Krankenhausfinanzierung

TK will Preise stärker an Qualität koppeln

Die Techniker Krankenkasse (TK) spricht sich für eine Reform des DRG-Systems mit einer besseren Finanzierung von Vorhaltekosten und einer stärkeren Qualitätsorientierung aus. "Wir müssen diesen Teufelskreis zu immer mehr Operationen und immer mehr Behandlungen durchbrechen. Dazu müssen wir die bestehenden Mengenanreize abbauen und die Qualität der Leistungserbringung als weiteren Baustein im Vergütungssystem abbilden", erklärte Thomas Ballast, stellvertretender Vorsitzender der TK. Dazu gehöre auch eine Analyse, welche Kliniken mit welchem Behandlungsangebot benötigt wird.

Der Hamburger Gesundheitsökonom Professor Jonas Schreyögg, der das Gutachten für die Krankenkasse verfasst hat, plädiert unter anderem für eine Weiterentwicklung der DRG-Kalkulation. Ausgewählte Krankenhausgruppen seien in dieser unterrepräsentiert, daher würde ihren Kosten nicht angemessen Rechnung getragen. Die Vergütung von Vorhaltekosten soll zudem Anreize zur Fallzahlenausweitung abbauen. "Sie kann durch Strukturvorgaben komplementiert werden, um eine zielgerichtete Finanzierung von bedarfsnotwendigen Strukturen sicherzustellen, anstatt eine Überversorgung aufrechtzuerhalten." Zur leistungsgerechten Umlage der Kosten biete sich eine Verteilung auf die Krankenkassen analog zum Pflegebudget an.

Um den unterschiedlichen Kostenstrukturen von Kliniken gerecht zu werden, plädiert Schreyögg für eine Anpassung der Preise an geographische Strukturunterschiede. „Eine Verknüpfung mit Qualitätsvorgaben sichert auch hier, dass Finanzmittel zielgerechtet eingesetzt werden.“ Zudem sollte eine Reform der Krankenhausfinanzierung die ambulante Versorgung fördern.

Das komplette Gutachten kann auf der Website der TK heruntergeladen werden.

Quuelle: Bibliomed Manager vom 10. September 2020
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BVMed-Konferenz zu VBHC: MedTech-Industrie als Partner in der Versorgung

    Die Gesundheitsversorgung der Zukunft muss qualitätsorientiert, patientenzentriert und nachhaltig sein. Wie solche Ansätze, die mit dem Schlagwort „Value-based Healthcare (VBHC)“ umschrieben werden, in der Praxis konkret aussehen können, zeigten Experten von Krankenhäusern, Krankenkassen und medizintechnischer Industrie auf der digitalen MedTech-Vertriebskonferenz des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) am 22. September 2020 mit 190 Teilnehmern. „Wir brauchen einen Wettbewerb um die beste Qualität, nicht um den niedrigsten Preis“, fasst BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll die Konferenzbotschaft zusammen. Weiterlesen

  • BVMed: „KHZG kann auch die medizinische Versorgung modernisieren“

    Der BVMed sieht in dem vom Bundestag verabschiedeten „Krankenhauszukunftsgesetz“ (KHZG) das große Potenzial, neben den Prozessen auch die medizinische und technische Versorgung in den deutschen Krankenhäusern zu verbessern. „Es ist gut, dass durch die Änderungsanträge auch die medizinische Versorgung mit modernen Technologien ihren Weg in das Gesetz gefunden hat“, kommentiert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Weiterlesen

  • BVMed zum Klinik-Zukunftsprogramm: Nachhaltigkeit durch medizintechnische Innovationen

    Hightech-Medizintechnologien werden nach Ansicht des BVMed im aktuellen Entwurf des Krankenhaus-Zukunftsgesetzes (KHZG) zu wenig berücksichtigt. Um eine nachhaltige technische und digitale Ausstattung der Krankenhäuser zu verwirklichen, muss verstärkt in moderne Medizintechnik investiert werden, sagte BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll im Vorfeld der Gesetzesanhörung am 14. September 2020 im Gesundheitsausschuss des Bundestages. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik