Gesundheitswirtschaft

Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft und der Medizintechnik

Die deutsche Gesundheitswirtschaft beschäftigt 7,6 Millionen Menschen und erwirtschaftet knapp 370 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von 12,1 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Damit entsteht jeder achte Euro Bruttowertschöpfung in Deutschland in der Gesundheitswirtschaft. Die Gesundheitswirtschaft ist seit 2007 nominal in jedem Jahr gewachsen. Auch 2009, einem Jahr der Finanzkrise, verzeichnete sie ein positives Wachstum. Das geht aus einer Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) hervor, die im Mai 2019 in Berlin vorgestellt wurde (Download unter www.bvmed.de/branchenstudien).

Industrielle Gesundheitswirtschaft (iGW) in Zahlen
  • Die industrielle Gesundheitswirtschaft erzielte im Jahr 2019 eine Bruttowertschöpfung in Höhe von 81,2 Milliarden Euro. Rund jeder fünfte Euro Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft wird damit in der iGW generiert
  • 53,8 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung werden zusätzlich durch die Nachfrage an Gütern und Dienstleistungen entlang der Lieferkette in Deutschland geschaffen.
  • Die industrielle Gesundheitswirtschaft wächst mit rund 4,1 Prozent stärker als die Gesamtwirtschaft mit 3,3 Prozent.
  • Die industrielle Gesundheitswirtschaft beschäftigt rund 1 Millionen Menschen. Seit 2010 sind 210.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Mit einem Erwerbstätigen in der iGW wird ein weiteres Beschäftigungsverhältnis in der Wertschöpfungskette unterstützt.
  • Die industrielle Gesundheitswirtschaft hat den gleichen Stellenwert für den deutschen Arbeitsmarkt wie die Automobilbranche.
  • 55.000 Beschäftigte sind in F&E tätig. Durch die direkte Beschäftigung von zwei Personen in der F&E der iGW werden rund drei Arbeitsplätze in der gesamten Volkswirtschaft gesichert.
  • Rund ein Fünftel der Erwerbstätigen in der iGW entfällt auf Medizintechnik. Zwei Drittel davon arbeiten in einem mittelständischen Unternehmen.
  • Die industrielle Gesundheitswirtschaft investiert rund 15 Prozent des Umsatzes in F&E. Der Koalitionsvertrag strebt einen Anteil von 3,5 Prozent als Zielwert für die deutsche Wirtschaft an. Die F&E-Intensität der iGW übertrifft damit das Innovationsziel der Bundesregierung um das Vierfache. Zum Vergleich: Maschinenbau: 6,9 Prozent; Elektroindustrie: 6,0 Prozent.
  • Seit 2010 hat sich das Exportvolumen der iGW mit 48,4 Milliarden Euro auf das 1,7-Fache erhöht. Über 90 Prozent des Exports der Gesundheitswirtschaft gehen auf die iGW zurück

Wertschöpfung der MedTech-Branche

Die Herstellung von Medizinprodukten und Medizintechnik gehört neben der Humanarzneimittelherstellung zu den bedeutendsten Teilbereichen der produzierenden industriellen Gesundheitswirtschaft. Mit einer Bruttowertschöpfung von rund 16 Milliarden Euro generiert die Branche 18,4 Prozent der industriellen Gesundheitswirtschaft und somit rund jeden 5. Euro an Wertschöpfung. Über die Hälfte der Wertschöpfung von Medizintechnik entsteht in den KMUs.

Der Anteil der MedTech-Branche am Bruttoinlandsprodukt beträgt 0,49 Prozent und ist damit im europäischen Vergleich nach Dänemark am höchsten. Der EU-Durchschnitt beträgt 0,27 Prozent.

Die Branche ist Arbeitsplatz für über 210.000 Erwerbstätige, was einem Anteil von fast 20 Prozent der industriellen Gesundheitswirtschaft entspricht. Darüber hinaus hinterlässt die Branche aufgrund ihrer wirtschaftlichen Aktivität indirekte und induzierte Wertschöpfungs- und Erwerbstätigeneffekte in Höhe von rund 32 Milliarden Euro und fast 450.000 Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.

Seit dem Jahr 2007 ist das Exportvolumen von Medizinprodukten und Medizintechnik um mehr als 50 Prozent auf insgesamt 29,5 Milliarden Euro gestiegen. Das durchschnittliche jährliche Wachstum der Exporte betrug dabei 4 Prozent.
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