Innovationshürden

Innovationshürden

VDE-Empfehlungen zur Verbesserung der Innovationsrahmenbedingungen für Hochtechnologie-Medizin


Die Medizintechnik stellt sich als hochkomplexes Technologiefeld dar, das durch eine ebenso komplexe Akteursstruktur und -interaktion gekennzeichnet ist. Das Umfeld wird insbesondere charakterisiert durch Technologieintensität, Interdisziplinarität, Regulierung und Wettbewerb sowie durch den demografischen Wandel. Aus dieser Komplexität heraus ergeben sich neben zahlreichen Chancen auch Faktoren, die sich innovationshinderlich auswirken können. Daraus können negative ökonomische Effekte sowohl für die Unternehmen als auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland erwachsen. Im ungünstigsten Fall aber erhalten Patienten keinen Zugang zu neuen Technologien mit medizinischem Nutzen.

Die DGBMT – Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE zeigt in einem Positionspapier („Medizintechnische Innovation in Deutschland“, Februar 2012) die zentralen Innovationsfelder der Medizintechnik auf und identifiziert die Hürden auf dem Weg von der Forschung zum Patienten. Neben den wissenschaftlich-technologischen Herausforderungen der Medizintechnik existieren Hürden vor allem bei der klinischen Erforschung, Zulassung und Erstattung von Medizinprodukten sowie bei den grundlegenden Aspekten Aus- und Weiterbildung, Technologietransfer und Forschungsförderung.

Es werden 10 zentrale Empfehlungen abgeleitet, mit deren Umsetzung die Innovationsrahmenbedingungen für Hochtechnologie-Medizin in Deutschland nachhaltig verbessert werden können. Diese Empfehlungen sind:
  1. Verbesserung der medizintechnisch-klinischen Forschung
  2. Lotsenfunktion bei der Zulassung von Medizinprodukten
  3. Transparenz bei der Erstattung medizintechnischer Innovationen
  4. Überwindung interdisziplinärer Grenzen in Aus- und Weiterbildung
  5. Etablierung einer Lern- und Lehrplattform in der Medizintechnik
  6. Verbesserung der Rahmenbedingungen für Kooperationen
  7. Stärkung der Forschungsförderung in der Medizintechnik
  8. Etablierung innovationsbegleitender Maßnahmen
  9. Förderung von Innovationsmanagern
  10. Stärkung der kommerziellen Ergebnisverwertung von Fördervorhaben
Der überwiegende Teil der Empfehlungen richtet sich an die Bundesregierung, die insbesondere durch gezielte Förderung der Medizintechnik sowie durch die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen die Weichen für mehr Innovation zu stellen vermag. Doch auch die Vertreter der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, die Bundesländer sowie die Akteure der Medizintechnik selbst, d.h. die Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Klinken sind aufgefordert, Innovation in der Medizintechnik zu beschleunigen.
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