Cookie-Einstellungen

Zur fortlaufenden Verbesserung unserer Angebote nutzen wir den Webanalysedienst matomo.

Dazu werden Cookies auf Ihrem Endgerät gespeichert, was uns eine Analyse der Benutzung unserer Webseite durch Sie ermöglicht. Die so erhobenen Informationen werden pseudonymisiert, ausschließlich auf unserem Server gespeichert und nicht mit anderen von uns erhobenen Daten zusammengeführt - so kann eine direkte Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über einen Klick auf "Cookies" im Seitenfuß widerrufen.

Weitere Informationen dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

 - Schultergelenk Schulterprothese: "Nicht zu lange warten"

Artikel17.06.2014

© Klinikum Dortmund Ob eine schwere Arthrose das Schultergelenk zerstört hat oder nach einer komplizierten Oberarmkopffraktur "nichts mehr zu retten ist": In solchen Situationen bietet sich die Implantation eines Gelenkersatzes an. Eine gute Funktion im Alltag lässt sich damit in den meisten Fällen erreichen.

Die Schulterprothetik hat sich in jüngster Zeit deutlich weiterentwickelt. Mit immer weiter ausgefeilten Prothesen-Modellen erzielt man immer bessere Resultate. Einer jährlichen Rate von etwa 200.000 Hüft-Endoprothesen und 170.000 künstlichen Kniegelenken stehen pro Jahr 25.000 Schulterprothesen-Operationen gegenüber, doch die Tendenz ist deutlich ansteigend, erklärte Dr. Jürgen Gröber vom Diakonie-Klinikum Stuttgart - Orthopädische Klinik Paulinenhilfe.

Als Hauptindikationen für einen Schultergelenk-Ersatz nannte Dr. Gröber:

  • die Arthrose durch altersbedingten Verschleiß, rheumatoide Arthritis oder Rotatorenmanschetten-Arthropathie,
  • den komplizierten Oberarmkopfbruch mit Folgen wie Durchblutungsstörung-Nekrose oder Knorpelschaden.

Das Hauptziel der Schulterprothetik heißt "Schmerzbefreiung", und das lässt sich auch zuverlässig erreichen, so Dr. Gröber. Was die Beweglichkeit betrifft, so kann man dem Patienten im Allgemeinen eine schmerzfreie Einsatzfähigkeit des Armes bis in Schulterhöhe in Aussicht stellen, was für die meisten Tätigkeiten im Alltag genügt.

Bewegungen darüber hinaus wird nicht jeder Patient wieder ausführen können. Möglich ist dies bei guter muskulärer Führung und idealem Vorbefund. Je kontrakter der Schulter-Mantel präoperativ war, umso schwerer wird es sein, ein gutes bis sehr gutes Behandlungsergebnis zu erzielen.

Die Entwicklung in den letzten Jahren zielt auf anatomisch angepasste modulare Prothesen. Beim Oberflächenersatz wird der Oberarmkopf quasi überkront. Indiziert ist dieses Verfahren z. B. bei rheumatoider Arthtritis oder Osteonekrose, wenn nur der Humeruskopf betroffen und die Pfanne erhalten ist.

Immer mehr in den Fokus rückt der Kalottenersatz mit zementfreier Verankerung, die derzeit beste Möglichkeit bei Arthrose, wie Dr. Gröber findet.

Bei fortgeschrittener Arthrose besteht auch die Möglichkeit, ein Pfannenimplantat einzubringen. Bei dieser zementfreien Versorgung stehen bei veränderter klinischer Situation alle Möglichkeiten zur Revision offen, um z. B. auf eine inverse Prothese zu wechseln.

Die Schaftprothese mit Pfannenersatz stellt bei älteren Patienten mit schlechtem Knochen die Therapie der Wahl dar, sie muss allerdings zementiert werden. "Wenn man umbauen muss, bereitet die Zemententfernung Probleme."

Sehr gute Resultate erzielt man laut Dr. Gröber mit der inversen Prothese. Bei diesem Verfahren wird durch Distalisierung und Medialisierung des Drehzentrums eine sehr viel bessere Funktion des Deltamuskels erreicht. Eingesetzt wird es u. a. beim Rotatorenmanschettendefekt, bei destruierender Arthritis, als Revisionsprothese und als Frakturprothese.

Die "Zehn-Jahres-Standzeiten liegen aktuell bei 90 Prozent", verdeutlichte Dr. Gröber den Langzeiteffekt dieser Therapie. Zwar fällt die Funktion im Vergleich mit anderen Prothesen schlechter aus. "Aber vergessen Sie nicht, das ist die Prothese für die über 70-Jährigen."

Die Schulterprothetik ist also differenziert und zukunftsweisend, resümierte Dr. Gröber. Durch unterschiedliche Modelle ist die gezielte individuelle Versorgung möglich. Sie führt im Normalfall zu Schmerzfreiheit und bessere Beweglichkeit.

Aber warten Sie nicht zu lange, mahnte Dr. Gröber. Es bestehen immer noch Vorbehalte gegen die Prothesen-Operation, weswegen diese gerne hinausgezögert wird. Die gut erhaltene Schulterfunktion bietet indessen immer noch die beste Voraussetzung für Therapieerfolg. Bei kontrakter Schulter lässt sich dann auch mit der Prothesenversorgung viel weniger erreichen.

Quelle: Medical Tribune, Printausgabe vom 13. Juni 2014. Autorin: Dr. Carola Gessner. Bericht vom 49. Ärztekongress der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg

Ihr Kontakt zu uns

Service

News abonnieren

Sie möchten auf dem Laufenden bleiben?
Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter, E-Mail-Alerts zu unseren Themen oder Pressemeldungen.

Jetzt abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • KI Künstliche Intelligenz
    KI-Trends in der Medizin: Technologie, Marktpotenzial & Zukunft

    Künstliche Intelligenz (KI) KI beschleunigt die Digitalisierung von Medizingeräten und Gesundheitswesen rasanter als je zuvor, die Transformation wird zur Disruption. Redakteurin Ute Häußler von elektroniknet.de zeigt Technologie-Trends in der KI-Medizin, beleuchtet Hürden der Entwicklung und Zulassung und zeigt, wie KI den Weg zur personalisierten Medizin ebnet.

    Artikel24.04.2024

    Mehr lesen
  • Fach- und Großhandel
    Medizinischer Fach- und Großhandel

    Der medizinische Fach- und Großhandel spielt eine gewichtige Rolle in der Gesundheitsversorgung. Er ist ein unerlässliches Bindeglied zwischen den Herstellern medizinischer Produkte und den Anwendern – sei es in Krankenhäusern, in Arztpraxen oder auch in Pflegeeinrichtungen. Die große Bedeutung des Handels und seiner logistischen Leistungen hat sich in der Corona-Krise sehr deutlich gezeigt.

    Artikel24.04.2024

    Mehr lesen
  • Branche
    Geschichte der Medizintechnik

    Das erste Medizinprodukt gab es aller Wahrscheinlichkeit nach, als ein Mensch erstmals mit Pflanzenblättern oder einer Baumrinde eine Wunde behandelte und eine Wundauflage umwickelte. Seitdem ist die Medizintechnik einen weiten und faszinierenden Weg gegangen, von Gelenkersatz über Kunststoff-Einmalprodukte bis hin zu bildgebenden Verfahren und modernen, datenbasierten Behandlungsmethoden.

    Artikel23.04.2024

    Mehr lesen

Kommende Veranstaltungen

  • Einführungsseminar
    Erfolgreiches Marketing von MedTech-Unternehmen

    Als Mitarbeiter:in im Marketing oder Produktmanagement haben Sie eine Schlüsselrolle für den Erfolg Ihres Unternehmens. Die richtige Strategie entwickeln, Produktvorteile erkennen, formulieren und im Zusammenspiel mit Agenturen an Entscheidungsträger und Kunden kommunizieren – dies sind Fähigkeiten, die professionelle Produkt- oder Marketing-Manager:innen kontinuierlich aktualisieren und...

    SeminarVor Ort
    Berlin, 25.06.2024 09:00 - 17:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed-Akademie
    Schwerpunkt: Kommunikation

    Zur Veranstaltung: Erfolgreich im Marketing von MedTech-Unternehmen
  • Online-Seminar
    Medical Devices Advisor | Training according to § 83 MPDG

    In order to work as a medical device advisor (MDA) and inform healthcare professionals about or instruct them in the proper handling of medical devices, it is necessary to have and be able to demonstrate the necessary expertise, see § 83 MPDG. The training provides the necessary basic knowledge independent of the product and company.

    SeminarDigital
    12.09.2024 09:00 - 15:00 Uhr
    Veranstalter: BVMed-Akademie
    Schwerpunkt: Recht

    Zur Veranstaltung: Medical Device Advisor
  • Case-Study-Workshop
    MedTech-Marketing

    Die Digitalisierung, die Internationalisierung der Märkte und der Wettbewerbsdruck haben einen großen Einfluss auf das Marketing eines Unternehmens. Produkt- und Marketingmanager:innen haben somit eine Schlüsselrolle für den Unternehmenserfolg. Die richtige Strategie entwickeln, Produktvorteile erkennen und im Zusammenspiel mit Agenturen an Entscheidungsträger:innen und Kundschaft...

    WorkshopVor Ort
    Berlin, 19.09.2024 09:00 - 17:30 Uhr
    Veranstalter: BVMed-Akademie
    Schwerpunkt: Kommunikation

    Zur Veranstaltung: MedTech-Marketing

Ihre Vorteile als BVMed-Mitglied

  • Organisation

    In über 80 Gremien mit anderen BVMed-Mitgliedern und Expert:innen in Dialog treten und die Rahmenbedingungen für die Branche mitgestalten.

  • Information

    Vom breiten Serviceangebot unter anderem bestehend aus Veranstaltungen, Mustervorlagen, Newslettern und persönlichen Gesprächen profitieren.

  • Vertretung

    Eine stärkere Stimme für die Interessen der Branche gegenüber politischen Repräsentant:innen und weiteren gesundheitspolitischen Akteur:innen erhalten.

  • Netzwerk

    An Austauschformaten mit anderen an der Versorgung beteiligten Akteur:innen, darunter Krankenkassen, Ärzteschaft oder Pflege teilnehmen.

Die Akademie

Von Compliance über Nachhaltigkeit bis hin zu Kommunikation. Unsere Akademie bietet der MedTech-Community eine Vielfalt an Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung an. Entdecken Sie unsere Seminare, Workshops und Kongresse.

Zu den Veranstaltungen