Verbandmittel Erstattung

Verbandmittel sind verordnungsfähig

Sie fallen nicht unter die Ausschlussregelung nach § 34 Abs. 1 S. 1 SGB V von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und auch nicht unter die Regelung für arzneimittelähnliche Medizinprodukte nach § 31 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB V.

Verbandmittel werden durch einen Vertragsarzt/Arzt verordnet.

Der Arzt wählt das Verbandmittel/-set unter Beachtung der medizinischen Notwendigkeit und des Wirtschaftlichkeits-gebotes aus.

Wichtige Informationen für den Arzt
  • Verbandmittel sind zu Lasten der GKV/PKV verordnungs- und erstattungsfähig.
  • Verbandmittel können produktbezogen unter Angabe der PZN rezeptiert werden.
  • Verbandmittel unterliegen nicht der Substitution (aut idem) und auch nicht der Importquote.

Speziell für die Verordnung in der GKV gilt:
  • Verbandmittel fallen unter die Arzneimittel-/Verbandmittel-Richtgrößen (Budget).
  • Verbandmittel sind als Sprechstundenbedarf verordnungsfähig. Es gelten die Bestimmungen der jeweiligen KVen.

Ein Rezept ist eine Urkunde. Änderungen und Ergänzungen der Verordnung bedürfen einer erneuten Arztunterschrift mit Datumsangabe.

Der Patient erhält die verordneten Verbandmittel z. B. bei folgenden Leistungserbringern:
  • Apotheken
  • Homecare-Unternehmen
  • Sanitätshäuser

Gesetzliche Zuzahlungsregelung für Verbandmittel
Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, müssen grundsätzlich eine Zuzahlung von 10 % des Abgabepreises, mindestens 5 € und höchstens 10 €, allerdings jeweils nicht mehr als die Kosten des Mittels, leisten (§ 31 SGB V Abs. 3 S. 1 in Verbindung mit § 61 Abs. 1 S. 1 SGB V).

Achtung! Für die Berechnung des Zuzahlungsbetrages für Verbandmittel ist der Wert der Verordnungszeile maßgebend.

Der Leistungserbringer (z. B. Apotheker oder Sanitätsfachhändler) muss die Zuzahlung von den Versicherten für die Krankenkasse einziehen.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Verbandmittel gehören zu den Medizinprodukten, die den Patientinnen und Patienten unmittelbar zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden können. Daneben gibt es sonstige Produkte zur Wundbehandlung, die durch eine pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkweise die... Weiterlesen

  • Die Vakuumversiegelungstherapie in der ambulanten Versorgung

    Der BVMed informiert mit dem Erklärfilm über die Vorteile der Vakuumversiegelungs-Therapie im ambulanten Bereich. Seit dem 1. Oktober 2020 ist die Therapie auch zur ambulanten Wundbehandlung als Kassenleistung zugelassen. Dadurch besteht für Patientinnen und Patienten mit akuten oder chronischen Wunden die Möglichkeit, sich auch ohne Krankenhausaufenthalt versorgen zu lassen. Weiterlesen

  • GVWG | BVMed fordert einen gesetzlich geregelten Beratungsanspruch beim G-BA für Wundprodukte-Studien

    Für „sonstige Produkte zur Wundbehandlung“ muss künftig ein Bewertungsverfahren durchgeführt werden, bevor sie durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erstattet werden. Der BVMed fordert einen gesetzlich verankerten Beratungsanspruch der Hersteller gegenüber dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) über die Voraussetzungen und Anforderungen an vorzulegende Unterlagen und Studien sowie zur Vergleichstherapie. Eine entsprechende Regelung zur GBA-Beratungspflicht müsste über das Gesundheitsversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (GVWG) getroffen werden. Weiterlesen


©1999 - 2021 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik