Cookie-Einstellungen

Zur fortlaufenden Verbesserung unserer Angebote nutzen wir den Webanalysedienst matomo.

Dazu werden Cookies auf Ihrem Endgerät gespeichert, was uns eine Analyse der Benutzung unserer Webseite durch Sie ermöglicht. Die so erhobenen Informationen werden pseudonymisiert, ausschließlich auf unserem Server gespeichert und nicht mit anderen von uns erhobenen Daten zusammengeführt - so kann eine direkte Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über einen Klick auf "Cookies" im Seitenfuß widerrufen.

Weitere Informationen dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

 - Auge Künstliche Intelligenz unterstützt Augenärzte bei der Glaukom-Therapie

ArtikelDüsseldorf, 22.03.2023

© BVMed In der Ophthalmologie wird viel Bilddatenmaterial gesammelt – ein ideales Experimentierfeld für Machine- und Deep-Learning-Systeme. Bei Glaukom erleichtern sie Diagnostik und Therapiesteuerung, berichtet ÄrzteZeitung-Online.

Regelmäßige Augeninnendruckmessungen, Gesichtsfelduntersuchungen, hochauflösende Darstellungen der Netzhaut mittels optischer Kohärenztomographie (OTC) – all das generiert bei Glaukompatienten eine Datenflut, deren Auswertung immer zeitaufwändiger und komplizierter wird.

Dies an Computer zu delegieren, ist ein vielversprechender Ansatz, Ärzten Arbeit, aber nicht ihre Expertise abzunehmen, und sie bei therapeutischen Entscheidungen zu unterstützen.

„Künstliche Intelligenz lässt sich dort gut einsetzen, wo klare Fragestellungen auf große Datenmengen treffen, die die nötigen Informationen beinhalten“, so Professor Hagen Thieme, Universitätsaugenklinik Magdeburg, anlässlich einer Pressekonferenz bei der Jahrestagung der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD).

Untersuchungsmethoden generieren viele Daten

Mehr als 170 Jahre, nachdem Hermann von Helmholtz 1850 den Augenspiegel erfand, hat die Bildgebung in der Ophthalmologie nicht an Bedeutung verloren. Nur können moderne Bildgebungsverfahren weit mehr als einst Helmholtz‘ Erfindung.

So erlaubt die computerisierte OCT als nicht-invasives, tomographisches Verfahren, Topographie und Struktur des Sehnerven und einzelner Netzhautschichten nichtinvasiv im Detail abzubilden. Die OTC-Angiographie fügt Informationen über den Zustand parapapillärer chorioidaler Mikrogefäße und die peripapilläre Gefäßdichte hinzu.

„Die Bilder, die hier entstehen, sind vom Computer sichtbar gemachte digitale Daten“, erläuterte Thieme. Und zwar ziemlich viele. Es lohnt zu prüfen, ob „Künstliche Intelligenz“ (KI) hier nicht die Befundauswertung beschleunigen und präzisieren kann.

Anwendungen erlauben Einschätzung der Prognose

Laut Thieme werden bereits Studien mit Verarbeitung von bis zu 15.000 Gesichtsfeldanalysen oder 20.000 OCT-Befunden veröffentlicht. Erste Anwendungen beim Glaukom unterstützen die Diagnose, manche erlauben prognostische Aussagen. Die Behandelnden können das für Therapieentscheidungen heranziehen – langfristig laut Thieme „auch dort, wo eine OTC-Untersuchung nicht möglich ist“.

Schon heute erkenne KI Gesichtsfelddefekte zuverlässiger als menschliche Experten, so der Ophthalmologe. Eine Arbeitsgruppe aus Südkorea trainierte ein rekurrentes künstliches neuronales Netzwerk soweit, dass es schließlich nach Analyse von fünf Gesichtsfeldbefunden pro Patient vorhersagen konnte, wie eine sechste Untersuchung ausfallen würde – auch das gelang besser als mit herkömmlichen Methoden (Sci Rep. 2019;9(1):8385Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.).

Ein anderes Programm wurde mit Fundusaufnahmen und OTC-Messungen der Dicke der retinalen Nervenfaserschicht trainiert (Ophthalmology. 2021;128(3):383-392Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.). Es vermag nun anhand der Fotos zu unterscheiden, ob weitere Nervenfasern voraussichtlich rasch oder moderat verloren gehen.

Dass KI-Systeme ihn und seine Kollegen perspektivisch verdrängen, glaubt Thieme nicht: „Die augenärztliche Bewertung und Entscheidung ersetzen sie nicht, doch sie bieten wichtige Hilfestellungen.“

Quelle: ÄrzteZeitung Online vom 20. März 2023Externer Link. Öffnet im neuen Fenster/Tab.

Ihr Kontakt zu uns

Service

News abonnieren

Sie möchten auf dem Laufenden bleiben?
Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter, E-Mail-Alerts zu unseren Themen oder Pressemeldungen.

Jetzt abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Europapolitik
    MdEP Svenja Hahn beim BVMed: „Europa muss wieder wettbewerbsfähiger werden“

    Spezialrecht wie die EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) muss auf europäischer Ebene klar Vorrang vor Horizontalrecht wie der kürzlich verabschiedeten KI-Verordnung (AI-Act) haben, um Doppelregulierungen zu verhindern. Das sagte die Europaabgeordnete Svenja Hahn (FDP) bei einer BVMed-Gesprächsrunde.

    Pressemeldung30.04.2024

    Mehr lesen
  • KI Künstliche Intelligenz
    KI-Trends in der Medizin: Technologie, Marktpotenzial & Zukunft

    Künstliche Intelligenz (KI) KI beschleunigt die Digitalisierung von Medizingeräten und Gesundheitswesen rasanter als je zuvor, die Transformation wird zur Disruption. Redakteurin Ute Häußler von elektroniknet.de zeigt Technologie-Trends in der KI-Medizin, beleuchtet Hürden der Entwicklung und Zulassung und zeigt, wie KI den Weg zur personalisierten Medizin ebnet.

    Artikel24.04.2024

    Mehr lesen
  • Wundversorgung
    BVMed-Forum „Eine Stunde Wunde“ | Zukunftsforscher Solte: KI kann in der Wundversorgung unterstützen

    Unterstützung in der Diagnose „Am Anfang einer Wundversorgung steht die Blickdiagnose, die auch die mögliche Kausalität einer Wunde ermittelt“, erklärt Dr. Dirk Solte, Fachexperte für Zukunftsforschung beim Medical Data Institute und Experte für KI, auf dem BVMed-Forum. An dieser Stelle könne bereits eine gut trainierte KI unterstützen. Ausgerüstet mit einer Kamera und Tiefensensoren...

    Pressemeldung03.02.2023

    Mehr lesen

Kommende Veranstaltungen

  • Webinar
    Artificial Intelligence Act | MDR trifft KI!

    Schon heute fließen KI-Elemente (Künstliche Intelligenz) in Medizinprodukte ein. Die Entwicklung medizinischer Software unterliegt dabei den strengen Vorgaben der Medical Device Regulation (MDR). In Zukunft wird bei der Entwicklung und Zertifizierung von KI-Medizinprodukten auch der Artificial Intelligence Act (AIA) als neue horizontale Regulierung von KI in der EU eine wichtige Rolle spielen.

    Seminardigital
    17.06.2024 14:00 - 15:30 Uhr
    organizer: BVMed-Akademie
    Schwerpunkt: Digitalisierung

    Zur Veranstaltung: Artificial Intelligence Act | AIA

Ihre Vorteile als BVMed-Mitglied

  • Organisation

    In über 80 Gremien mit anderen BVMed-Mitgliedern und Expert:innen in Dialog treten und die Rahmenbedingungen für die Branche mitgestalten.

  • Information

    Vom breiten Serviceangebot unter anderem bestehend aus Veranstaltungen, Mustervorlagen, Newslettern und persönlichen Gesprächen profitieren.

  • Vertretung

    Eine stärkere Stimme für die Interessen der Branche gegenüber politischen Repräsentant:innen und weiteren gesundheitspolitischen Akteur:innen erhalten.

  • Netzwerk

    An Austauschformaten mit anderen an der Versorgung beteiligten Akteur:innen, darunter Krankenkassen, Ärzteschaft oder Pflege teilnehmen.

Die Akademie

Von Compliance über Nachhaltigkeit bis hin zu Kommunikation. Unsere Akademie bietet der MedTech-Community eine Vielfalt an Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung an. Entdecken Sie unsere Seminare, Workshops und Kongresse.

Zu den Veranstaltungen