Quantifizierung der gesundheitlichen und sozioökonomischen Krankheitslast der koronaren Herzkrankheit in Deutschland WifOR-Studie im Auftrag des BVMed
Die WifOR-Studie „Quantifizierung der gesundheitlichen und sozioökonomischen Krankheitslast der koronaren Herzkrankheit in Deutschland“ zeigt erstmals die gesundheitliche und sozioökonomische Krankheitslast der KHK in Deutschland in einer integrierten Betrachtung.
22.09.2026
Fazit der Studie: Die KHK ist nicht nur eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen Deutschlands, sondern auch ein bedeutender wirtschaftlicher Belastungsfaktor. Angesichts des demografischen Wandels, des zunehmenden Fachkräftemangels und des steigenden Drucks auf die sozialen Sicherungssysteme gewinnt die Reduzierung der Krankheitslast zunehmend an gesundheitspolitischer und wirtschaftspolitischer Bedeutung.
Die vorliegende Studie zeigt erstmals die gesundheitliche und sozioökonomische Krankheitslast der KHK in Deutschland in einer integrierten Betrachtung. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die KHK nicht nur die höchste gesundheitliche Krankheitslast aller untersuchten Erkrankungen verursachte, sondern zugleich erhebliche volkswirtschaftliche Folgen nach sich zog. Der größte Teil dieser Belastung entstand im Erwerbsalter durch Produktivitätsverluste aus bezahlter Arbeit, während unbezahlte produktive Tätigkeiten insbesondere im höheren Lebensalter einen wesentlichen Anteil der gesamtgesellschaftlichen Krankheitslast ausmachten.
Die Ergebnisse verdeutlichen die erhebliche gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Relevanz der KHK. Neben den in dieser Studie ausgewiesenen Produktivitätsverlusten entstanden direkte Ausgaben im Gesundheits- und Pflegewesen, die in der vorliegenden Analyse nicht berücksichtigt wurden. Die tatsächliche gesamtgesellschaftliche Belastung der KHK dürfte daher deutlich höher ausfallen sein als die hier ausgewiesene sozioökonomische Krankheitslast.
Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass medizintechnische Innovationen einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung dieser Krankheitslast leisten können. Bereits heute tragen innovative diagnostische Verfahren, interventionelle Behandlungen und eine kontinuierliche Nachsorge dazu bei, Morbidität und Mortalität zu reduzieren sowie Erwerbsfähigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und die Entlastung von Angehörigen zu fördern. Weiterhin verdeutlicht die Analyse, dass insbesondere Maßnahmen zur Identifikation von Risikopersonen, zur Früherkennung, zur präziseren Auswahl diagnostischer und therapeutischer Verfahren sowie zum Monitoring und zur Unterstützung der Therapietreue erhebliche gesundheitliche und wirtschaftliche Potenziale erschließen können. Da die größten volkswirtschaftlichen Verluste durch die Erkrankung der männlichen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter entstanden, stellt diese Bevölkerungsgruppe einen besonders relevanten Ansatzpunkt für Innovationen dar.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass Medizintechnik und eine hochwertige Versorgung der KHK nicht allein als Kostenfaktor des Gesundheitswesens, sondern als Investition in Gesundheit, Produktivität und gesellschaftlichen Wohlstand betrachtet werden sollten. Investitionen in Prävention, Diagnostik und innovative Versorgung können Erwerbsbiografien stabilisieren, Angehörige entlasten, unbezahlte Produktivitätsverluste reduzieren und damit die langfristige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands stärken. Die Medizintechnikbranche nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein, indem sie Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Nachsorge entlang des gesamten Versorgungspfades unterstützt und so einen messbaren Beitrag zur gesundheitlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Resilienz leistet.
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