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 - Telemonitoring Fallbeispiel Telemonitoring: Portrait Mobile - kontinuierliches tragbares Monitoring

Ein kontinuierliches tragbares Monitoring auf Normalstationen schließt die heutige Überwachungslücke zwischen Intensivstation und punktuellen Vitalzeichenkontrollen alle vier bis sechs Stunden. Die Telemonitoring-Lösung "Portrait Mobile" überwacht Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Pulsfrequenz kontinuierlich und kabellos - und ermöglicht gleichzeitig die Mobilisierung der Patient:innen. Dadurch können klinische Verschlechterungen früher erkannt, Komplikationen vermieden sowie Aufenthaltsdauer und Ressourcenverbrauch reduziert werden.

Artikel02.09.2026

Beschreibung des Ist-Zustands

Welche Indikation/Situation adressiert die Lösung

  • Nicht-intensivpflichtige Risikopatient:innen auf Normalstationen
  • Postoperative Patient:innen mit erhöhtem Risiko für kardiorespiratorische oder infektiöse Komplikationen
  • Patient:innen nach Verlegung von der Intensivstation
  • Ältere und multimorbide Patient:innen mit erhöhtem Überwachungsbedarf

Wie werden die Patient:innen heute versorgt?

  • Kontrollen der Vitalparameter auf Normalstation meist nur alle 4–6 Stunden
  • Kontinuierliches Monitoring überwiegend auf Intensiv- oder Intermediate-Care-Stationen
  • Telemetrische Überwachung außerhalb der Intensivstation bislang primär für rein kardiologische Patient:innen (OPS 8-933)

Wo liegen wesentliche Herausforderungen?

  • Verschlechterungen bleiben zwischen Einzelmessungen häufig unentdeckt
  • Atemfrequenz und Hypoxämie werden oft nicht kontinuierlich überwacht
  • Kabelgebundene Systeme schränken Mobilität und Frühmobilisation ein
  • Personalmangel erschwert engmaschige Überwachung
  • Ungeplante Verlegungen auf Intensivstationen verursachen hohe Kosten

Welche Relevanz hat das Thema?

  • Früh erkannte Verschlechterungen verbessern Outcomes und Patientensicherheit
  • Frühmobilisation reduziert Komplikationen und Funktionsverlust
  • Relevanz für große chirurgische und internistische Patientengruppen
  • Potenzial zur Entlastung von Pflegepersonal und Intensivkapazitäten

Beschreibung der Telemonitoring-Lösung

Wie wird die Lösung eingesetzt, wer ist beteiligt, wer hat welche Aufgaben?

  • Tragbarer, kabelloser Sensor wird am Patienten angebracht
  • Kontinuierliche Messung von Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Pulsfrequenz
  • Datenübertragung in Echtzeit an zentrale Überwachungsstationen und mobile Endgeräte
  • Pflegekräfte und Ärzt:innen erhalten Alarme bei Auffälligkeiten
  • Klinisches Personal bewertet Alarme und leitet notwendige Maßnahmen ein
  • Integration in bestehende Krankenhausprozesse und IT-Systeme möglich

Welche Nachweise und Studien liegen vor?

  • Studien belegen die Bedeutung von Atemfrequenz und Hypoxämie als Frühwarnzeichen klinischer Verschlechterungen
  • Kontinuierliches Monitoring wird mit früherer Erkennung von Komplikationen assoziiert
  • Frühmobilisation verbessert funktionelle Ergebnisse und verkürzt Aufenthalte
  • Studien zeigen Potenzial zur Reduktion von Intensivaufenthalten, Liegedauer und Notfallinterventionen
  • Wirtschaftlichkeitsanalysen weisen auf erhebliche Einsparpotenziale für Krankenhäuser hin
  • Ein Literaturverzeichnis kann vorgelegt werden

Was verändert sich durch die Lösung, wie wird die Versorgung verbessert?

  • Kontinuierliche statt punktueller Überwachung
  • Frühere Erkennung klinischer Verschlechterungen
  • Schnellere Intervention durch Behandlungsteams
  • Sichere Mobilisation trotz kontinuierlicher Überwachung
  • Verbesserte Dokumentation durch automatisierte Datenerfassung
  • Höhere Patientensicherheit auf Normalstationen

Vorteile der Telemonitoring-Lösung auf einen Blick

  • Frühzeitige Erkennung von Komplikationen und Verbesserung der Patientensicherheit
  • Unterstützung von Frühmobilisation und schnellerer Genesung
  • Reduktion von Intensivverlegungen, Liegedauer und Versorgungskosten

Markzugang und Erstattung

Welche Hürden verhindern die Einführung/Erstattung derzeit?

  • Kein spezifischer OPS-Kode für kontinuierliches tragbares Monitoring von nicht-intensivpflichtigen Risikopatient:innen
  • Leistung wird im DRG-System bislang nicht sichtbar
  • Fehlende Vergütungsgrundlage für Technik, Verbrauchsmaterialien und zusätzliche Prozesse
  • Begrenzte praktische Erfahrungen und bisher geringe Verbreitung in Deutschland

Welche Maßnahmen würden zur Einführung/Erstattung führen?

  • Einführung eines eigenen OPS-Kodes „8-935 Kontinuierliches tragbares Monitoring“
  • Abbildung der Leistung im Krankenhausvergütungssystem
  • Berücksichtigung in zukünftigen Kalkulationen von DRG- und Entgeltsystemen
  • Förderung von Pilotprojekten, Evidenzaufbau und Versorgungsforschung
  • Anerkennung als eigenständige Versorgungsform ähnlich anderer Telemonitoring-Angebote

Fazit

Ein kontinuierliches tragbares Monitoring schließt eine relevante Versorgungslücke auf Normalstationen. Die Technologie ermöglicht eine frühere Erkennung klinischer Verschlechterungen bei gleichzeitiger Förderung der Mobilität.

Ein eigener OPS-Kode ist erforderlich, um die Leistung sichtbar zu machen, systematisch zu evaluieren und künftig regelhaft zu finanzieren.

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