Strategiekonferenz Medizintechnik 2014

Auf dem Weg zu einer kohärenten Innovationspolitik

Der Nationale Strategieprozess "Innovationen in der Medizintechnik" geht weiter. Er wird gemeinsam getragen von den Ministerien für Forschung (BMBF), Wirtschaft (BMWi) und Gesundheit (BMG). Nach dem Abschlussbericht Ende 2012 gab die "Strategiekonferenz Medizintechnik" am 22. Mai 2014 mit mehr als 200 Teilnehmern in Berlin den Startschuss für die nächste Phase. Dazu gehörten Diskussionen in 6 Arbeitsgruppen und ein neues Webportal www.medizintechnologie.de, das wichtige Informationen zu Fördermaßnahmen bündelt. Der BVMed plädiert für eine kohärente Innovationspolitik und besser aufeinander abgestimmte und bedarfsorientierte Forschungsförderungsprogramme.

BMBF-Staatssekretär Dr. Georg Schütte wies darauf hin, dass sein Haus neue Fördermaßnahmen zu den Themen Mehrfacherkrankungen und individualisierte Medizintechnik eingerichtet habe. Das Budget für die Maßnahme "KMU-innovativ" sei verdoppelt worden, um signifikante Investitionen in Forschung und Entwicklung bei kleinen und mittleren Firmen anzustoßen. Zusätzlich stünden 30 Millionen Euro für den Aufbau von Industrie-in-Klinik-Plattformen zur Verfügung, um Wirtschaft, Wissenschaft und klinische Praxis zusammenbringen. BMWi-Staatssekretär Stefan Kapferer will kleinere MedTech-Unternehmen besser beim Export unterstützen. BMG-Staatssekretär Lutz Stroppe betonte die Bedeutung der Versorgungsforschung. Aus dem geplanten Innovationsfonds sollen dafür 75 Millionen Euro bereit gestellt werden. Dazu gehören beispielsweise Registerprojekte. Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann von der Universitätsklinik Greifswald plädierte dafür, in der Versorgungsforschung den Nutzen für die Patienten und deren Lebensqualität zu messen. Dazu gehöre bespielsweise, wie zufrieden der Patient mit einem Implantat sei.

Mehr zur Konferenz unter www.strategieprozess-medizintechnik.de.
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