nosokomialer Infektionen ermittelte eine Erhöhung der Krankenhauskosten auf das 2,8fache. Insgesamt errechnen sich für Großbritannien zusätzliche Krankenhauskosten von 930 Mio. Pfund pro Jahr. Daneben existieren nur schwer zu bestimmende indirekte Kosten, die sich aus dem zeitlich begrenzten oder dauerhaften Verlust der Produktivität und damit auch durch ausbleibende Steuer- und Versicherungseinnahmen ergeben. Für die USA wurde 1992 die durch nosokomiale Infektionen bedingte ökonomische Gesamtlast auf 4,5 Milliarden US $ geschätzt." (Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft 8 Nosokomiale Infektionen Gesundheitsberichterstattung des BundesExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.).

Kosteneinsparungen durch Infektionsschutzmaßnahmen

Die Umsetzung von notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen kann dazu beitragen, diese zusätzliche Belastung für das Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft durch vermeidbare Infektionen zu reduzieren. Denn Hände- und Flächendesinfektionsmittel sowie Schutzausrüstungen, beispielsweise Masken, Handschuhe und OP-Kittel, sind risikominimierende Medizinprodukte und -technologien. Sie können in der kontinuierlichen Anwendung dazu beitragen, Infektionen zu vermeiden.(Quelle: Positionspapier des BVMed-FachbereichsExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.)

Zusätzlich schützen viele Produkte der Medizintechnik nicht nur Patient:innen, sondern auch das Personal selbst oder auch pflegende Angehörige. Damit leisten viele Produkte der Medizintechnik eine Mehrfach-Funktion, indem sie die Patient:innen beispielsweise vor Infektionen oder Kreuzkontaminationen schützen - und gleichzeitig das so Personal in medizinischen Einrichtungen.

In Krankenhäusern können damit durch konsequente Infektionsschutzmaßnahmen erhebliche Kosteneinsparungen erzielt werden. Eine Kosten-Nutzen-Analyse („A decade of investment in infection prevention: A cost effectiveness analysis“ von Dick et al., 2015Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.) hat unter anderem Literatur ausgewertet und kommt zu dem Ergebnis, dass vielfältige "Infection Protection and Control (IPC)"-Programme kosteneffektiv sind. Die Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig es ist, die laufenden Investitionen in die Prävention von nosokomialen Infektionen aufrechtzuerhalten.

AMR-Reduktion

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Maßnahmen der Infektionsprävention und -kontrolle dazu beitragen, das globale weltweite Gesundheitsproblem der Antimikrobiellen Resistenzen (AMR) zu reduzieren.

So ist als ein wesentlicher Baustein der DART 2030 (Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie "DART 2030"), die das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie dem Bundesministerium für Umwelt erarbeitet hat, als Handlungsfeld unter Punkt 1 die Prävention aufgeführt - und darin Hygienemaßnahmen aufgenommen.

Ihr Kontakt zu uns

Service

News abonnieren

Sie möchten auf dem Laufenden bleiben?
Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter, E-Mail-Alerts zu unseren Themen oder Pressemeldungen.

Jetzt abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Hygiene
    BVMed-HygieneImpulse: Vivantes-Expertin für Datentransparenz bei Infektionsschutz

    Mehr Transparenz bei Daten zu Hygiene und Infektionsschutz forderte Prof. Dr. Irit Nachtigall, Direktorin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin von Vivantes, im digitalen BVMed-Austauschformat „HygieneImpulse“ am 23. Juni 2026. „Vergleichen bei Hygienedaten ist Pflicht. Ohne Benchmark keine Standortbestimmung. Und ohne Standortbestimmung keine Verbesserung“, so Nachtigall.

    Pressemeldung25.06.2026

    Mehr lesen
  • Infektionsschutz
    WHO: Aktualisierter globaler Aktionsplan zur AMR-Bekämpfung 2026-2036

    Der globale Aktionsplan der WHO zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen 2026–2036 ist durch die Mitgliedstaaten in der 79. Weltgesundheitsversammlung verabschiedet worden. Dieser Aktionsplan setzt ein deutliches Signal: Antimikrobielle Resistenzen zählen zu den größten Herausforderungen für die globale Gesundheit und erfordern ein entschlossenes, koordiniertes Handeln auch innerhalb des Infektionsschutzes.

    Artikel12.06.2026

    Mehr lesen
  • Pflege
    BVMed zur PNOG-Anhörung: „Infektionsschutz braucht eine eigenständige Absicherung in der Pflegeversicherung“

    Der BVMed warnt in seiner Stellungnahme zum Referentenentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) insbesondere vor einer Schwächung des Infektionsschutzes in der häuslichen Pflege. Die vorgesehene Überführung des bisherigen Sachleistungsanspruchs auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel in das neue Entlastungsbudget gefährde die Basishygiene von Millionen Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen. „Infektionsschutz ist keine optionale Zusatzleistung, sondern Voraussetzung für eine sichere häusliche Versorgung. Dafür braucht es auch künftig einen verlässlichen und qualitätsgesicherten Anspruch auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel“, fordert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

    Pressemeldung10.06.2026

    Mehr lesen

Kommende Veranstaltungen

  • Nosokomiale Infektionen
    HygieneImpulse | Hygiene. Kompetenz. Arztpraxis.

    Diese eine Stunde bietet einen kompakten Einblick und Austausch zu einem (aktuellen) Themenfeld in der Hygiene zum Infektionsschutz - klar, verständlich, praxisnah und im politischen Kontext verortet. Offen für alle, die am Infektionsschutz beteiligt oder in entsprechende Themen involviert sind. Sie sind herzlich eingeladen daran teilzunehmen.

    GesprächsforumDigital
    29.09.2026 15:00 - 16:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Hygiene

    Zur Veranstaltung: HygieneImpulse
  • Konferenz
    BVMed-Hygieneforum 2026

    Das BVMed-Hygieneforum widmet sich auch in diesem Jahr zentralen Herausforderungen der Infektionsprävention und -kontrolle in der stationären wie auch ambulanten Versorgung. Fachexpert:innen tragen wichtige Themen vor, zu denen wir dann gemeinsam diskutieren wollen. Melden Sie sich schon heute an. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

    KonferenzHybrid
    Berlin, 10.12.2026 09:30 - 16:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed
    Schwerpunkt: Hygiene

    Zur Veranstaltung: BVMed-Hygieneforum 2026

Ihre Vorteile als BVMed-Mitglied

  • Organisation

    In über 80 Gremien mit anderen BVMed-Mitgliedern und Expert:innen in Dialog treten und die Rahmenbedingungen für die Branche mitgestalten.

  • Information

    Vom breiten Serviceangebot unter anderem bestehend aus Veranstaltungen, Mustervorlagen, Newslettern und persönlichen Gesprächen profitieren.

  • Vertretung

    Eine stärkere Stimme für die Interessen der Branche gegenüber politischen Repräsentant:innen und weiteren gesundheitspolitischen Akteur:innen erhalten.

  • Netzwerk

    An Austauschformaten mit anderen an der Versorgung beteiligten Akteur:innen, darunter Krankenkassen, Ärzteschaft oder Pflege teilnehmen.

Die Akademie

Von Compliance über Nachhaltigkeit bis hin zu Kommunikation. Unsere Akademie bietet der MedTech-Community eine Vielfalt an Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung an. Entdecken Sie unsere Seminare, Workshops und Kongresse.

Zu den Veranstaltungen