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 - Hilfsmittel Faktor Lebensqualität: Schlechtere Hilfsmittel-Versorgung bei künstlichem Darmausgang und Blasenentleerungsstörung vermeiden

Die Initiative Faktor Lebensqualität warnt vor negativen Auswirkungen bei der Hilfsmittel-Versorgung für Menschen mit einem Stoma, Inkontinenz oder Selbstkatheterismus durch das neue GKV-Beitragssatz-Stabilisierungsgesetz. Die Möglichkeit ausgeweiteter Festbeträge in diesem Bereich und eine pauschale 3-Prozent-Kürzung für bestehende Vergütungsvereinbarungen dürfen nicht zu einer Unterversorgung führen. Eine von Tausenden Unterstützer:innen unterzeichnete Petition von Betroffenen-Verbänden hat die Befürchtungen von Patient:innen deutlich zum Ausdruck gebracht.

ArtikelBerlin, 24.08.2026

Die Initiative Faktor Lebensqualität warnt vor einer schlechteren Hilfsmittel-Versorgung durch das kürzlich beschlossene GKV-Beitragssatz-Stabilisierungsgesetz für Menschen mit einem Stoma oder mit Blasenentleerungsstörungen, wie etwa Anwender:innen des intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK). „In der praktischen Umsetzung muss eine ausschließlich auf den günstigsten Preis setzende Standard-Versorgung für die Betroffenen vermieden werden, da diese zu Gesundheitsgefahren und einer weiteren Belastung der stationären Gesundheitsstrukturen führen würde“, sagt Christian Lierse von der Initiative Faktor Lebensqualität. Diese Befürchtung haben auch 4.160 Unterzeichner:innen der Petition „Kein Sparen auf Kosten unserer Lebensqualität!“ zum Ausdruck gebracht. Die Petition wurde von der Selbsthilfe Stoma-Welt e.V. und Inkontinenz Selbsthilfe e.V. gestartet. „Die breite Unterstützung der Petition in sehr kurzer Zeit verdeutlicht, wie groß die Sorgen der Betroffenen sind. Es kommt nun darauf an, bei der Umsetzung des Gesetzes in die Praxis negative Auswirkungen zu vermeiden“, so Lierse. Mit dem GKV-Beitragssatz-Stabilisierungsgesetz der Bundesregierung werden Festbeträge für die Hilfsmittel-Versorgung ausgeweitet. Dies betrifft potenziell auch Menschen mit einem Stoma (künstlicher Darm- oder Blasenausgang).

Pauschale Vergütungskürzung gefährdet Produktauswahl

Äußerst kritisch sieht die Initiative Faktor Lebensqualität auch die nun beschlossene pauschale 3-Prozent-Kürzung für Vergütungsvereinbarungen bei der Hilfsmittel-Versorgung. „Es besteht durch Ausgabensteigerungen bei Personal und Energie ohnehin schon ein erheblicher Kostendruck. Ein pauschaler Abschlag bedroht auch hier die Versorgungsqualität, weil dies die mit der Versorgung verbundenen Dienstleistungen wie Beratung oder Anpassung betrifft. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dies auch zu einer standardisierten Produktauswahl führen wird, was wiederum die individuell notwendige Versorgung der Betroffenen einschränken wird“, so Christian Lierse von der Initiative Faktor Lebensqualität. „Statt die ambulante Versorgung zu stärken, wird hier die vermehrte Belastung der stationären Gesundheitsstrukturen billigend in Kauf genommen“, sagt Lierse.

Zuspruch für Petition verdeutlicht große Besorgnis

4.160 Menschen haben die inzwischen beendete Petition „Kein Sparen auf Kosten unserer Lebensqualität!“ der Selbsthilfe Stoma-Welt e.V. und Inkontinenz Selbsthilfe e.V. innerhalb kurzer Zeit unterzeichnet. Die Initiative Faktor Lebensqualität hat das Anliegen unterstützt, ebenso die Betroffenen und Aktivist:innen Jana Sophie Gottert, Paolo Häckl, Raúl Krauthausen, Jo Maxim sowie der Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz, Wunde e.V. (FgSKW). Außerdem haben weitere unabhängige Organisationen und Fachgesellschaften öffentlich dazu aufgerufen, die Petition zu unterstützen, etwa die Deutsche ILCO e.V., die Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten e.V., die Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V. und das BeuteltierNetzwerk e.V.

Initiatoren der Petition

Die Inkontinenz-Selbsthilfe e.V. ist ein ehrenamtlich tätiger, gemeinnütziger Verein, der seit über 20 Jahren authentische Selbsthilfe von Betroffenen für Betroffene bei Inkontinenz und Entleerungsstörungen leistet.

Die Selbsthilfe Stoma-Welt e.V. ist eine bundesweite, gemeinnützige Selbsthilfeorganisation, die sich seit 2010 für die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit einem künstlichen Darmausgang (Enterostoma) oder einer künstlichen Harnableitung (Urostoma) einsetzt.

Initiative Faktor Lebensqualität

Die von führenden Leistungserbringern und Hilfsmittel-Herstellern im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) gegründete Initiative engagiert sich für Menschen, die wegen eines künstlichen Darm- oder Harnausgangs täglich auf die Verwendung von Stomaprodukten angewiesen sind oder zur Leerung ihrer Blase mehrmals täglich Einmalkatheter (Intermittierender Selbstkatheterismus, ISK) verwenden müssen.

Initiative "Faktor Lebensqualität" zur Verbesserung der ableitenden Inkontinenz- und Stoma-Versorgung

In Deutschland sind etwa 250.000 Menschen wegen schwerwiegender Funktionsstörungen des Darms oder der Blase auf die dauerhafte Versorgung mit Stoma- und ableitenden Inkontinenzartikeln (Kathetern) angewiesen. Ihr Leben wird dadurch nachhaltig beeinflusst, sind sie doch in allen Lebenslagen mit ihrer Einschränkung konfrontiert. Auf die Anliegen dieser Patienten macht jetzt die Initiative Faktor Lebensqualität aufmerksam. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, für deren spezifische Interessen einzutreten und einen Beitrag für die Verbesserung ihrer Hilfsmittel-Versorgung zu leisten. Die Initiative wird unter dem Dach des BVMed von führenden deutschen Herstellern und Leistungserbringern betrieben. Sie wurde 2013 gegründet und vereint die Hilfsmittel-Unternehmen für die Stoma- und Blasenkatheter-Versorgung.

Quelle: Pressemeldung der Initiative Faktor Lebensqualität vom 20. August 2026
http://www.faktor-lebensqualitaet.deExterner Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.

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